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vergrößern 500x351Eines konnte Watson Montagabend bei der Cebit-Eröffnung IBM-Chefwissenschafter Ferrucci, IBM-Chef Palmisano, Deutschlands Kanzlerin Merkel und dem türkischen Premier Erdogan (v. li.) nicht voraussagen: den Rücktritt von Verteidigungsminister Guttenberg.

Telepräsenzroboter
Wie es mit ihrer Regierung nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg weitergeht, dabei nützt der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel die geballte künstliche Intelligenz eines Hochleistungsrechners à la Watson auch nicht. Denn klüger als ein Mensch werden Computer wohl nie werden.
Unendliches Wissen
Zwei Wochen nach dem Erfolg in der US-Quiz-Show Jeopardy, übte die kleinere Ausgabe des IBM Computers auf der Cebit auf deutsche Kanzlerin dennoch eine große Faszination aus. Denn welcher Mensch hat das Wissen von 200 Millionen Buchseiten in seinem Kopf? Das Besondere an Watson, der nach dem langjährigen IBM-Chef Thomas Watson bekannt wurde, sind nicht seine 2880 Prozessoren mit einer Taktrate von 3,55 Gigahertz und auch nicht der Arbeitsspeicher von 15 Terabyte.
Die große Leistung von Systemen dieser Art liegt im Austüfteln einer Software, die aus Unmengen unstrukturiertem Text die für eine bestimmte Problemstellung benötigte Antwort herauszieht. Künftige Einsatzgebiete solcher Systeme sind natürlich nicht Quizsendungen. Sondern liegen zum Beispiel in der medizinischen Diagnostik, um komplexe Entscheidungen zu unterstützen, besonders wenn diese unter Zeitdruck getroffen werden müssen.
Aber keine Erfahrung
Systeme wie Watson sind Spitzenleistungen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Bei ganz simplen Alltagsaufgaben versagen sie jedoch. Kein Computer ist etwa in der Lage, auf einer belebten Straße über einen schnellen Blickkontakt sich so mit anderen zu verständigen, dass er keine Passanten anrempelt. Künstliche Intelligenz weiß nicht, wie man einem Kind Fahrradfahren beibringt.
"Dem Computer fehlt unser Erfahrungswissen und die menschliche Grundintelligenz, mit Unsicherheit umzugehen, sagt dazu Wolfgang Wahlster, Geschäftsführer des deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DKFI). Dort werden Alltagsgeräte mit digitaler Technik bestückt und in die Lage versetzt, über Funk Informationen auszutauschen. Produkte im Supermarkt der Zukunft werden so zum Beispiel wissen, in welches Regal sie gehören, woraus sie bestehen und für wen sie bekömmlich sind.
Telepräsenzroboter
Zu sehen auf der Cebit gibt es auch einen Telepräsenzroboter, der Nutzer an einem anderen Ort vertritt. Mit Hilfe des nur ein Meter großen "Jazz" (kleines Foto) der französischen Firma Gostai kann etwa ein Telearbeiter mit seinen Kollegen im Büro kommunizieren oder an Besprechungen teilnehmen. Der über das Internet gesteuerte Roboter eignet sich aber auch als Miniwachmann, der mit seiner Infratrotkamera samt Lasersystem sicher nachts durch Werkshallen patrouilliert. Kostenpunkt: ab 7500 Euro. (kat, dpa, DER STANDARD/Printausgabe, 2.3.2011)
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