Zahlungen

Pannen könnten teuer für Polizei werden

1. März 2011, 19:25

Entführungsopfer macht Amtshaftung geltend und fordert eine Million Euro von der Republik Österreich

Wien - Die Ermittlungspannen der Polizei im Entführungsfall Natascha Kampusch beschäftigt nun auch die Finanzprokuratur. Denn die 23-jährige Frau fordert zumindest eine Million Euro von der Republik, weil sie nicht schon kurz nach ihrer Entführung aus der Gewalt ihres Peinigers Wolfgang Priklopil befreit worden war.

Kampuschs Rechtsanwalt Georg Ganzger bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der Gratiszeitung Heute. Im Gespräch mit dem Standard konkretisierte er, dass die Forderung nach dem Amtshaftungsgesetz eingebracht worden sei. Es könnte also ziemlich teuer für die damals ermittelnden Beamten werden, denn für den Fall, dass der Forderung stattgegeben wird, wird der Staat mit Sicherheit Regressansprüche bei der Polizei stellen.

Die Summe von einer Million Euro wäre in diesem Zusammenhang ein Rekordbetrag, "allerdings hat es einen so schrecklichen Fall bis dahin auch nicht gegeben", meint Ganzger. Man orientiere sich aber an bisher zugesprochenen Entschädigungen. Umgerechnet auf die Dauer der Entführung - Wolfgang Priklopil hielt Natascha Kampusch 3096 Tage in Gefangenschaft - entspricht die Forderung 323 Euro pro Tag.

Es könnte auch mehr sein

Es ist aber auch durchaus möglich, dass eine Million Euro nicht die Obergrenze bleibt, laut dem Schreiben bezüglich des Aufforderungsverfahrens könnte es auch mehr sein. Mit der Forderung zum jetzigen Zeitpunkt sei auch verhindert worden, dass der Anspruch verjähren würde. Bereits vor drei Jahren habe es in dieser Causa Kontakte zur Finanzprokuratur gegeben, aber kein Aufforderungsverfahren, so Ganzger.

Die Republik hat nun noch zwei Monate Zeit für eine Antwort, konkret wurde das Innenministerium mit einem Bericht für die Finanzprokuratur beauftragt. Wie berichtet, war Wolfgang Priklopil kurz nach der Entführung von der Polizei überprüft worden, Beamte waren sogar auf dem Anwesen in Strasshof, wo Kampusch gefangen gehalten worden war. (simo/DER STANDARD-Printausgabe, 2.3.2011)

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johann steiner
63
Ungeheuerlich

Dass sich die Polizei von Priklopil, der gerade so einen Kastenwagen besaß, sich mit der Ausrede " ich bin alleine zu Hause gewesen" abspeisen ließ ist ein ungeheuerlicher Skandal, anstatt ihn den Bauschutt ausräumen zu lassen und bei ihm und im Wagen nach Genspuren zu suchen. Vor allem die Polizeileute die sich als solche Blindgänger erwiesen sollten ihre Dienstwaffe abgeben 1. weil sie zur Führung der Waffe zu dumm sind, und 2. allen Grund hätten ............

laetitia
74

Hoffentlich kriegt sie das Geld und kann sich dann entscheiden, ob sie bei ihren bösartigen, neidischen Landsleuten bleiben will oder doch ins benachbarte Ausland zieht, die Deutschen z.B. haben mehr Mitgefühl mit ihr und freuen sich, dass ein Mensch so eine Geschichte überlebt hat.

Lechner Franz
 
46

Die Deutschen haben eine erstaunlich naive Sichtweise der Causa. Sie werden allerdings auch nicht als Steuerzahler zur Kasse gebeten. Und das Verhalten der österreichischen Justiz kann die Deutschen als eine ferne und fremde Angelegenheit egal sein.

graeslein
 
66

Was da abgeht in diesem Forum ist ja für die Betroffenen schlimmer als mittelalterliches Prangerstehen. Was wollt Ihr noch, sie aufs Rad flechten?

Der Misanthrop
 
12
20.3.2011, 12:52
unglaubwürdiges Opfer

Naja, die Frau NK ist einfach höchst unglaubwürdig. Ich entsinne mich, wie sie bei Ihrem 1.TV-Auftritt mit blinzelnden Augen sagte: "Meine Augen haben sich noch nicht an das Licht gewöhnt...". Zu dieser Zeit ist freilich noch nicht bekannt gewesen, dass sie die spätere Zeit nicht im "Verlies" zugebracht hat. Also von wegen Lichtgewöhnung? Was macht uns die Dame vor?

suboptimal
 
33
Das war das Sahnehäubchen, das die Republik dem Opfer serviert hat:

eine rufmörderne Kasperlkommission, die im Namen und im Auftrag der Republik mit wüsten Spekulationen und Fantasien den Volkszorn von der Polizei auf das Opfer lenkt.
Diese Aufgabe wurde hervorragend erfüllt.
*rülps*

emil sacklinger7
67
Ich lasse die Klagsmöglichkeiten prüfen

Habe schweren Schaden durch die ständige mediale Präsenz und die absurden Entschädigungsansprüche von Frau K erlitten.

Eine Million wird da nicht reichen.

klar kent
10
24.3.2011, 21:00

selbst schuld, wenns dir das anschaust und...heul bitte woanders. deine präsenz nervt und eine million wird da ebenfalls nicht reichen.

laetitia
66

Einem wie dir würd alles Geld der Welt nichts nützen, du bleibst ja doch ein hoffnungsloser Versager!

emil sacklinger3
03
Das war aber jetzt ein bißchen unqualifiziert

trace route
314
Frau NK ist wie eine Bank: Gewinne sackt sie persönlich ein, finanzielle Nachteile hingegen sollen die Steuerzahler tragen. Wenn Frau K vom Staat 1 Mio Euro wegen Ihres Schicksals fordert, dann sollte imho davon jener Betrag abgezogen werden, den...

Frau K eben wegen ihres Schicksals verdient hat. Denn Gewinne einsacken, aber Verluste durch den Staat decken wollen, das kann's ja wohl nicht sein. Das heißt die Einnahmen des ersten ORF Interviews (1 Mio Euro), dazu die Einnahmen durch Bücher, Filmrechte, weitere Interviews etc sollten abgezogen werden.

Ganz abgesehen davon sehe ich nicht ein, wieso ich (denn ich bin wie alle anderen Bürger "der Staat") mit meinem Steuergeld für Fehler einzelner Polizisten haften soll. Wenn ein Polizist einen Fehler gemacht hat, soll NK gerne von diesem Polizisten einklagen, so viel dieser halt zahlen kann. Ich sehe aber nicht ein warum ich für den Fehler eines Polizisten mithaften sollte? Schuld ist persönlich! Sippenhaftung gab's zuletzt vor 70 Jahren.

Lechner Franz
 
02
25.3.2011, 13:18
NS-Opfer und Kampusch

1 Million ist jedenfalls unverschämt. Ein grausam entstelltes NS-Opfer verlangt von Deutschland eine Entschädigung von 250.000 Euro. Kampusch, deren erlittenes Leid irgendwie fraglich ist, fordert für sich das vierfache. Diese Maßlosigkeit ist es, was erzürnt.
http://www.spiegel.de/panorama/... 22,00.html

trace route
01
26.3.2011, 09:44
Exakt. Genau umgekehrt wäre wesentlich passender.

Für den im verlinkten Artikel beschriebenen Herrn, ein NS Opfer, völlig entstellt durch Brandwunden, wäre eine Mio Euro eher die Untergrenze dessen was ich als angemessen betrachten würde.

Frau NK soll mal BEWEISE vorlegen, wo sie zu Schaden gekommen wäre. Dann kann ja ein Gericht entscheiden. Ich persönlich würde alles über einer Viertelmillion für unverschämt halten.

trace route
05
10.3.2011, 00:18
Trotzdem denke ich, dass der Prozess SPANNEND werden wird. Denn wenn Frau NK die Republik klagt wegen Schadenersatz, dann muss Frau NK wohl zuerst einmal BEWEISEN dass sie überhaupt zu Schaden gekommen ist.

Das heißt, sie wird BERICHTEN müssen über Details ihrer Beziehung zu Wolfgang P, und sie wird den WAHRHEITSBEWEIS für diese Behauptungen antreten müssen, zu denen es ja durchaus Widersprüchlichkeiten gibt (Benutzungs des Schwimmbads der Nachbarn, Ski-Ausflüge).

Denn gesetzt den Fall, Frau NK habe in Wahrheit FREIWILLIG AUF FLUCHTMÖGLICHKEITEN VERZICHTET, so wäre es nicht angemessen dass die Republik dafür zahlen muss. Da wird Fräulein NK wohl oder übel die obigen Widersprüchlichkeiten aus dem Weg räumen müssen, und das könnte interessant werden! Es sei ihr anzuraten dass sie sich da nur nicht in weitere Widersprüche hineinredet, denn sowas wird vor Gericht üblicherweise dann als Anzeichen gewertet dass jemand die Unwahrheit sagt.

Einohrhase
00
11.3.2011, 09:45
sehr spannend, nämlich warum der herr E.H mit allem drum und dran von W.P.

vor den augen der beamten ungeniert aus dem haus von W.P. gehen durfte?

Einohrhase
10
ein polizist?

...die, die nach dieser rechnung überbleiben sind die hochwohlgeborenen ehrenhaften herren E.und G.

ich zahle gerne die paar cent ...

johann steiner
00
es geht nicht anders

der Geschädigte kann nicht den Polizisten klagen,... der Geschädigte kann nach Amtshaftpflichtgesetz nur den Staat klagen, dieser wiederum den Beamten nach Organhaftpflichtgesetz der ihm das eingebrockt hat, ....

trace route
12
Nach Privatrecht kann NK jeden auf Schadenersatz klagen, der ihr einfällt.

Auch Sie und mich oder andere hier im Forum, oder jeden beliebigen Polizisten, oder alle anderen Menschen in Österreich, die sich ihrer Ansicht nach zu wenig für ihre Rettung eingesetzt haben.

Laut Amtshaftungsgesetzt muss sie den Staat klagen, und genau das tut sie auch, weil sie und ihre Rechtsberater hoffen dass dort mehr zu holen sein könnte, als wenn sie den Hundeführer mit einem Einkommen von 1500 Euro monatlich klagt, dass er seine Information über Wolfgang P nicht besser an Kollegen weitergeleitet hatte...

emil sacklinger3
02
Sie muß lediglich die Schuld der Polizei beweisen

Und ob das Verlies gefunden worden wäre, wenn man anders ermittelt hätte, ist die Frage

Einohrhase
01
11.3.2011, 09:49
mal ehrlich, sie und ein paar andere gehen davon aus, dass sie jederzeit fliehen hätte können,

ergo wäre sie doch gar nicht im verlies gewesen und sofort entdeckt worden! also was nun? könnten sie sich jetzt endlich mal einig werden bzw. schlüssig? ihre meinungen uns aussagen sind ziemlich verwirrend.

LichtInsDunkle
02
Das kalifornische Parlament stimmte einer Zahlung in Höhe von 20 Millionen Dollar (16 Millionen Euro) an Jaycee Lee Dugard zu

berichtete die „Los Angeles Times“. Die heute 30 Jahre alte Dugard hatte einen Antrag auf staatliche Hilfe für Verbrechensopfer gestellt. Dugard hätte bei einer gründlicheren Arbeit der Polizei möglicherweise schon früher entdeckt werden können.

trace route
14
In diesem Fall ist der Missbrauch klar belegt. Ausschlaggebend war der DNA-Test der Kinder des Opfers, welche den Täter eindeutig als Vater überführten.

Auch im Fall Fritzl ist der Missbrauch auf dieselbe Art und Weise beweisbar, denn auch dort hat der Täter mit dem Opfer ein Inzest-Verhältnis aus dem Kinder hervorgingen.

Im Falle NK fehlt dieser Beweis jedoch. NK hat sich bislang überhaupt noch nicht zu dem Thema geäußert sodass der Beweis des Missbrauchs fehlt. Auch die Frage, ob NK tatsächlich eingesperrt war, muss - so unglaublich dies klingt - kritisch hinterfragt werden. Denn erstens war NK nicht nur auf Skiausflug, sondern auch im Nachbarg-Pool baden. Zweitens war das Verlies nur durch Zuziehen von Innen zu verschließen, siehe die parlamentarische Diskussion im Dezember 2010. Ich will nur sagen: Der Fall ist komplizierter, als sich die meisten auf den ersten Blick so denken...

LichtInsDunkle
50
für eine Onkologin sind Sie sehr gut informiert!

ich kann mir nicht vostellen, dass es so wenig für Sie zu tun gibt in Ihrem angegeben Bereich, oder ist es ihr zweites (womöglich auch einziges) Standbein hier so zu interagieren?

emil sacklinger3
03
Was soll das ?

Wenn jemand sachlich postet, unterstellt man berufliches Versagen ??

trace route
14
Danke, ich gehöre halt zur Gruppe jener Menschen, die das Glück haben, von Mutter Natur ein adäquates Gedächtnis und einen gesunden Verstand mit auf den Lebensweg bekommen zu haben.

Daher bin ich wohl in vielen Dingen relativ gut informiert.

Was Sie ansprechen, ist allerdings tatsächlich ein gewaltiges Problem: Seit es die Funktion "Follower" gibt, bekommt man unzählige Antworten auf jedes Posting von eben diesen Leuten, die sich einem "wie ein Rattenschanz" an die Ferse geheftet haben. Das hat für mich etwas von Orwell'schem Überwachungs-Staat. Der Spaß am Posten schwindet, wenn man von seinen Privat-Überwachern nach jedem Posting von einer Lawine an Antworten zugemüllt wird. Ich habe dazu einfach nicht die Zeit.

Wenn hier nicht die Einstellungs-Möglichkeit geschaffen wird, dass man keine Follower haben will, dann werde ich vollständig ins Forum von DiePresse.com wechseln. Dort ist ohnehin das Niveau höher.

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