Große Auswahl, wenig Zeit - Beim Speed-Dating sind viele Teilnehmer überfordert
London - Wer auf Partnersuche ist, will meist die große Auswahl. Je größer die Vielfalt bei den Objekten der Begierde, desto größer die Chancen auf den Traumpartner, meinen viele Singles. Doch das Gegenteil ist der Fall, wie britische Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben - zumindest, wenn es ums Speed-Dating geht.
Bei den Kurz-Dates von nur etwa drei Minuten Dauer ist weniger offensichtlich mehr. Denn wer sich zwischen vielen und dazu auch noch sehr unterschiedlichen potenziellen Partnern entscheiden muss, ist schnell verwirrt und überfordert, schreiben Alison Lenton von der Universität Edinburgh und Marco Francesconi von der Universität Essex in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.
Die Psychologin und der Ökonom hatten die Verabredungen der Teilnehmer von insgesamt 84 Speed-Dating-Veranstaltungen ausgewertet. Nach den Minuten-Dates mussten die Singles innerhalb von 48 Stunden der Speed-Dating-Agentur mitteilen, wen sie gerne wiedersehen möchten und wen nicht.
Je mehr, desto weniger
Je größer und unterschiedlicher die Auswahl der teilnehmenden Speed-Dater, desto kleiner ist der Studie zufolge die Zahl der anschließenden Verabredungen. Häufig seien die Speed-Dater so verwirrt gewesen, dass sie sich gar nicht entscheiden konnten und die Finger gänzlich vom möglichen Traumpartner ließen, erklärten die Forscher.
Wenn sich die potenziellen Partner hinsichtlich Faktoren wie Alter, Größe, Gewicht, Beruf und Religion stark unterscheiden, überfordere das die Singles bei der Auswahl. Insbesondere wenn auch noch Zeitdruck herrscht wie beim Speed-Dating. Der Effekt werde noch verstärkt, wenn die Singles nicht nur mit unterschiedlichen, sondern auch noch mit sehr vielen potenziellen Partnern konfrontiert würden. (APA)