Alkoholismus

Rezeptorblockade hilft Ratten mit Neigung zum Komatrinken

5. März 2011, 17:29

US-Wissenschaften spekulieren, man könnte Gentherapie gegen Alkoholismus entwickeln - Wiener Hirnforscher ist skeptisch

Wien - US-Wissenschafter haben herausgefunden, dass die Unterdrückung bestimmter Rezeptoren im Gehirn den Alkolholkonsum von Ratten, die aufgrund ihrer genetischen Disposition zum Komatrinken neigen, deutlich reduziert.

"Es gibt die verschiedensten Tiermodelle zur Untersuchung der Alkoholabhängigkeit. Eines davon ist das von Ratten, welche Alkohol als Getränk präferieren. Sie ziehen den Alkohol dem Wasser vor", sagte Werner Sieghart vom Hirnforschungszentrum der MedUni Wien. Der Spezialist für Rezeptorforschung hat an der Studie von US-Wissenschaftern der University of Maryland School of Medicine mitgearbeitet, die am Montag in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht wurde.

Die Fachleute visierten bei ihren Arbeiten die Mandelkerne (Amygdala) im Gehirn der Versuchstiere an. Diese Gehirnstrukturen sind wesentlich an emotionalen Abläufen beteiligt. Die Wissenschafter brachten dort einen Vektor mit RNA-Stücken ein, welche selektiv den GABAA-alpha-2-Rezeptor unterdrückten. Das führte zu einer geringeren Dichte dieser Rezeptoren und auch zur Hemmung eines für das Immunsystem wichtigen Rezeptors (Toll-like Rezeptor 4 - TLR4).

Maßnahme verliert an Wirkung

Das Fazit, so die Autoren: Die Infusion des RNA-Konstrukts in die Gehirnregion reduzierte den Alkoholkonsum der Ratten deutlich. Am stärksten war das an den Tagen drei bis sechs nach dem Eingriff der Fall. Nach 14 Tagen hörte die Wirkung wieder auf. Die Ratten zeigten wieder dieselbe Vorliebe für Alkohol wie vorher.

Die Autoren stellen in der Arbeit, die in der Zeitschrift der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA veröffentlicht wurde, die Hypothese auf, man könnte vielleicht eine Gentherapie gegen Komatrinken entwickeln. Hier ist Werner Sieghart skeptisch: "Man weiß nicht, was das noch alles bewirken könnte. An den GABA-Rezeptoren 'dreht' man nicht so einfach. Die sind wesentlich für Furcht und Angst und andere wichtige Emotionen." Ein wichtiges Resultat sei aber, dass man erstmals einen Zusammenhang zwischen Suchtverhalten und dem Immunsystem (Toll-like Rezeptor 4) entdeckt habe, der auch für die durch übermäßigen Alkoholkonsum ausgelösten Hirnschäden verantwortlich sein könnte. (red/APA)

Deus Ex Coquina
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Wäre ich eine Laborratte, hätte ich auch eine Neigung zum Komatrinken!

derderbenutzer
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Ich hab gerade "Rezeptblockblockade" gelesen,

ich sollte weniger trinken.
;-)

h 90
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Ja mit der Rezeptblockblockade dann kannst Dir den Drink nicht mischen.
Fuer Aerzte die auf dem Medikament sind springt die Sprechstundenhilfe ein.

Nick Tameer
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Sehen Ratten weiße Mäuse?

pox vobiscum
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Warum nicht? Wenn welche im Käfig daneben leben?

Julian Casablancas
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Rezeptorblockade hilft Rapidlern mit Neigung zum Komatrinken

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