Doktorvater geht auf Distanz zu Guttenberg

28. Februar 2011, 18:32
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Häberle: "Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel"

Berlin - Nach tagelangem Schweigen ist nun auch der Doktorvater des deutschen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der Bayreuther Jus-Professor Peter Häberle, auf Distanz zu seinem ehemaligen Studenten gegangen. Mit sehr großem Bedauern habe er zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Umstände der von ihm betreuten Promotion geeignet seien, "den Ruf der Universität Bayreuth in der öffentlichen Diskussion in Misskredit zu bringen", teilte Häberle am Montag nach einem Bericht der Berliner Tageszeitung "Die Welt" (Dienstag-Ausgabe) in einer Erklärung mit.

"Die in der Promotionsschrift von Herrn zu Guttenberg entdeckten, mir unvorstellbaren Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel", schrieb der Professor laut "Welt" weiter. "Sie widersprechen dem, was ich als gute wissenschaftliche Praxis seit Jahrzehnten vorzuleben und auch gegenüber meinen Doktoranden zu vermitteln bemüht war." Die Aberkennung des Doktortitels sei die notwendige Folge gewesen.

Am Tag nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der 76-jährige Häberle dem Bericht zufolge noch der "Bild"-Zeitung gesagt: "Die Arbeit ist kein Plagiat." Nun spricht er laut "Welt" von einer "ersten spontanen und letztlich zu vorschnellen Reaktion". (APA)

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