Dürre bei Casinos Austria International

28. Februar 2011, 18:03
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Ein Köpferollen blieb vorerst aus. Bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung soll feststehen, ob ein kleiner, großer oder kein Abverkauf stattfindet

Ein Köpferollen blieb bei der angeschlagenen Casinos Austria International vorerst aus. Bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung Ende März soll feststehen, ob ein kleiner, großer oder kein Abverkauf stattfindet.

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Wien - Wenn man kein Glück hat, kommt das Pech auch noch dazu. Dieses alte Sprichwort, das für viele Casino-Besucher gilt, kann wohl auch für die Casinos Austria International (CAI) angewendet werden. Das Auslandsgeschäft ist seit Monaten das Sorgenkind der Casinos Austria. Kurzfristig musste man nun auch noch um die Niederlassung in Ägypten zittern. Die dortigen Unruhen waren glücklicherweise für die CAI aber nur von kurzer Dauer, die Lage hat sich wieder etwas beruhigt.

Noch keine Beruhigung ist im Aufsichtsrat der CAI eingekehrt. Am Montag fand die zweite außerordentliche Sitzung binnen vier Wochen statt. Die Vorstände Paul Herzfeld und Josef Leutgeb mussten ein Sanierungskonzept vorlegen. Im ersten Halbjahr 2010 machte das Unternehmen ein Minus von über 14 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr wurde zwischenzeitlich ein Abgang von 40 Mio. Euro kolportiert. Nun gehe man von etwas weniger aus, heißt es.

Alle Varianten offen

Entscheidungen sind am Montag aber noch nicht gefallen, auch über die Details des Sanierungskonzeptes hüllt man sich in Schweigen. "Kein Kommentar", sagte Casinos-Sprecher Martin Himmelbauer. Konkretes soll es bei der nächsten regulären Aufsichtsratssitzung am 29. März geben - einen Tag vor der Bekanntgabe der Bilanz.

Dennoch: Bei der CAI brennt der Hut. Alle Varianten stünden zur Disposition, sagt ein Aufsichtsrat: Also der Verkauf von einzelnen Auslandsbeteiligungen, ein Komplettverkauf oder auch die Hereinnahme eines Minderheitseigentümers. Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers und KPMG sollen bereits eingebunden sein. Derzeit besitzt die CAI 38 Casinos in 17 Ländern - angefangen von Argentinien bis Palästina. Dazu kommen fünf Spielbetriebe auf Kreuzfahrtschiffen und 15 kleinere Salons.

Andere Quellen wollen wiederum von einem großflächigen Verkauf des Familiensilbers nichts wissen. Es gehe darum, wieder rentabler zu werden. Verwiesen wird auch darauf, dass das Casino-Geschäft von der wieder anziehenden Konjunktur in vielen Ländern profitiere. Vor allem in Griechenland, Nahost aber auch in Deutschland war man vom Ausmaß des Einbruchs während der Krise überrascht worden. Und in der Tat sollen die Monate Jänner und Februar des heurigen Jahres wieder deutlich besser gelaufen sein, heißt es.

Außerdem ist die CAI schon einmal mit dem Vorhaben, einen Partner zu finden, gescheitert. Im Vorjahr wollte man 49 Prozent der Anteile verkaufen, fand zu den gewünschten Konditionen aber keinen Käufer. Das im Vorfeld der Aufsichtsratsitzung nicht ausgeschlossene Köpferollen ist jedenfalls vorerst ausgeblieben. Konzernboss Karl Stoss dürfte nicht die größte Freude mit Herzfeld und Leutgeb haben. "Sie haben gut gekämpft", sagte ein Aufsichtsrat am Montag. (go, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.3.2011)

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    Quer über den Globus sind die Beteiligungen der CAI verteilt. Auch in Jericho besitzt man ein Casino. Die Reserven der Kamele sind allerdings größer als jene der Auslandsbeteiligungen.

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