Kon-Tiki Take-away

28. Februar 2011, 17:25
1 Posting

Jetzt stellt dir das einmal vor! Mehr als 4300 Meilen, das sind - lass mich rechnen - fast 9000 Kilometer über das offene Meer, von Südamerika nach Polynesien, sieben Männer auf einem Floß aus Balsaholz! Was ist Balsaholz, Papa? Leicht ist es vor allem. Und sie haben es mit Hanfseilen zusammengebunden. Hanf? Ja, sie hätten auch Sisal verwenden können. Sisal? Ja, Sisal, Fasern einer Agave, auch meerwasserbeständig. Aha.

Warte, da schau her! Thor Heyerdahl mit einem Hai! Toll, haben sie ihn gegessen? Ich hab auch Hunger. Ja, aber jetzt wart noch, da drüben ist die Ra II aus Papyrus und, siehst du, gleich dahinter die Tigis aus Schilf. Nachbauten natürlich. Mit denen ist er auch gefahren, der Haidertal? Heyerdahl! Ja, mit der Ra über den Atlantik und mit der Tigis von der Indusmündung nach Dschibuti. Dschibuti? Ja, Dschibuti, in Afrika.

Ich hab Hunger. Ja, aber erst müssen wir noch ins Fram-Museum. Was ist dort? Die Fram, das Schiff, mit dem Fridtjof Nansen ins Polarmeer gesegelt ist. Komm, ich zeig sie dir. Muss man gesehen haben, wenn man schon in Oslo ist. Da durch den Shop können wir rausgehen. Schau Papa, da steht die Kon-Tiki zum Mitnehmen. Darf ich eine Kon-Tiki haben? Nein, die steht dann zu Hause nur rum. Wenn wir die Fram gesehen haben bekommst du einen Hot Dog.

Aber hier steht die Kon-Tiki auch nur rum! Und die Fram steht auch nur rum! Ich will die Fram nicht mehr sehen! Angekauft wurden dann nach kurzer und aus Papas Sicht fruchtloser Diskussion eine mittlere Kon-Tiki um 295 Kronen sowie eine kleine Ra und eine kleine Tigis, alles in allem um 520 Kronen, rund 67 Euro. Gut möglich, dass dann noch eine kleine Fram befreit wurde. (Sigi Lützo, DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 1. März 2011)

Share if you care.