Herz-Kreislauferkrankungen

Heimische Bäcker reduzieren Salz

28. Februar 2011, 16:57
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    foto: apa/georg hochmuth

    Das Salz auf dem Stangerl bald Vergangenheit?

"Weniger Salz ist g'sünder" nennt sich eine neue österreichische Kampagne

Wien - Mit der Reduktion von Salz für Brot und Gebäck wollen die heimischen Bäcker neuerdings einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des überhöhten Salzkonsums in Österreich leisten damit die Vermeidung von Herz-Kreislaufkrankheiten unterstützen.

Von zwei auf 1,7 Prozent

"Unser Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren auf ein Kilo Mehl von - heute meist verwendeten - zwei Prozent auf 1,7 Prozent zu reduzieren. Ich habe bereits begonnen langsam zu reduzieren und meine Kunden bemerken keinen Unterschied", so Josef Schrott, Innungsmeister der Bäcker. "Wenn wir weniger Salz zu uns nehmen, verringern wir das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen drastisch. Es freut mich, dass die Bäcker gemeinsam mit mir die Initiative ergriffen haben und den Salzgehalt in ihren Produkten schrittweise reduzieren", so Gesundheitsminister Stöger anlässlich einer Pressekonferenz.

Blutdruck steigt

Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten, die nach wie vor die Todesursache Nummer eins in Österreich sind. Jede Reduktion des überhöhten Salzkonsums ist ein Beitrag zur Gesundheit. "Zwischen der Aufnahme von Salz durch die Nahrung und dem Blutdruck besteht eine direkte Beziehung", erläutert der Wiener Kardiologe Günter Steurer. "Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt haben, erhöht sich bei einem Salzverzehr von mehr als 5,8 g pro Tag der durchschnittliche systolische Blutdruck innerhalb kürzester Zeit um 3 bis 6 mmHg, der diastolische Blutdruck steigt um 2 bis 3 mmHg.

Dieser Blutdruckanstieg wurde bei gesunden Personen mit zunehmendem Alter oder bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung festgestellt - Männer sind besonders betroffen. Das gilt erst recht für Personen, die bereits unter erhöhtem Blutdruck leiden. Auch Kinder reagieren sehr empfindlich auf eine überhöhte Salzzufuhr.

Viel zu viel Salz

Salz wurde früher nicht umsonst als "weißes Gold" bezeichnet. Es ist unverzichtbar für den menschlichen Körper. Doch in Österreich wird heute, so wie in anderen Industrieländern auch, viel zu viel Salz verzehrt. Männer nehmen laut österreichischem Ernährungsbericht im Schnitt 9 g, Frauen 8 g Salz pro Tag zu sich (). Häufig werden allerdings 12 g, nicht selten 15 g, erreicht. Im Hinblick auf die Gesundheit sollten nicht mehr als 5 g pro Tag aufgenommen werden (WHO).

Auf Salz in Brot und Gebäck verzichten will niemand und braucht es auch nicht. Eine Reduktion der Salzzugabe ist jedoch möglich. Laut Studien von Alfred Mar von der HTL für Lebensmitteltechnologie, kann die Salzzugabe bei Brot und Gebäck um 14 Prozent verringert werden, ohne dass es zu Einbußen beim Geschmack oder in der produktionstechnischen Verarbeitung kommt.

In Österreich werden im Durchschnitt 120 g Brot und Gebäck pro Tag verzehrt (Österreichischer Ernährungsbericht 2008). Beim derzeitigen Salzgehalt entspricht das 1,7 g Salz pro Tag. Eine Reduktion der Salzzugabe bei Brot und Gebäck um 14 Prozent spart damit täglich 0,24 g Salz ein.

Folgen der Salzreduktion

So wie der Blutdruck durch zuviel Salz in die Höhe getrieben wird, lässt er sich durch eine Drosselung der Salzzufuhr wieder senken. Dazu Günter Steurer unter Verweis auf wissenschaftliche Studien und Erfahrungen in anderen Ländern: "Wird eine überhöhte tägliche Zufuhr von Salz durch die Nahrung bedeutsam vermindert, nimmt der Blutdruck bedeutsam ab und es kommt zu einer ebenfalls bedeutsamen Abnahme der Herz-Kreislauf-Krankheiten, die mit einem erhöhten Blutdruck in Zusammenhang stehen - Herzversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen - und der damit verbundenen Todesfälle." (red)

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Tabakgesetz
04
Die Bäcker sollen lieber echtes Vollkornmehl

statt Auszugsmehl verwenden und keine Saccharose ("Haushaltszucker").

Verstandene Frau
00
12.3.2011, 21:15
0,24 Gramm

Das steigen die Bäcker und die Apotheker (im Radiobericht auf Ö1 war es noch die Apothekerkammer) auf die Gesundheitsbarrikaden mit dem hehren Ziel den Salzkonsum um ganze 0,24 Gramm zu senken. Mit der Begründung dass Salz zu Bluthochdruck führen (kann). (Neben den zig anderen Ursachen.)

Welcher zutiefst gelangweilte, unterbeschäftigte, nach irgendwas Schreibbaren saug-sabbernde PR-Fuzzi hat sich diesen Krampf einfallen lassen?

Dagmar Rehak Wien
 
00
17.3.2011, 15:59

Das war eine Idee vom Gesundheitsminister und nennt sich NAPe.

Verstandene Frau
00
17.3.2011, 23:51

Tatsächlich die Idee des Gesundheitsministers oder die eines eines Apotheker-Lobbyisten?

(Im angesprochenen Radiobericht wurde es definitiv als Initiative der Apothekerkammer bezeichnet.)

Wie auch immer: Es ändert nichts daran dass der mediale Aufwand in Relation zur gesundheitlichen Relevanz absurd anmutet.

Odette
01
ich mag salz und mein blutdruck ist

tendenziell sehr niedrig; wehe, die geben jetzt nicht mehr ordentlich was rauf auf die salzstangerl & co.!! und überhaupt wär's an der zeit, dass die bäcker wieder mal ordentliche salzstangerl hinbekommen. und mürbe kipferl. wobei der schrott bei dem kleingebäck eh sehr gut ist.

vintage
03
weniger Zucker

weniger Zucker und Weismehlprodukte das wäre eine wirklich wichtige Kampagne. Nebenbei:Krebszellen lieben Zucker.

pepe123
00

alle nen gsundheitswahn ! ösi de.....

Dagmar Rehak Wien
 
02

Nein, das ist kein Gesundheitswahn, weil es ja nicht gesund ist. Die Salzgeschichte ist der widerlegteste Irrtum der Menschheitsgeschichte. Es ist eher ein Selbstzerstörungsprogramm. Oder eine Art Auslese. Keine Ahnung, was sich der Minister dabei denkt.

Dagmar Rehak Wien
 
15
Na, furchtbar...

Wo ist die Liste der Bäcker, bei denen ich jetzt nichts mehr kaufen kann?

Gebäck mit zu wenig Salz schmeckt einfach nur fad. Wer 15% weniger Salz essen will, soll doch einfach ein um 15% kleineres Gebäck essen und nicht die normalen Menschen mit ungesundem Brot terrorisieren.
Der hohe Blutzuckerspiegel nach einem Stärkeprodukt braucht nämlich eine entsprechende Menge Salz, um das Blut so zu verdünnen, dass der Blutzuckerspiegel den Gefäßwänden nicht weh tut.
Der Salzprozentsatz, der bis jetzt in Gebäcken drin war, ist genau richtig. Wenn in einem Gebäck mehr Stärke drin ist, fehlt dem Blut das durch das Salz gebundene Wasser.

Naber gut, wer sich dran hält, ist selber schuld.

Dagmar Rehak Wien
 
02
Hallo, Dagmar!

Hier ist die Liste:
http://portal.wko.at/wk/format... 779&ctyp=1
Ist also alles halb so schlimm. Den paar Hansln kann man gut ausweichen.

fertigprodukt
02

gute idee! ich will diese liste auch.

lieber wäre mir eine liste mit bäckern, denen diese regelung am allerwertesten vorbei geht und die ein ordentliches brot mit geschmack backen!

Bonair
70
Wenn in einem Gebäck mehr Stärke drin ist, fehlt dem Blut das durch das Salz gebundene Wasser.

Ladies und Gentlemen, darf ich vorstellen:

Der PAUSENCLOWN!

fertigprodukt
04

du brauchst dich nicht vorzustellen, wir kennen dich doch eh schon alle.

A. Raunzer
00
Vielleicht auch ein bisserl mehr schwitzen?

1 Liter Schweiß enthält ca. 2 g Salz. Wenn wir uns bewegen, müssen wir die überschüssige Wärme los werden und kühlen uns durch die Verdunstung von Schweiß. 1 Liter Schweiß entzieht uns bei der Verdunstung ca. 540 kcal. Damit sind wir auch ca. 2g Salz los.
Die Salzreduktion der Bäcker würde auch schon durch den täglichen Mehrverbrauch von ca. 60 kcal erreicht werden. Das entspricht je nach Körpergewicht 1 - 1,5 km zügigem Gehen.

DollyPardon
100
Was man als "Salz" normal bezeichnet ist Natriumchlorid, also 2 Elemente!

Richtiges Salz, wie Kristallsalz vom Himalaya, hat 84 Elemente, wie es unser Organismus braucht. Von dem bekommt man auch keinen Bluthochdruck, sondern im Gegenteil wird er etwas gesenkt.

M L3
00
Es gibt ca. 94 natürliche Elemente, 80 davon sind stabil, also nicht radioaktiv

In "Ihren" 84 Elementen sind also zumindest 4 radioaktive und ansonsten so Gustostückerln wie Blei Kadmium, Quecksilber, Arsen, Thallium, Uran usw. Drin also genug Zeug was der Körper nicht braucht. Natürlich enthält normales Meersalz auch einiges an anderen Substanzen - das Himalayasalz bildte sich zur Zeit seiner Entstehung ja auch aus dem Meer, aber es ist Schwachsinn mit der positiven Wirkung dieser "84 Elemente" zu werben.

Bonair
01
hat 84 Elemente, wie es unser Organismus braucht

Mir scheint, in dem Zeug war, als Sie geboren wurden, ein bisschen arg wenig Jod drin...

Pfrumm
01

Das ist so eine Art Gesundheitskabarett, nicht wahr?

Ansonsten sollten Sie Ihr altes Biologie- oder Chemiebuch vom Dachboden holen und die Nase hineinstecken.

Abin_Sur
 
03
und nicht raffinierter

zukcker ist auch gesund, weil er braun ist, ein wenig aroma hat, und drei mineralien vorbei geschwommen sind.

Balkonbepflanzer
03

http://de.wikipedia.org/wiki/Himalayasalz

Haha, Verbrauchernepp - aber hübsch anzusehen, das rosa Salz. Wieso kaufens nicht Steinsalz, enhält sicherlich mehr Verunreinigungen und ist auch wesentlich billiger.

Prof. Dr. Abdul Nachtigaller
07
eigentlich antworte ich auf esoterisches geschwurble nicht, aber in diesem fall mach ich mir den spaß

gegenwärtig sind 118 elemente bekannt. ignoriert man die natürlich nicht vorkommenden transurane und technetium, bleiben 91 elemente übrig. vernachlässigt man weiters die radioaktiven elemente mit halbwertszeiten unter rd. 100 jahren (himalayasalz ist angeblich ja sooo alt), dann bleiben 85 übrig.
Sie können sich jetzt aussuchen, welches element in ihrem salz nicht enthalten ist, aber warum ihr organismus die zufuhr von hochtoxischen elementen wie cadmium, quecksilber oder arsen braucht, müssen Sie mir erst erklären.

U-Bahn Steuer
00

hmmmm... transurane...

am liebsten mit einem erdäpfel-vogerl-salat!

G. B. Corner
12

Das Kristallsalz aus Bad Ischl ist noch echter: mit ein bisschen Glück nimmt man damit ein paar Moleküle zu sich, die der Kaiser damals ausgeatmet hat!

uinsel
01

ganz genau. der mensch ist angepasst an das salz im himalaya.

wissen sie was? salze befinden sich in allem möglichen, nicht nur im kochsalz. und "salz" bedeutet nicht kochsalz sondern säure+base.

wenn ihnen das zuwenig elemente sind brauchen sie keine angst zu haben. im wasser, das wir hoffentlich täglich trinken, ist sehr viel mehr an salzen enthalten. im essen, das wir kosnumieren, auch.

wenn sie angst vor zuwenig salz haben, schlage ich ihnen mineralwasser vor.

NoComment
12

außerdem würd ich gerne wissen wie sie sich die aufnahme der 82 anderen stoffe im körper vorstellen, im gegensatz zu natriumchlorid? und warum sollte es besser sein, diese 82 stoffe mit natriumchlorid in den magen zu schleusen als mit ganz normalem essen? wissen sie überhaupt, was im magen passiert, welchen weg natriumchlorid geht, und was mit den resten (ihren 82 stoffen) passiert? oder träumen sie davon, dass die kristalle wundersam durch unser blut wandern und ihre tolle wirksamkeit gleichmäßig verteilen?

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