Intercell: Analysten erwarten für 2010 mehr Verlust

28. Februar 2011, 15:03
posten

Wien - Aktienanalysten heimischer Banken erwarten für die am Dienstag anstehenden vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2010 des Wiener Impfstoffentwicklers Intercell eine deutliche Ausweitung der Nettoverluste bei gleichzeitigem Umsatzrückgang. Das Mittel der Prognosen von Erste Group, Raiffeisen Centrobank (RCB) und UniCredit für den Umsatz des Gesamtjahres liegt bei 36,7 Mio. Euro.

Gegenüber dem Umsatz der Vorjahresperiode 2009 würde das ein Minus von rund 41 Prozent bedeuten. Das Ergebnis nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll nach Schätzungen der Experten von minus 25,1 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf ein Minus von 167,2 Mio. Euro weiter fallen. Das Mittel der Schätzungen für das operative Ergebnis (Ebit) liegt bei minus 173,6 Mio. Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte die Intercell noch einen etwas kleineren operativen Verlust von 30,5 Mio. ausgewiesen.

Unterm Strich dürfte sich das Minus deutlich ausgeweitet haben. Analysten erwarten im Mittel einen Nettoverlust von 205,6 Mio. Euro nach einem Minus von 18,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die optimistischeren Schätzungen von Ebit und Ebitda vonseiten der Analysten der UniCredit sollen rein rechnerischer Natur sein. "Es stellt sich die Frage wo man Abschreibungen berücksichtigt", kommentierte ein Experte.

Die größten Abschreibungen waren selbstverständlich im Zusammenhang mit der "Pleite" des Impfpflasters gegen Reisedurchfall zu verbuchen. Intercell hatte im Dezember die Einstellung der Entwicklung des Impfstoffpflasters wegen der Erfolglosigkeit der Wirksamkeitsstudien gemeldet. Grundsätzlich seien aber keine großen Überraschungen zu erwarten, hieß es von den Analysten. Für die Aktie würden vor allem zukünftige Produktentwicklungen entscheidend werden.

Experten der RCB rechnen grundsätzlich mit einem "sich fortsetzenden positiven Trend". Abzuwarten sei vor allem die Entscheidung von Novartis hinsichtlich der Ausübung einer Option zur Zusammenarbeit mit Intercell. Bis zum Ende des ersten Quartals 2011 sollte feststehen, ob Novartis und Intercell eine Joint-Venture eingehen oder zumindest Novartis die Patente für die neuen Produkte übernehmen möchte. Im Falle einer Zusammenarbeit könnte Intercell mit hohen Erfolgschancen rechnen. (APA)

Share if you care.