Steve Jobs sorgt mit der Abrissbirne für Unmut

28. Februar 2011, 14:22
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Jahrzehntelanger Kampf des Apple-Chefs um Abriss seiner Villa in Woodside war erfolgreich

Steve Jobs, schwer kranker Gründer der US-IT-Konzerns Apple, wird bald umziehen. Zehn Jahre lang hat er um die Erlaubnis gerungen, ein von ihm schon 1980 gekauftes Haus in Woodside nahe seinem derzeitigen Wohnsitz in Palo Alto abreißen zu dürfen. Denkmalschützer wollten die Zerstörung der völlig heruntergekommenen, im "Spanish Colonial Revival"-Stil erbauten Villa aus dem Jahr 1925 verhindern. Nun hat Jobs aber gesiegt, berichtet die Financial Times Deutschland. Vor kurzem rückten die Abrissbirnen an.

Jobs lebte in dem über 1600 Quadratmeter großen Haus, das einst für den Kupfer-Industriellen Daniel Jackling gebaut worden war und acht Schlaf- sowie zehn Badezimmer aufweist, zehn Jahre lang. Nachdem er ausgezogen war, vermietete er das Anwesen, danach stand es mehr als zehn Jahre leer.

Erster Abrissantrag 2001

2001 stellte Jobs einen ersten Abrissantrag, den er damit begründete, dass eine Renovierung zu teuer und unwirtschaftlich wäre. Die Gemeinde bewilligte diesen 2004. Dann trat allerdings die Gruppe "Uphold our Heritage" auf den Plan: Jobs lasse die Villa absichtlich verfallen, damit er sie abreißen könne, argumentierten die Aktivisten. Das Haus habe historischen Wert, nicht zuletzt, weil es von dem für den spanischen Stil bekannten Architekten George Washington Smith erbaut worden war.

Eine gerichtliche Auseinandersetzung folgte, Jobs nahm daraufhin von seinen Plänen zwischenzeitlich Abstand. 2008 nahm der Kalifornier aber mit geänderten Anträgen einen neuen Anlauf - und war letztlich erfolgreich.

Vergangene Woche zertrümmerte eine Abrissbirne die Villa. Jobs habe das Haus demoliert, weil "Köpfchen, Reichtum, Macht und ein bisschen Buddhismus nicht unbedingt Weisheit bedeuten", schimpfen die "Friends of the Jackling House" nun auf ihrer Website.

Architekt baute schon für Gates

Jobs will nun dort, wo bisher "eine der größten Scheußlichkeiten" stand, die er je gesehen habe, ein kleineres, modernes Haus bauen. Die Pläne dafür entwarf die US-Architekturfirma Bohlin Cywinski Jackson. Dieses Team hat auch schon die Entwürfe für zahlreiche Apple-Läden geliefert, und Mitte der 90er-Jahre hat es außerdem ausgerechnet für Bill Gates, den Gründer des Apple-Konkurrenten Microsoft, eine Villa geplant.  (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Im Bild die private Straße, die zu Jobs' Anwesen in Woodside führt.

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