Strafverfügung gegen Studenten nach Aktion im Parlament

28. Februar 2011 12:49
  • Artikelbild
    Foto: apa/jäger

    Gegen das Budget protestierten Studierendenvertreter und Uni-Brennt-Aktivisten am 22. Dezember mit Flugzetteln und Parolen. Jetzt flattern die Strafverfügungen ins Haus.

  • Artikelbild
    Foto: apa/jäger

    Damals wurde die Sitzung unterbrochen, die Studierenden von den Ordnern des Parlaments von der Tribüne gebracht.

Siebzig Euro muss ein Aktivist der Uni-Brennt-Bewegung wegen Störung der öffentlichung Ordnung zahlen

Am 22. Dezember 2010 wurde das Budget im Parlament beschlossen. Damals demonstrierten Studierendenvertreter und Aktivisten der Uni-Brennt-Bewegung gegen das Budget mit Zwischenrufen und dem Abwerfen von Flugzetteln von der Besuchertribüne. Sie wurden von Ordnern des Saales verwiesen, Anzeigen wurden  in den Raum gestellt. Nun sind die ersten Strafverfügungen eingelangt, eine davon liegt derStandard.at vor (siehe PDF links).

Zu Last gelegt wird dem betreffenden Uni-Brennt-Aktivisten die Störung der öffentlichen Ordnung durch ein "besonders rücksichtloses Verhalten". Eine Geldstrafe von 70 Euro ist nun zu bezahlen. Sollte diese "uneinbringlich" sein, so wird eine "Ersatzfreiheitsstrafe" von 70 Stunden wirksam. Die Begründung der Polizei in der Strafverfügung im Wortlaut:

"Sie haben am 22.12.2010 um 11.30 Uhr in Wien 1., Parlament, Galerie des Plenarsaales durch das Skandieren von folgenden Parolen: "Ihr zerstört uns unsere Zukunft-Faymann und Co; Wir sind hier - wir sind laut - weil ihr uns die Zukunft klaut!", wodurch die Plenarsitzung des Nationalrates unterbrochen werden musste und durch diese Aktion großes Aufsehen bei den Abgeordneten zum Nationalrat sowie bei den Besuchern auf der Galerie erregt wurde, welche auch ihren Unmut über den Aktionismus äußerten, ein besonders rücksichtloses Verhalten gesetzt, wodurch die öffentlichen Ordnung ungerechtfertigt gestört wurde."

Rund 15 AktivistInnen waren an der Aktion im Parlament beteiligt. Bislang wurde bekannt, dass ÖH-Chefin Sigrid Maurer ein Parlamentsverbot von 18 Monaten ausgefasst hat (derStandard.at berichtete). Bei offiziellen Anlässen werden ihr künftig Ordner des Parlaments zur Seite gestellt. (red, derStandard.at, 28.2.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 98
1 2 3
peraugym
26.03.2011 19:46
wenn..

sich die Linken nicht benehmen können sollens halt zahlen!

pike bishop
26.03.2011 18:47

Da die Studenten in der Gruppe kamen und isch offensichtlich abegsprochen und koordiniert hatten, könnte man doch auch den Mafia-Paragraphen gegen organisiertes Verbrechen gegen sie zur Anwendung bringen. so hätten wir einerseits das Problem der Randalierer vom Hals und andererseits wieder einen lustigen und langen Prozess. Der gegenwärtig muss ja jetzt doch einmal zu Ende gehen, da kann ein neuer nicht schaden.

Ji-Sung
07.03.2011 11:18
Ich würd auf jeden fall die 70 Studen Freiheitsstrafe wählen

Das kostet diesem shice Staat dann auch noch etwas.

definitive undefinable
 
11.03.2011 16:18

sie sollten bedenken, dass sie diese eintragung vermutlich nie mehr loswerden würden und welche job/sonstige chancen sie sich dadurch versauen.

IntoTheVoid
03.04.2011 16:03
...

Was für eine Eintragung?

definitive undefinable
 
06.04.2011 23:58

die ins strafregister

wo übrigens nichts gelöscht, sondern nur unsichtbar gemacht wird
..aber damit könnte man wohl wieder andre foren bis zum platzen füllen

IntoTheVoid
07.04.2011 12:30

Hierbei handelt es sich doch um eine Verwaltungsstrafe. Ist es nicht so, dass nur gerichtliche Strafen mit einem Strafmaß von > 3 od. 6 Monaten eingetragen werden?

Nick (FMO)
14.03.2011 04:03
gebrandmarkt

ja, der Herr "Ji-Sung" ist ab nun bei jedem Arbeitgeber gebrandmarkt ^^

Ji-Sung
07.03.2011 11:18
Die Polizei und Deutschtests :) Hach ja..

"Sie haben am 22.12.2010 um 11.30 Uhr in Wien 1., Parlament, Galerie des Plenarsaales durch das Skandieren von folgenden Parolen: "Ihr zerstört uns unsere Zukunft-Faymann und Co; Wir sind hier - wir sind laut - weil ihr uns die Zukunft klaut!", wodurch die Plenarsitzung des Nationalrates unterbrochen werden musste und durch diese Aktion großes Aufsehen bei den Abgeordneten zum Nationalrat sowie bei den Besuchern auf der Galerie erregt wurde, welche auch ihren Unmut über den Aktionismus äußerten, ein besonders rücksichtloses Verhalten gesetzt, wodurch die öffentlichen Ordnung ungerechtfertigt gestört wurde."

das ist ja schlimm...

Slaveverwandler
04.03.2011 03:28
verzweifelter Volksheld

Die Beihilfendiskusion ist eine Scheindiskusion welche die Erbärmlichkeit der Bildung und in ihrer Fortsetzung die Erbärmlichkeit der Forschung abdeckt.

Es ist nicht relevant, ob jemand dafür bezahlen muss, es gratis ist, oder jemand dafür Geld erhält um zu studieren, wenn die Institutionen, in denen Bildung und Forschung stattfinden soll, soweit mittellos gestellt werden, dass lediglich die Aufrechterhaltung einer Fasade möglich ist.

Der Aktivist hat versucht jene Ordnung zu stören, in welcher die Kernfrage, was Bildung und Forschung sein soll, mit Demontage beantwortet wurde.
Er mußte es auf diese Weise tun, da der Diskurs um diese Entwicklung und deren Konsequenzen von Arbeitermedien (voran die ö.r.!) gezielt ausgeblendet werden.

xxx...yyy...
03.03.2011 19:38
und wo ist das problem?

von studenten sollte man ja eigentlich erwarten dürfen, dass sie schlau genug sind, um zu wissen wie sie ihren protest vortragen können.

randalieren im parlament war schon immer verboten.

pike bishop
26.03.2011 18:45

Was ist Randalieren? Seine Meinung sagen (oder schreien)?

Bildung rein, Karl raus!
03.03.2011 17:15
Die sind sowieso schon gestraft genug durch die Politik dieser Regierung.

Da kann man ihnen die 70€ gleich erlassen, die Beihilfenstreichung allen muss doch auch reichen.

Romeo und Julia
02.03.2011 12:21
Ist dann auch das Taferl-Zeigen

unter Strafe gestellt?
Oder das Wurstsemmel-Verteilen?
Oder gar die Zuckerln?

Citizen
01.03.2011 22:40
Ist ja eigentlich bezeichnend -

Zettelwerfen im Parlament wird bestraft, fahrlässige ZukunftsverUNstaltung durch die Regierung aber nicht.

thepike
 
01.03.2011 16:38
Verhältnismäßigkeit der Mittel

Rausschmiss ist OK, Zutrittsverbot für 18 Monate ist auch OK, 70 € Strafe sind aber definitv nicht OK - vor allem nicht mit dieser Begründung ("besonders rücksichtsloses Verhalten")!

Wenn man sich anhört, was die Parlamentarier so von sich geben, könnte man einen erheblichen Teil von ihnen zu einer ähnlichen Strafe verdonnern. Und Abgeordnete, die gerade selber Gesetze gebrochen haben (das Budget wurde zu spät beschlossen) sollten vielleicht mit Kritikern ein bisserl weniger streng sein.

Waxolunist
01.03.2011 21:51

Ich glaube Ihnen geht gerade die Verhältnismässigkeit ab.
Sie finden 18 Monate ok, aber 70€ nicht?

Ich finde die Strafen schon sehr mild.
Vor allem weil dies antidemokratischer Aktivismus ist, der nichts mit denen zu tun hat, die diese Leute vorgeben zu vertreten.

esoxLucius
01.03.2011 23:22

18 Monate Verbot, das Parlament zu betreten, tun einem Studenten in Geldnöten vermutlich weniger weh als eine Geldstrafe von 70 €. Und was den politischen Aktionismus betrifft: auch da gehen die Abgeordneten ja nicht grad mit gutem Beispiel voran; zumindest nicht alle.

Waxolunist
01.03.2011 23:26

Nun das mit dem guten Beispiel mag ja sein, allerdings gilt hier die Immunität. Die ist zu respektieren.
Und glaubens mir, die 70€ werden genauso wie die anderen Strafen aus der Zwangsgebührenkasse der ÖH bezahlt.
Zudem darf man durchaus sagen, dass 70€ nicht gerade viel sind. Einmal falsch parken kostet schon fast mehr.
Und man hätt sich das halt vorher überlegen müssen wenns wirklich weh tut. Und wenn es so weh tun würde, dann würd ich versuchen das Studium zu einem guten Ende zu bringen und mir einen Job suchen.

esoxLucius
02.03.2011 00:17
Für Sie mögen 70 € nicht viel sein.

Allerdings scheinen Sie zu vergessen, dass die meisten Studenten gar net die Gelegenheit zum Falschparken haben, weil ihnen nämlich dazu das Auto fehlt. Ich erinner mich, dass für mich damals 70 € verdammt viel Geld war.

Waxolunist
02.03.2011 21:21

Auch für mich sind 70€ je nach Relation viel. Und als Student wars auch für mich viel.
Aber die Verhältnismässigkeit der Strafe ist angemessen und nicht gerade hoch.
Und wie gesagt, die 70€ werden diesen Studenten nicht am Hungertuch nagen lassen.
Sie werden ihn auch nicht dazu zwingen das Studium aufgeben zu müssen.
Und wenn jemanden 70€ in eine prekäre Lage bringen, dann muss man sich halt vorher überlegen, ob man bereit ist diese zu riskieren oder stattdessen sich aufs Studium zu konzentrieren.
Und zudem was ist bei Ihnen damals? Inzwischen sind 70€ auch nicht mehr das, was sie mal waren. Für meinen Grossvater waren 3 Schilling 50 mal ein Stundenlohn.

Klaus Klaus3
01.03.2011 14:51
weiterlesen auf

Stellungnahme von #unibrennt http://unibrennt.at/?p=17689&lang=de

Got Your Noes!
01.03.2011 14:37

mir scheint, jemandem "die meinungsfreiheit lassen" heißt heutzutage "denken dürfts ihr euch alles, aber sonst pappn halten"...

Klaus Klaus3
01.03.2011 13:31
Stellungnahme zu Strafverfügung und Parlamentsverbot

Nach der erfolgreichen Parlamentsprotestaktion gegen das Budget am 22.12.2010 (siehe Bericht auf unibrennt.at) sind die ersten Verwaltungsstrafen eingetroffen.

Neben einer 18monatigen Parlamentssperre erhielten die AktivistInnen von #unibrennt und ÖH jeweils eine Geldstrafe von Euro 70,- bzw. eine Ersatzfreiheitsstrafe von 70 Stunden (siehe Bericht auf derstandard.at).

Die Presse AG der unibrennt-Bewegung ist befremdet über die Vorgangsweise der Parlamentspräsidentin Prammer in diesem Zusammenhang. Offensichtlich will man junge Menschen daran hindern, ihre Meinung zu äußern und möchte hier ein Exempel statuieren, um zu erreichen, dass Proteste gegen unsoziale, unausgewogene Gesetze im Nationalrat nicht mehr stattfinden.

weiterlesen auf

Kelborn
01.03.2011 11:48

Seite 2 fehlt im pdf. Warum? Weil dort die ordentliche Rechtsmittelbelehrung drauf ist?

Überhaupt versucht derstandard hier künstlich aufgeregt einen Skandal herbei zu schreiben.

Das Palament ist keine Kleinkunstbühne! Die Strafe ist voll und ganz OK! Nicht umsonst gibt es eine Bannmeile um das Parlament (das demorkatische System muss vor Intervention aller Art geschützt werden)...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 98
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.