Teurer Sprit treibt Inflation auf 2,4 Prozent

28. Februar 2011, 14:58
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Statistik Austria: Großteil der Preissteigerungen ist durch "importierte Inflation" entstanden - Im Jänner höchste Inflationsrate seit Oktober 2008

Wien - Die Inflationsrate ist in Österreich im Jänner 2011 auf 2,4 Prozent gestiegen und erreichte damit den höchsten Wert seit Oktober 2008. Im Dezember hat die Teuerungsrate 2,3 Prozent betragen.

Treibstoff um 18 Prozent teurer

Hauptpreistreiber waren gestiegene Treibstoffpreise (+18 Prozent). Der Großteil der Preissteigerungen sei damit durch "importierte Inflation" entstanden, sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer am Montagvormittag in Wien vor Journalisten. Diesel kostete im Jänner um 22 Prozent mehr und Superbenzin um 15 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Exklusive Treibstoffpreise hätte die Inflation nur 1,8 Prozent betragen, sagte Pesendorfer.

Die Importe von Obst und Gemüse sowie Kaffee, Kakao und Tee hätten weiters auch die Nahrungsmittelpreise verteuert, so Pesendorfer. Als Preisdämpfer erwiesen sich außerdem Mobilfunk-Gesprächsentgelte, welche sich im Jahresabstand um 15 Prozent verringerten.

Die "dramatische Situation" auf den Rohstoffmärkten mache eine realistische Inflations-Prognose schwierig. Im Nahrungsmittelbereich könne es eine Entlastung geben, wenn der Importanteil bei Obst und Gemüse im Sommer zurückgehe. Weiters hätten sich Sondereffekte wie die Steuererhöhungen bei Tabak und Mineralöl im Jänner auf die Inflation ausgewirkt, so der Statistik-Austria-Generaldirektor.

Auch Wohnen teurer

Die gesamte Ausgabengruppe "Verkehr" legte im Jänner im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent zu. Verantwortlich dafür waren vor allem Treibstoffpreise. Im Jahresabstand wurden Wartung und Reparaturen von Pkw um 4 Prozent teurer. Neue Pkw verbilligten sich um 1 Prozent, Flugtickets um 7 Prozent.

Die Kosten für "Wohnung, Wasser und Energie" stiegen im Jahresabstand um 2,7 Prozent und wirkten sich damit im Jänner deutlich auf die Inflation aus. Höhere Preise für Haushaltsenergie (+4,2 Prozent) und für die Instandhaltung von Wohnungen (+3,1 Prozent) waren für die Preissteigerungen verantwortlich. Heizöl legte um 21 Prozent zu, Gas verteuerte sich leicht um 2 Prozent und die Strompreise blieben unverändert. Wohnungsmieten stiegen um 2,3 Prozent.

Die Gruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" legte im Jahresabstand um 2,6 Prozent zu. Obst verteuerte sich im Jänner um 10 Prozent und Gemüse um 5 Prozent. Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse stiegen trotz hoher Weizenpreise nur um 2 Prozent. Die Preise von alkoholfreien Getränken stiegen um 4,7 Prozent, wobei sich Kaffee um 13 Prozent verteuerte.

Deutlich tiefer in die Tasche greifen mussten auch Schmuck- und Uhrenliebhaber: Die Preissteigerung betrug im Jänner rund 22 Prozent.

Neuer Warenkorb für Pensionisten

Der auf europäischer Ebene harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag im Jänner bei 110,84. Die harmonisierte Inflationsrate wies mit 2,5 Prozent (Dezember: 2,2 Prozent, November 1,8 Prozent) den höchsten Wert seit Oktober 2008 auf.

Die Teuerungsraten des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) werden aufgrund der Warenkorbumstellung erst ab Mai 2011 veröffentlicht, teilte die Statistik Austria heute weiter mit.  (APA)

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