Lösung bis 2013

28. Februar 2011, 08:15
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Optimismus bei Obfrau der WGKK

Die lang geplante Spitalsreform rückt näher: Im Frühjahr beginnen erste Verhandlungen über eine bessere Koordinierung der Spitäler und der Spitalsangebote.  Die Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, Ingrid Reischl, sieht gute Chancen, dass dieses Vorhaben diesmal klappen könnte.

Bis zum Jahr 2013 sollte die Reform stehen, so Reischl in den Ö1-Nachrichten. Die Krankenkasse drängen darauf, künftig bei den Spitälern, der Planung und den Ausgaben mitreden zu können. Immerhin zahlen die Krankenkassen für die Krankenhäuser etwa vier Milliarden Euro. Es sei untragbar, dass man als Hauptzahler überhaupt nichts sagen könne, so Reischl.

Spitzenversorgung bündeln

Zudem würden immer mehr Leistungen von den Spitälern zu den niedergelassenen Ärzten verlagert, etwa bei Untersuchungen vor Operationen, oder zu den Ärztegruppenpraxen. Und dafür müssten die Krankenkassen dann zusätzlich zahlen, sagt Ingrd Reischl. Sie schlägt vor, dass die Sozialversicherungen weniger für die Spitalsambulanzen zahlen.

Jedenfalls brauche es eine zentrale Steuerung und Planung des Spitalsangebots in ganz Österreich. Reischls Rezept: Die Spitzenversorgung bündeln und die Basisversorgung am Land belassen. "Dazu muss man keine Spitäler schließen. Man sollte nur nach Bedarf finanzieren. Wenn Landeshauptleute Spitäler haben wollen, dann ist das okay, dann sollen sie das aber auch finanzieren."

Druck auf Länder

Was also laut Spitalsplanung nicht benötigt wird, soll nicht mitbezahlt werden, vom Bund nicht und auch nicht von den Krankenkassen, sagt die Obfrau der Wiener Kasse. Sie will auch Reformwillen bei den Bundesländern erkennen, weil die Kosten für Spitäler und damit die Ausgaben der Länder immer weiter steigen: "Wenn ein bestimmter Druck da ist, gibt es dann durchaus auch eine Bereitschaft für Reformen." In Österreich sei es zwar sehr schwer, gegen die Länder etwas durchzusetzen. Aber die Spitalsträger seien hochverschuldet.

Schulden dominieren derzeit auch das Vorgehen der Krankenkassen. Trotz der positiven Bilanz im vergangenen Jahr betragen die Schulden immer noch eine halbe Milliarde Euro. Deshalb gehe es jetzt vorrangig um den Schuldenabbau.

Ein Vorhaben sollte aber umgesetzt werden: die Reparatur der Rezeptgebührenobergrenze, bei der derzeit Medikamente nicht berücksichtigt werden, die weniger als fünf Euro kosten. Ingrid Reischl ist dafür, diesen Missstand zu ändern, wenn die Politik die dadurch entstehenden Kosten übernimmt. (red, derStandard.at, 28.2.2011)

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