Warum Migranten nicht auf Brettln, sondern am Ball sind

Im Spitzenskisport gibt es noch keine Migrantenkinder - Im Fußball liegen die Dinge ganz anders

Unübliche Vornamen gibt es auch im Skisport zuhauf: weil Eltern ihre Kinder nach Schlagerstars oder Fernsehlieblingen nennen. Deshalb gibt es Nicole Hosp oder Ramona Siebenhofer. Die Eltern von Marcel Hirscher haben vielleicht an Marcel Prawy gedacht, vielleicht sogar an Marcel Proust. Man weiß ja nie.

Romed (Baumann) hingegen ist zwar ein seltener, aber durchaus einheimischer Vornamen. Er stammt aus dem Jenischen - die dem Rotwelsch verwandte Sprache jener Artisten, Zirkusleute und Hausierer, die nicht dem Volk der Roma angehörten, Nomaden waren und später vielfach zur Eisenbahn gingen.

Im Spitzenskisport gibt es noch keine Migrantenkinder. Denn dort ist der Verein nahezu nichts, die Nation aber alles. Erst die Migranten der vierten oder fünften Generation in Tirol oder Vorarlberg werden anfangen, im Skisport Erfolge zu feiern.

Im Fußball liegen die Dinge ganz anders. Dort ist der Verein die Marke, dort wurden Fußballer schon als Gastarbeiter in den 60er-Jahren hin- und herverkauft - unter den typischen ökonomischen Vorzeichen heutiger Migration.

Mit großen Ausnahmen: Italienische Fußballer kamen selten auf die Idee, wie ihre Landsleute in Deutschland Pizza zu backen. Es lief früh schon umgekehrt. Deutsche und Österreicher wurden nach Italien engagiert. "Schneckerl" Prohaska ist von Italien heute noch so fasziniert, dass er erst letzte Woche wieder einen Sieg von Inter gegen Bayern tippte. Gesiegt hat Bayern.

Bis vor wenigen Jahren kauften Rapid, Austria & Co ihre Goalgetter, die Grazer Vereine ihre Torhüter bei den Nachbarn. Das gibt es zwar immer noch, aber im Falle Serbiens, Bosniens und der Türkei werden Talentescouts in Österreich selbst fündig: Sie empfehlen Migrantensöhne. Veli Kavlak und Ümit Korkmaz haben türkische Eltern, Zlatko Junuzovic und Marko Arnautovic serbische.

Nigerianer werden vom Gros der Fußballfans normalerweise als Drogendealer eingestuft. Wenn ihre Söhne wie beispielsweise David Alaba oder Rubin Okotie erfolgreich Fußball spielen, können sie diese Punzierung abschütteln.

Der Sport bringt Vorurteile zum Verschwinden. Integration ist das freilich noch nicht.

Viele dieser Migranten zweiter oder dritter Generation bleiben außerdem nicht in Österreich - sie ziehen zu deutschen oder holländischen Vereinen, so wie junge Einheimische, die sich auch in England verdingen.

Weil die Vereine selbst ein Interesse haben, dass ihre Stammspieler von bürokratischen Ränken nicht belastet werden, kriegen sie alle (wie Opernsänger) die Staatsbürgerschaft, so sie die Eltern nicht schon haben. Korkmaz beispielsweise ist türkischer und österreichischer Staatsbürger.

Abgeschoben werden Fußballtalente, wenn sie von mächtigen Vereinen noch nicht entdeckt wurden. Pech gehabt, denn Sportbegabung schützt unterm Schirm eines Erfolgstrainers vor Verfolgung durch Maria Fekters Ministerium.

Wenn Vereine Ausländer engagieren, müssen die auch nicht Deutsch können. Die Körpersprache reicht. (Gerfried Sperl, STANDARD-Printausgabe, 28.2.2011)

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slsv

es ist nichts alles so schwarz in schisport mit migrations kinder z.b slaven dujakovic ist ausnahmetalent in österreich´
#,3x landesmeister , österreichische schülermeister ,
4 platz in kanada whistler cup
2011-2 platz in gesamtwertung ösv jugend cup-jhg 1995
oder bozana maksic ist in ösv team ....

" Nigerianer werden vom Gros der Fußballfans normalerweise als Drogendealer eingestuft ..."

Na sowas, wieder was dazugelernt .

Romed ist ein erzkatholischer Name.

Nach dem Hl. Romedius (Remedius) von Thaur, quasi ein Tiroler Lokalheiliger.

am ende kommt der herr sperl auch noch drauf dass es extrem wenige spitzenskifahrer aus wien und burgenland gibt aber viele aus salzburg und tirol.
potzblitz, immer diese ungerechtigkeiten....

da wünscht man sich einmal mehr die artikel selbst bewerten zu können, dieses zeilenhonorar hätte man jedenfalls besser gespendet...

? ...ist "Gerfried Sperl" irgendein 16 jähriger journalistisch talentierter Schüler....?

Nicht bös sein, Sperl....aber DAS kann jeder halbwissender Sportfan besser schreiben.....

...und die halbwitzigen einfältigen politischen Anspielungen am Ende ("Fekter Pfui") machen´s auch nicht besser...

LG,

Ri

"Unübliche Vornamen gibt es auch im Skisport zuhauf: weil Eltern ihre Kinder nach Schlagerstars oder Fernsehlieblingen nennen. Deshalb gibt es Nicole Hosp oder Ramona Siebenhofer"

.
also 1. sind "Nicole" und "Ramona" jetzt nicht SO ungewöhnlich (ich find sie eher "gewöhnlich"),

und 2., wenn man uns hier unbedingt eine art "peinlichkeitsranking" bei sportler-vornamen verkaufen will, dann weiß ich nicht, ob da die fußballer (mit all ihren Marios, Markos, Marcels, Christophers und Kevins) wirklich so viel origineller abschneiden ;o)

sperl und sport ?

finde ja normalerweise herrn sperl ganz engagiert- aber hier ? einfache rechnung: fußballausrüstung mit den allerbesten puma king und neuem championsleague ball: EUR 250.- vereinsbeitrag im fussballklub: EUR 60 / Jahr idS : 310.-

2 paar kinderrennski mit schuhen und rennanzug
2700.- EUR saisonkarte am sagen wir mal stuhleck
350.- idS 3050.-

unsere migranten: türkisch, serbisch/kroatisch, o-schland. typische skinationen eben, jeder kinderbegeisterte , fanatische migrantenpapa reisst sich drum 4 mal die woche seinem filius ein paar stangeln am vereisten hochkar zu stecken. wer kennt von den kindern schon modric,balack oder tuncay- jeder will ein kleiner benni werden oder ?

ich kenn grad

Balack

naja, stuhleck ist kein gutes beispiel. da gehst du wohl von wiener migranten aus.

es ist sicher auch eine geldfrage, aber der hauptgrund ist halt das fußball nichts "neues" ist sondern etwas dass schon der eingewanderte papa und der noch in der ursprünglichen heimat lebende opa gemacht haben.

wenn man in zb telfs wohnt sollte es auch mit geringen finanziellen möglichkeiten machbar sein zum skisport zu kommen. es muss halt auch interesse bestehen ;)

Die Ossis werden kommen

Die nächste Generation der Schifahrer sind (u.a.) die Kinder der Ossis (und sonstiger Gastarbeiter), die jetzt in den Tiroler Bergen im Gastgewerbe arbeiten.

Liegt vielleicht eher daran, dass...

...es keine türkischen Skistars gibt?

Und warum slowenische oder kroatische Zuwanderer nicht (ausgezeichnet) schifahren können sollen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Da will der Herr Sperl vielleicht ein wenig zündeln ;-)

Ok. Sehen uns dann übermorgen.

Vielleicht liegts auch an der Tatsache, daß Skifahren inzwischen schon zum Luxussport geworden ist, da Gerät, Unterkunft und vor allem Skipaß immer teuerer werden. Fußballspielen kann jedoch jeder, der zumindest einen Freund hat, der einen Fußball besitzt und die Wiese im Park oder der 'Käfig' am Eck kostet keine Platzmiete...
Und wenn ich so im Prater spazieren gehe habe ich den Eindruck, daß deutlich mehr Fußball spielen, die zumindest optisch eher nach Migranten aussehen, als andere.

Ich hoffe ich hege da kein grobes Vorurteil, daß Migranten hauptsächlich den Einkommensschwächeren zuzuordnen sind.

Leistung beschleunigt Integration

Unsere Skistars sind nicht unbedingt die Kinder superreicher Eltern. Sie werden vom ÖSV, Austria Ski Pool etc. gefördert, und zwar nach Talent und Leistungswillen. Es ist ja durchaus begrüßenswert, wenn Integration durch Leistung beschleunigt wird. Denn Sportler (oder auch Künstler) wandern nicht in unser Sozialsystem ein, sondern in unsere Leistungsgesellschaft. Im Bereich Sport ist dieses Prinzip akzeptiert, in anderen nicht. Dem billigen Polemiker Sperl, der zwischen den Zeilen allen Österreichern grundsätzlich Fremdenfeindlichkeit unterstellt, scheint dies entgangen zu sein.

Kinder superreicher Eltern?

Also so übertreiben muß man nicht gleich. Und nur weil wir wahrscheinlich eine gute Förderung haben, muß man trotzdem erst mal reinkommen. Denn wenn man gar nicht schifahren gelernt hat, durch Eltern oder Schischule, wie soll man dann für so eine Förderung in Frage kommen?

???

billig war das nie

Ja eh, das entkräfted aber meine Aussage ja nicht...

Nur subjektiv kommt es mir schon so vor, daß Skifahren immer teurer wird.
Könnte damit zusammenhängen, daß wir immer weniger Schnee und immer mehr Schneekanonen haben...

sicher wird Energie

immer teurer u. die Pisterhaltung gesamt. Ich weisz natuerlich nicht, was Schi fahren in den 60ern gekostet hat, nur dasz man ununterbrochen 10erblocks kaufen musste. Gefuehlsmaeszig taete ich sagen, in den 80ern wurde Schi fahren relativ billiger, aber es gilt nach wie vor, 1 wo Schi kostet wie 4 wo Meer im Zelt

1 wo schi 4 wo meer :)

Das kann ich nur bestätigen aus eigener Erfahrung. Bunculuca Stammgast...

:) ja

immer wieder ausprobiert, das Ergebniss ist gleich, fuer mich aber auch der Erholungswert

bin auch deiner Meinung, dass man Skifahren mehr Geld benötigt. Und Skifahrer und Skispringer kommen mit höchster Wahrscheinlichkeit vom Land, wo die Pisten und Schanzen näher gelegen sind. Die Migranten wohnen meist in der Stadt. Dort gibt es Fußballmannschaften zu Hauf und die suchen immer Spieler, da man für eine Mannschaft (11;7 bei U12) benötigt. Bei den Skifahrern braucht man im Nachwuchs keine Mannschaft zu stellen, da kann man auch allein trainieren. Aber im Fußball geht das nicht und um eine Mannschaft zu Stande bringen braucht man wie gesagt Spieler, da nimmt man auch Migrantenkinder.

Und dazu kommt noch, dass die Migrantenkinder emotional eher mit dem Fußball verbunden sind. Ihre Eltern sind mist selbst Fussballfans.

Problem...?

So stimmt das nicht ganz, eines der grössten Talente im Salzburger Skiverband (sic!) hört auf den Namen Slaven Dujakovic. Ich wünsche ihm an dieser Stelle viel Glück und Erfolg für die Zukunft!

Abgesehen davon, ist es ernsthaft ein Problem, wenn die Protagonisten eines Sports noch Raich, Schild, Maier oder Baumann heissen...?

Oder finden Sie zB dass die französische Fussballnationalmannschaft hat noch irgendwas mit Frankreich zu tun hat...?

Fragen Sie mal Lehrer von Schulen, an denen mangels Interesse kein Skikurs mehr zustandekommt, wo die Desinterssierten herkommen...? Und da diese mittlerweile die Mehrheit an vielen Hauptschulen darstellen, können unsere Kinder eben auch nicht mehr auf Skikurs fahren...Tolle Multi-Kulti-Welt

.

Im Skisport gibts deswegen sowenig Migrantenkinder, weil es ausserhalb der Schweiz und Österreich eine absolute (und teure) Randsportart ist.

In allen anderen internationalen Sportarten sind Migranten genauso repräsentiert wie anderswo - siehe Fußball, Tennis, Schwimmen, Tischtennis, Handball, Leichtathletik etc.

Ausserdem haben die meisten Migrantenkinder nicht die Möglichkeit, direkt von der Haustür des Bauernhofs in die Schule zu wedeln wie es bei den meisten Skistars der Fall war und ist.

Vielen Dank
Vater von Slaven

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