Die Österreicher-Duelle im Viertelfinale

27. Februar 2011, 16:36
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Im zweiten Teil der Vorschau auf das EBEL-Viertelfinale blicken wir auf die beiden rein österreichischen Duelle der Teams aus der Tabellenmitte.

In Teil zwei der Vorschau auf das EBEL-Viertelfinale (zu Teil eins) blicken wir auf die beiden rein österreichischen Duelle der Teams aus der Tabellenmitte.

Vienna Capitals (3.) - Graz 99ers (6.)

Nach einem durchwachsenen Saisonstart kämpften sich die Vienna Capitals mit Fortdauer der Saison in der Tabelle immer weiter nach vorne, dass es letztlich "nur" der dritte Platz wurde, liegt vornehmlich an der Vielzahl an Verletzten, mit denen sich Trainer Kevin Gaudet konfrontiert sah. Vorne bilden Gratton und Fortier das gefährlichste Duo der Liga (gemeinsam 75 Tore!), die Suche nach dem passenden dritten Spieler in dieser Linie verlief jedoch nicht zuletzt aufgrund der angespannten Personalsituation eher erfolglos. Angedacht ist es eigentlich, diesen Block mit Rafael Rotter zu vervollständigen, doch der 23jährige stand aufgrund von Sperren und Verletzungen nur in der Hälfte der Spiele im Grunddurchgang am Eis. Will Wien heuer endlich wieder ins Finale kommen, muss der passende Puzzlestein für eine dominante erste Linie gefunden werden.
Im Tor baut der Klub aus der Bundeshauptstadt auf das ausgeglichenste Gespann der gesamten Liga, gerade dieses kann für die Caps zum Erfolgsgaranten werden: Sowohl im Allgemeinen hinter einer Abwehr, deren Stärken zweifellos in der Vorwärtsbewegung liegen, wie auch im Speziellen, dem Viertelfinale gegen die 99ers. In Duellen zwischen den Vereinen aus den beiden größten Städten Österreichs fielen heuer mit 5,3 pro Spiel nur wenige Treffer, umso wichtiger dürften in dieser Play-Off-Begegnung die Torhüterleistungen werden.

Der Gegner der Capitals ist mit den Graz 99ers die "graue Maus" der EBEL. Ein solides aber auch recht unspektakuläres Team, bei dem Trainer Bill Gilligan kontinuierlich auf vier ausgeglichene Blöcke setzt. Während das Spiel in Unterzahl recht gut funktioniert, präsentierte sich das Powerplay (16,73% - der schwächste Wert in der Liga) über weite Strecken der Saison als großes Manko der Grazer. Im direkten Vergleich mit Wien (26,48% und Platz eins) liegt hier wohl der größte Nachteil für die 99ers. Auch das überschaubare Zuschauerinteresse (niedrigster Schnitt ligaweit) und die bescheidene Atmosphäre in der Eishalle Liebenau sprechen nicht unbedingt für die Steirer.

Verliefen die Duelle zwischen Wien und Graz in der heurigen Saison sehr ausgeglichen (fünf der sechs Spiele endeten mit einem Tor Differenz), so spricht die historische Bilanz klar für die Capitals, die in exakt zwei Dritteln der bisher 75 Begegnungen das Eis als Sieger verließen.

Saisonbilanz (aus VIC-Sicht): 8:7 Punkte, 17:15 Tore (+2)
Goalies in direkten Saisonduellen: Penker (3|2,25|91,86), Hauser (3|1,95|93,75) bzw. Weinhandl (6|2,76|90,96)
Ewige Bilanz: 75 Spiele, 50 VIC-Siege, 108:54 Punkte, 281:195 Tore (+86)
Bisherige Play-Off-Duelle: Zwei Viertelfinal-Begegnungen, 4:0 und 4:3 für VIC

Villacher SV (4.) - EHC Linz (5.)

Bereits zum achten Mal seit dem Linzer Bundesliga-Einstieg im Jahr 2000 treffen diese beiden Klubs heuer in einer Play-Off-Begegnung aufeinander. Villach hatte dabei vier Mal das bessere Ende für sich, scheiterte jedoch in den beiden letzten Spielzeiten jeweils am EHC Linz. Es gibt für dem VSV sicherlich angenehmere Gegner als die Black Wings, die auch in den direkten Duellen dieser Saison mit 4:2 Siegen die Nase vorne haben.

Für die Kärntner spricht die höhere Klasse der einheimischen Spieler im Kader (235 Scorerpunkte von Österreichern gegenüber 168 bei Linz) und paradoxer Weise wohl auch der Trainerwechsel von Strömwall zu Stewart. Zwar entstammt der Neo-Coach nicht gerade dem inneren Zirkel der Hockeyphilosophen am eisigen Olymp, doch findet er in der Kabine meist die richtigen Worte, um seine Spieler adäquat zu motivieren - in Villach wohl stärker ein Kriterium als anderswo. Wollen die "Adler" in der Post Season Erfolg haben, sollten seine Worte vor allem bei Derek Damon auf fruchtbaren Boden fallen: Der Erstlinien-Center geriet just im Heimspiel gegen Linz Ende Jänner außer Tritt: Nach davor 1,20 Punkten pro Spiel sammelte er seither nur noch 0,64 Zähler pro Partie.

Der EHC Linz sucht vor dem Viertelfinale nach dem Resetknopf, der die durchwachsene Saison (nie lang man besser als auf Platz fünf) aus dem Gedächtnis löscht und die Erinnerungen an den starken "Run" durch die letztjährigen Play-Offs wieder aktiviert. Das mit lediglich 156 erzielten Treffern offensivschwächste Team der Liga, das auch im Powerplay (18,72%, Platz acht) seine Probleme hat, forciert notgedrungen ein defensiv angelegtes Spiel, in dem Goalie Alex Westlund (heuer vier Siege in fünf Spielen gegen Villach) den Rückhalt bildet. Linz, das zehn der letzten zwölf Heimspiele gegen den VSV gewonnen hat, hofft im Angriff vor allem auf die blendend harmonierende dritte Linie Grabher-Meier/Oberkofler/Mairitsch - sie soll hinter den sich neutralisierenden Legionärsformationen den Ausschlag geben.

Saisonbilanz (aus VSV-Sicht): 7:9 Punkte, 17:20 Tore (-3)
Goalies in direkten Saisonduellen: Starkbaum (4|2,80|92,26), Prohaska (2|3,07|92,68) bzw. Westlund (5|2,46|91,49), Hirn (2|2,82|93,65)
Ewige Bilanz: 100 Spiele, 51 VSV-Siege, 109:110 Punkte, 303:290 Tore (+13)
Bisherige Play-Off-Duelle: Sieben Duelle (vier VSV-Siege) und 30 Spiele (17 VSV-Siege) (Hannes Biedermann; derStandard.at; 27.Feber 2011)

 

Viertelfinal-Spieltermine:

Sonntag, 27.Feber - Dienstag, 1.März - Donnerstag, 3.März - Sonntag, 6.März

Falls nötig: Dienstag, 8.März - Donnerstag, 10.März - Sonntag, 13.März

  • Statistische Details zu den Paarungen Capitals vs. Graz und Villach vs. Linz.
    foto: derstandard.at/hannes biedermann & profs.at

    Statistische Details zu den Paarungen Capitals vs. Graz und Villach vs. Linz.

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