Stefan Ruzowitzky dreht in Montreal den Thriller "Kin"

27. Februar 2011, 16:23
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"Wenn das in die Hose geht, wird es schwierig sein, noch einmal so eine große Chance zu bekommen"

Wien - Der Oscar als große Chance: Nachdem sein KZ-Drama "Die Fälscher" bei der Oscar-Verleihung 2008 zum besten fremdsprachigen Film gekürt wurde, machte sich der Wiener Regisseur Stefan Ruzowitzky auf nach Hollywood. Sein Debüt in Übersee ist der Thriller "Kin", den er derzeit im kanadischen Montreal dreht. "Es soll so eine Tonalität haben wie bei den Coen-Brüdern", so Ruzowitzky über seinen Film im Interview mit dem "Kurier" (Sonntag-Ausgabe). "Einerseits geht es ordentlich zur Sache, werden Finger abgeschnitten, andererseits ist es ein interessanter Plot, der uns geholfen hat, gute Schauspieler zu finden, denen es nicht nur ums Honorar geht."

Dass man in Hollywood vor allem Stars aufweisen muss, ist dem 49-Jährigen klar. "Es wäre eine Lüge, wenn man behaupten würde, dass das hier keine Rolle spielt." Die Hauptrollen in dem Thriller über ein Geschwisterpaar, das nach einem missglückten Raubüberfall auf der Flucht ist, übernehmen Eric Bana ("Die Frau des Zeitreisenden") und Olivia Wilde ("Tron: Legacy"). Vor allem wegen Wilde, die ihren Durchbruch in der TV-Serie "Dr. House" feierte und heute als aufblühender Stern der Filmwelt gehandelt wird, erwartet sich Ruzowitzky Aufmerksamkeit. "Der Trick ist: Sie ist ein kommender Star und hat im Moment so viele große Filme in der Pipeline", so der Regisseur zum "Kurier", "dass man hofft, dass sie dann, wenn der Film rauskommt, noch ein größerer Star sein wird."

Neu an Bord sind zwei bekannte Altstars: Kris Kristofferson und Sissy Spacek spielen ein Ehepaar, auf das das fliehende Geschwisterpaar trifft. "Das hat sich so ergeben", meinte Ruzowitzky über die Besetzung. Er habe zuerst Spacek gefragt, die habe dann Kristofferson vorgeschlagen. "Wir wollten immer schon einmal miteinander drehen, und es ist irgendwie nie passiert."

Zahlreiche Hollywood-Filmprojekte Ruzowitzkys sind im Vorfeld von "Kin" gescheitert. Anders als in Europa habe man "oft kurz bis vor dem Dreh große Ungewissheit, ob das alles überhaupt zustande kommt", so Ruzowitzky. Eines sei jedoch sowohl hier als auch in Übersee gleich: "Man hat dasselbe Geldproblem. Es wird gespart an allen Ecken und Enden." Die Angst, dass das Hollywood-Debüt trotz bekannter Namen scheitert, ist groß. "Wenn das in die Hose geht, wird es schwierig sein, noch einmal so eine große Chance zu bekommen." (APA)

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