It's Play-Off Time!

27. Februar 2011, 15:05
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Nach 54 Runden im Grunddurchgang starten die Play-Offs in der EBEL - Teil 1 der Vorschau auf das Viertelfinale mit den Paarungen KAC vs. Zagreb und Salzburg vs. Olimpija in unserem Eishockey-Blog

Keine 48 Stunden nach dem Ende des Grunddurchgangs starten die ersten Acht der EBEL-Tabelle am Sonntag in die meisterschaftsentscheidenden Play-Offs. Nicht mehr dabei sind im Kampf um den Titel Székesfehérvár und Jesenice. Die Slowenen, das viertstärkste Auswärtsteam der gesamten Liga, scheiterten vor allem aufgrund ihrer düsteren Bilanz in der Dvorana Podmežakla, wo auch das letztlich wohl ausschlaggebende Derby gegen Olimpija am 50.Spieltag durch ein unglückliches Tor in der letzten Spielminute verloren wurde. Insgesamt nahmen Gastmannschaften ganze 32 Punkte aus Jesenice mit - zu viel für einen Platz im Viertelfinale. Auch der ungarische Vertreter verpasste die Play-Offs nicht zuletzt aufgrund seiner bescheidenen Heimbilanz: Im Vorjahr in eigener Halle noch zweitbestes Team der Liga, holte Fehérvár heuer zu Hause gleich 13 Zähler weniger. Auch drei Siege gegen Salzburg, Linz und in Zagreb zum Saisonabschluss brachten die Ungarn nicht mehr in die Top-Acht.

Die Viertelfinalqualifikation geschafft haben wie erwartet alle sechs österreichischen Teams sowie Olimpija Ljubljana und Medveščak Zagreb. derStandard.at blickt auf die vier Duelle der ersten Play-Off-Runde.

Klagenfurter AC (1.) - Medveščak Zagreb (8.)

Just in Klagenfurt, wo man zuvor noch nie punkten konnte, sicherte sich Medveščak am vorletzten Spieltag auch im zweiten Jahr seiner EBEL-Mitgliedschaft die Play-Off-Teilnahme. Wie im Vorjahr treffen die Kroaten in der ersten Runde auf den Tabellenführer nach dem Grunddurchgang, ob ihnen dort erneut eine Überraschung gelingen kann, erscheint fraglich. Denn die Kroaten waren im Grunddurchgang die auswärtsschwächste Mannschaft der Liga. Hinzu kommt, dass Medveščaks Team eher ein Ensemble starker Indiviualspieler denn eine verschworene Gemeinschaft ist, vor zwei Wochen kam es nach der Heimniederlage gegen Jesenice sogar zu Handgreiflichkeiten in der Kabine. Für Zagreb spricht die bedingungslose Unterstützung der zahlreichen Zuschauer (7.837 im Schnitt), die im Dom Športova für eine tolle Atmosphäre sorgen. Zudem ist der KAC das einzige Team der Liga, gegen das Medveščak bisher in jedem Heimspiel seiner EBEL-Historie gepunktet hat.

Entscheiden kann diese Paarung das Duell der Torhüter: Robert Kristan ist an neun von zehn Tagen der beste Goalie der Liga, gerade gegen den KAC spielte er heuer (6 Spiele|GAA 2,12|SVS% 94,44) in der Regel sehr stark. Klagenfurts Andy Chiodo (5|3,20|88,89) hat hingegen wohl andere Lieblingsgegner als die Kroaten. Die Favoritenrolle kommt in diesem Duell dennoch zweifellos dem österreichischen Rekordmeister zu, der über den deutlich größeren und von der Leistungsdichte her auch ungleich stärker besetzten Kader verfügt. Ein Blick in die Geschichtsbücher der Bundesliga verheißt für die "Rotjacken" Gutes: Wann immer der KAC seit der Saison 1981/82 als Erster nach dem Grunddurchgang in die Play-Offs ging, wurde er später auch Meister.

Ein kleines Fragezeichen schwebt über der Personalsituation in Klagenfurt: Trainer Viveiros gönnte in den vergangenen Wochen mehreren Schlüsselspielern ihre Ruhepausen, worunter in drei der vier Linien die spielerische Chemie litt. Das letzte wirklich überzeugende Spiel des KAC liegt schon einige Wochen zurück, viel wird darauf ankommen, ob man nun punktgenau den Schalter wieder umlegen wird können.

Saisonbilanz (aus KAC-Sicht): 8:6 Punkte, 15:18 Tore (-3)
Goalies in direkten Saisonduellen: Chiodo (5|3,20|88,89), Swette (1|1,00|96,88) bzw. Kristan (6|2,12|94,44)
Ewige Bilanz: 12 Spiele, 7 KAC-Siege, 14:12 Punkte, 34:32 Tore (+2)
Bisherige Play-Off-Duelle: Keine

EC Salzburg (2.) - Olimpija Ljubljana (7.)

Die eindeutigste aller Viertelfinalpaarungen ist beim Duell des Titelverteidigers mit Olimpija zu erwarten. Seit 28.Dezember 2008 konnte Ljubljana nicht mehr in Salzburg gewinnen, die Slowenen entschieden auch nur die erste der sechs Begegnungen in der laufenden Meisterschaft für sich. Das dynamische und variable Spiel Salzburgs liegt dem Hauptstadtklub überhaupt nicht. Auch die Formkurve der vergangenen Wochen zeigt eher nach unten, man kommt mit drei Niederlagen am Stück in die Post Season. Olimpijas Stärke heißt Hannu Järvenpää und sitzt auf der Trainerbank: Der Finne hat ein Team geformt, das erstmals seit 2008 wieder den Einzug die Play-Offs geschafft hat. Um Salzburg aus dem Bewerb zu kicken, fehlt den Slowenen aber wohl die Substanz im Kader, schon alleine in die Nähe einer Überraschung zu kommen, wäre ein respektabler Erfolg. Dazu muss sich jedoch das Goaliegespann Chábera/Pintarič ebenso von seiner Schokoladenseite präsentieren wie die offensiven Schlüsselspieler John Hughes (bester Vorlagengeber ligaweit), Petr Šachl und Matt Higgins.

Für den EC Salzburg stellte der Grunddurchgang heuer einmal mehr nur ein besseres Aufwärmen dar. Trainer Pierre G. Pagé hat viel experimentiert und brachte gleich 47 verschiedene Spieler zum Einsatz, speziell auswärts (sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen, nur Platz acht in der Auswärtstabelle) agierte der Meister oft nach dem Motto "Jugend forscht". Wie in den letzten Jahren ist aber auch heuer damit zu rechnen, dass in Salzburg rechtzeitig zum Beginn der Play-Offs der Schalter umgelegt werden kann. Die Hürde Olimpija scheint problemlos schaffbar, will das Red Bull-Werksteam in der Folge jedoch auch gegen stärkere Gegner bestehen, müssen einige der bisher eher enttäuschenden Legionäre im Team ihre Leistungen maßgeblich steigern.

Saisonbilanz (aus ECS-Sicht): 10:3 Punkte, 28:16 Tore (+12)
Goalies in direkten Saisonduellen: Höneckl (3|2,65|92,08), Divis (2|2,01|93,10), Konovalov (1|4,00|90,48) bzw. Chábera (3|4,37|89,43), Pintarič (3|4,46|90,43), Sila (1|5,00|87,18)
Ewige Bilanz: 28 Spiele, 19 ECS-Siege, 42:22 Punkte, 113:71 Tore (+42)
Bisherige Play-Off-Duelle: Finale 07/08, 4:2 für Salzburg (Hannes Biedermann; derStandard.at; 27.Feber 2011)

Zu Teil zwei der Vorschau auf das EBEL-Viertelfinale.

  • Statistische Details zu den Paarungen KAC vs. Zagreb und Salzburg vs. Olimpija.
    foto: derstandard.at/hannes biedermann & profs.at

    Statistische Details zu den Paarungen KAC vs. Zagreb und Salzburg vs. Olimpija.

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