Langzeitstudie

Aus Hänschen-im-Glück wird Hans-im-Glück

27. Februar 2011, 09:00

Psychisch starke Kinder haben als Erwachsene bessere Karten

Cambridge/Genf - Glückliche Kinder sind später glückliche Erwachsene. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Cambridge in der Zeitschrift "The Journal of Positive Psychology". "Die meisten Langzeitstudien vergleichen nur die Folgen von Problemen in der Kindheit. Wir haben gezeigt, dass sich auch eine gute psychische Verfassung als Kind deutliche positive Auswirkungen auf sehr lange Sicht hat", erklärt Studienautor Marcus Richards.

Grundlage dieser Aussage ist eine Untersuchung von 2.800 Engländern des Geburtsjahrgangs 1946. Von ihrer Kindheit an bis in die Gegenwart wurden sie regelmäßig beobachtet, woraus die Forschung langfristige Vergleiche von vielen Aspekten des Lebens gewinnen kann. Merkmale, die Ergebnisse verzerren können - etwa soziale Herkunft, Intelligenz oder Bildungswege - wurden dabei berücksichtigt.

Vorsorge für das Erwachsenenalter

Zu einer "glückliche Kindheit" zählten die Forscher den Beliebtheitsgrad bei Gleichaltrigen, auffällige Fröhlichkeit und Zufriedenheit, müheloses Schließen von Freundschaften und Lebensenergie. In die Kategorie "wenig positive Kindheit" wurden unter anderem Kinder mit Verhaltensproblemen wie Ruhelosigkeit, Tagträumerei, Unfolgsamkeit oder Verlogenheit eingeordnet. Besonders ängstliche und schüchterne Kinder zählten ebenfalls in diese Kategorie.

Jahrzehnte später litten die ehemals glücklichen Kinder um 60 Prozent seltener an psychischen Problemen und waren deutlich zufriedener im Beruf als diejenigen, die nicht im positiven Sinn punkteten. Beim Eheglück stimmte die Gleichung nicht, denn just glückliche Kinder wiesen später hohe Scheidungsraten auf.

Förderung der Jugend hat Zukunft

Das Ergebnis enthält durchaus auch Sozialkritik. "Politiker sollten selbst in wirtschaftlichen Krisenzeiten dem Kindeswohl Vorrang geben, damit der bestmögliche Start ins Leben garantiert ist", fordert Studien-Koautorin Felicia Huppert. Die Problematik heutiger Teenager bekommt damit eine neue Dimension - schlug doch erst gestern die UNICEF Alarm, dass die Generation der Zehn- bis 19-Jährigen ein blinder Fleck der Sozial- und Entwicklungspolitik darstellen. (pte/red))

Kommentar posten
12 Postings
Juxta Poz
03
28.2.2011, 11:51
Kann mich noch sehr gut an eine andere Studie erinnern:

Vor ein paar Jahren gab's mal eine Studie (vielleicht ist die durch die vorliegende widerlegt), die besagte (ich kann es nur laienhaft wiedergeben), dass Leute, die schon früh im Leben mit Problemen zu kämpfen hatten, im Alter leichter mt Krisen fertig werden, da sich schon früh die richtigen Strategien zugelegt hatten.
Aber wahrscheinlich haben die von Anfang an Glücklichen im späteren Leben gar keine Krisen.

Barbarin
00
28.2.2011, 16:28
...hm...

...eine glückliche Kindheit (mit Liebe, Sicherheitsgefühl, Anerkennung und aufgezeigten Grenzen) ergibt einen gefestigten Menschen, der wie alle anderen auch Krisen zu meistern hat, sich aber sicher beim Krisen-management besser tut.

Auch glückliche Kinder (gute Kindheit) kommen während der Kindheit (zb. Tod eines Elternteils) in schwierige Situationen, lernen aber aufgrund der Selbstsicherheit (Selbstwert ok) damit besser umzugehen...das wirkt sich dann später positiv aufs Erwachsenenalter und die Fähigkeit Krisen zu bewältigen aus....

Kinder, die ihre Eltern saufend/schreiend (bei Stress zb) erleben, werden das Vorgelebte übernehmen, in Kombi mit fehlendem Selbstwert...eine tragische Kombi!

mosaic9
00
28.2.2011, 15:18
stimmt

die von anfang an glücklichen haben sicher weniger krisen, da sie weniger zeit in ehen verbringen, laut studie über scheidungsrate.

mosaic9
00
28.2.2011, 10:33

"Beim Eheglück stimmte die Gleichung nicht, denn just glückliche Kinder wiesen später hohe Scheidungsraten auf."

und so sieht dann das eheglück der unglücklichen aus:
http://www.youtube.com/watch?v=WqbewBDft8Q

mosaic9
02
28.2.2011, 10:31

das muntert einen depressiven menschen sicher gleich auf, wenn er weiß, dass er eh nichts ändern kann, weil seine psychischen probleme schon in der kindheit festgelegt wurden... wenigstens erspart man sich die therapiekosten...

Chocoholic
22
27.2.2011, 20:39
Falsch.

ein Kind ohne Problemen aufgewachsen, kann bei schweren Traumas in beide Richtungen ausschlagen. ein Kind, das in unglücklichen Verhältnissen aufgrwachsen ist, kann sich auch durch Psychotherapie oder andere Hilfe jene Anteile aneignen, die notwendig sind, um auch schwere Situationen in Zukunft meistern zu können.

thepike
 
01
28.2.2011, 10:29
Hast du irgendwelche Belege für diese kühne These?

Oder einfach in die Luft hineinphantasiert?

Minister der Ökomonie
03
27.2.2011, 18:40
Was würden wir bloß...

...ohne Experten tun?

Ich habe das bisher für selbstverständlich gehalten.

Dr. 2Much
01
27.2.2011, 17:30
Wichtige Erkenntnis - falsche Schlüsse:

"Politiker sollten selbst in wirtschaftlichen Krisenzeiten dem Kindeswohl Vorrang geben, damit der bestmögliche Start ins Leben garantiert ist"
korrigiere: In Zukunft sollte das Wahlvolk darüber informiert werden, welche Politiker eine glückliche Kindheit hatten - das würde uns allen viel, viel Leid ersparen.
(Über die Kindheit von Haider, Strache & Co. möchte ich hier gar nicht erst zu spekulieren anfangen, aber laut Studie wurden "In die Kategorie 'wenig positive Kindheit' unter anderem Kinder mit Verhaltensproblemen wie Ruhelosigkeit, Tagträumerei, Unfolgsamkeit oder Verlogenheit eingeordnet.")

hagane
01
28.2.2011, 08:50

im prinzip schon okay, aber Ruhelosigkeit, Tagträumerei, Unfolgsamkeit als Verhaltensprobleme darzustellen ist vollkommen überzogen und daneben.
das sind vollkommen normale aspekte der kindheit die unbedingt auch ausgelebt werden sollen ohne mit der zucht und ordnung keule auf ein kind einzuprügeln.

Er staunt
00
27.2.2011, 19:43

Fekter müßte demzufolge als Kind durch die Hölle gegangen sein ...

andreas weissnicht
00
30.8.2011, 14:02
Haha, das ist lustig!

Sie haben einen Scherz über einen Politiker gemacht.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.