Brasilien

Vorläufiger Baustopp für Mega-Kraftwerk Belo Monte

26. Februar 2011, 15:21

Durch Gerichtsbeschluss - Umweltauflagen nicht erfüllt

Sao Paolo - Etappensieg für Umweltschützer: Im brasilianischen Amazonas-Gebiet müssen die Arbeiten für ein umstrittenes Mega-Wasserkraftwerk vorerst eingestellt werden. Die Arbeiten für das gigantische Wasserkraftwerk Belo Monte sind vorerst gestoppt. Ein Richter in Belém im Teilstaat Pará setzte am Freitag (Ortszeit) mit sofortiger Wirkung die Teilgenehmigung der Umweltschutzbehörde für den Bau des weltweit drittgrößten Wasserkraftwerkes außer Kraft. Zur Begründung hieß es, Umweltauflagen seien nicht erfüllt worden. Auch die Finanzierung des umgerechnet etwa 8,5 Milliarden Euro teuren Projektes durch Brasiliens staatliche Entwicklungsbank BNDES wurde zunächst auf Eis gelegt.

Die Umweltschutzbehörde (Ibama) hatte erst im Jänner grünes Licht für vorbereitende Arbeiten und die Rodung von 240 Hektar Wald gegeben. Die Entscheidung von Richter Ronaldo Desterro gilt solange, bis Einsprüche gegen das Projekt gerichtlich entschieden oder die Umweltauflagen erfüllt sind. Mit dem Beschluss kam das Gericht einem Antrag der Staatsanwaltschaft nach, die bemängelt hatte, dass vor der Ibama-Genehmigung 29 erteilte Auflagen nicht erfüllt worden seien. Die Entscheidung ist eine Schlappe für die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff, die sich wie ihr Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva massiv für den Bau des Kraftwerks am Xingu-Fluss, einem Amazonas-Seitenarm, einsetzt. 

Anlage wäre drittgrößtes Wasserkraftwerk der Welt

Das Kraftwerk sollte in der ersten Phase 2015 in Betrieb gehen. Für Bau und Betrieb ist das Konsortium Norte Energía SA verantwortlich. Die Anlage wäre mit einer Leistungskapazität von mehr als 11 000 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem binationalen Itaipú-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Die Regierung in Brasília hält das Wasserkraftwerk rund 40 Kilometer von der Stadt Altamira entfernt zur Sicherung der Energieversorgung für die achtgrößte Volkswirtschaft Brasilien für notwendig.

Die am und vom Xingu-Fluss lebenden Indios, die katholische Kirche, Menschenrechtsverfechter und Umweltschützer laufen Sturm gegen das Projekt. Die Kritiker befürchten unkalkulierbare Auswirkungen auf die Umwelt und sehen die Lebensgrundlagen der Indios massiv bedroht. Insgesamt sollen für die Staubecken mehr als 500 Quadratkilometer Fläche überflutet werden. Nach Angaben der künftigen Betreiber müssen mindestens 17.000 Menschen umgesiedelt werden. 

Österreicher gegen Bau

Diese Zahlen werden von den Gegnern des Projekts angezweifelt. Sie rechnen damit, dass Belo Monte mindestens 20.000, möglicherweise sogar 50.000 Menschen vertreiben wird. Zu den Kritikern des Projekts gehören unter anderen der US-Regisseur James Cameron ("Avatar"), der britische Popsänger Sting und der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler, der 2010 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Kräutler unterstrich bei seinem jüngsten Österreich-Besuch die drohende Gefahr einer "Zerstörung Amazoniens" und verwies darauf, dass die "Indigenas" durch den Belo-Monte-Staudamm ganz besonders in Mitleidenschaft gezogen und ihrer Lebensgrundlage beraubt würden: "Belo Monte ist der Dolchstoß ins Herz Amazoniens". Ein Drittel der 100.000 Einwohner zählenden Stadt Altamira würde unter Wasser gesetzt. (APA)

Kommentar posten
16 Postings
Michel Berger
51
27.2.2011, 14:24
Leute, nörgelt ruhig weiter, das Kraftwerk wird trotztdem gebaut werden - und das ist gut so!

Wasser
00
28.2.2011, 21:55
nunca mas...

Besser erst mal mit Brasilien, den Hintergründen und Folgen von Megastaudämmen wie zB. Itaipu und Jangtse, der Arbeit von Bischof Kräutler, der Situation der indigenas etc. beschäftigen - dann fällt vielleicht der eine oder andere Groschen....

Citizen
00
28.2.2011, 18:00
Menschenhasser

drmukti
10
27.2.2011, 13:02
nicht vergessen

belo monte ist der ursprüngliche name von Canudos. Es ist nicht der sertao, der zum meer wird, sonder die urwald. Ein neuer conselheiro soll kommen.

manto bamminger
00
27.2.2011, 15:17
ok, ich machs

aber mit dem alkoholverbot hab ichs halt nicht so.

manto bamminger
30
27.2.2011, 10:37
Weg mit dem Dschungel

der steht ja nur blöd im Weg.
weg mit den Indios die sind uns genetisch überlegen
beton, das ist unsere zukunft, mein sohn braucht mehr beton zum fahradfahren.

randy handsome
14
26.2.2011, 20:28
was ich in brasilien und ländern wie china....

...nicht vestehe ist, warum hier nicht mehrere kleinere projekte umgesetzt werden anstatt einzelne megastaudämme... brasilien ist durchzogen von flüssen in den jeweilige bundestaaten und es würde auch weniger abhängigkeit von nur 1 oder 2 dieser megastaudämme bedeuten. des weiteren würden auch mehr arbeitsplätze geschaffen und die auswirkungen auf die umwelt wären weniger drastisch...man würde viele fliegen mit einer klappe schlagen...

M L3
20
Ein großes Kraftwerk hat einen besseren Wirkungsgrad

Bei so großen Einheiten lohnt es sich einfach, jedes 1/10% Effizienz herauszuholen. Bei KleinKWs wäre das zu teuer. So ersetzt das Kraftwerk ca. 10 AKWs.
Langsam verstehe ich's überhaupt nicht mehr:
Atom? Nein, wegen der Endlagerung
Kohle? Nein wegen dem CO2
Gas? Nein, weil auch fossil
Solar? Zu teuer
Wind? Die armen Vögel
Wasserkraft? Nein wegen den Urwäldern
Irgendwie müssen wir die Energie bereitstellen für unseren Lebensstil, den ich auch keinesfalls missen will. Ich will NICHT zurück in die Steinzeit!

gomaxgo
 
00
27.2.2011, 11:21
der grund liegt darin dass je groesser das KW ist desto mehr ist es unter der znetralen herrschaft in brasilia und desto mehr kann die korrupte bande dort

ueber kickbacks profitieren. wenns kleiner sind profitieren eher die lokalen und die im zentrum gehen leer aus. dieses muster ist ueberalll dasselbe in diesen kurropten drittweltstaaten. ist ja bei uns nicht viel anders schauen sie sich doch mal welchen typen bei den OE e-werken herumsitzen und wer da kontrolliert alles parteileute und politik denn das sind die pfruende. auch thailand ist in ganz typisches beispiel, da wird fast nichts in den provinzen investiert sondern nur im bereich bangkok denn so haben die korrupten politiker dort zugang zu kickbacks per freunderlwirtschaft. das ergebniss sieht man jeden tag, einen fast buergerkrieg im sueden und zoff in vielen landesteilen, die quelle dessen ? wie beschrieben.

Herzerzog Johann
00
27.2.2011, 14:30

Schau, Udo Jürgens hat unten das mit kurzen Worten gut erklären können. Warum mußt du mit vielen Worten Unsinn schreiben?

Udo Jürgens
13
26.2.2011, 22:09

weils billiger ist - völlig überraschend

Heavyweather
10
27.2.2011, 00:30

Glaub ich gar nicht.

Alleine schon die Bauzeit eines Megaprojektes ist ein Problem.
Die bauen 5 Jahre und mehr daran. Die Vorlaufzeit waren noch einmal mehrere Jahre.

Kleine Infrastrukturmaßnahmen können sofort umgesetzt werden und auch sofort, lokal Strom zur Verfügung stellen.
Hier geht es um ganz andere Interessen.

Für Kleinwasserkraft gibt es super Lösungen. Z.B.
http://www.zotloeterer.com/

Keli Orange
 
01
27.2.2011, 12:06

Kann ich glaub ich schon beantworten: geographische Lage. Der Strom wird in Brasilien an der Küste gebraucht, wo Industrie und Menschen konzentriert sind. Dort haben die Gewässer aber kaum mehr Gefälle. Viele Kleinkraftwerke im Hinterland wären wahrscheinlich beim Energietransfer ein Horror, abgesehen davon ist dort das Gefälle auch nicht gerade berauschend. Den São Francisco haben's zB eh schon überall wo's geht verstaut.
Windkraftwerke werden in Maranhão getestet, aber sind halt relativ teuer.

Die andere Alternative wären noch ein paar Atmkraftwerke :-(.

Apocalypse
21
26.2.2011, 22:34

8,5 Mrd. für 11 GW ist nicht schlecht, Umweltschäden werden schon keine weiteren 10 Mrd. betragen somit ist das KW noch immer äußerst günstig im Vergleich zu Österreichischen Flusskraftkraftwerken die bei ca. 3.000-6.000 €/kW angesiedelt sind.

sterndeuter
01
eben nicht billiger

im Durchschnitt bringt das KW weniger als 5GW, also bleiben bei 3000€/kW nur mehr 7 Mrd€ für 30.000 Umsiedlungen, zerstörten REgenwald, 2x ausgelöschte Indianervölker (kann man nicht umsiedeln), Malaria-Epidemien wegen stehenden Gewässern (abgesehen von Stauseen werden 100km Flusslauf wird stehendes Gewässer) , Abwanderung der Fischerfamilien wegen Fischsterben, ...

tomato tirol
11
26.2.2011, 21:44
sie sind

nicht alleine

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