Probleme bei Inbetriebnahme des Reaktors Bushehr

26. Februar 2011, 14:08
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Anlage war im Vorjahr vermutlich Ziel einer Cyber-Attacke durch Stuxnet geworden - Brennstäbe entfernt

Washington  - Der Iran hat nach einem Bericht der "New York Times" ("NYT") Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme seines ersten Atomkraftwerks. Es sollte nach jahrzehntelangem Bau noch in diesem Monat ans Netz gehen. Wie die Zeitung am Samstag berichtete, informierte Teheran die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO/IAEA), dass über 160 Brennelemente aus dem Kern des Kraftwerks Bushehr wieder entfernt werden müssten.

Experten werteten dies als einen peinlichen Rückschlag für das ehrgeizige iranische Atomprogramm. Eine Begründung hätten die Iraner nicht gegeben. Experten meinten in der Zeitung, es könne sich um kleinere Sicherheitsprobleme handeln, es könne aber auch ein Zeichen für echte Schwierigkeiten sein, die das Aus für das Atomkraftwerk bedeuten könnten.

Im vergangenen Herbst war Bushehr vermutlich Ziel einer Cyber-Attacke durch den Computer-Schädling Stuxnet geworden. Offen blieb damals das Ausmaß der Schäden im Atomkraftwerk, dessen Bau vor Jahrzehnten von der deutschen Firma Siemens begonnen worden war und das dann mit russischer Hilfe fertiggestellt wurde. Viele der Kontrollsysteme für die iranischen Industrieanlagen, auch in Bushehr, stammten von Siemens, und Stuxnet greift offenbar speziell diese Systeme an.

Nach den bisherigen Plänen sollte der Reaktor demnächst erstmals Strom produzieren und ans Netz gehen. Bushehr hat eine Leistung von geschätzten 1.000 Megawatt. (APA)

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