Innerhofer feiert auch nach der WM

26. Februar 2011, 13:53
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Südtiroler gewinnt in Bulgarien vor Neureuther und Blondin - Österreicher hatten mit Entscheidung nichts zu tun

Bansko - Christof Innerhofer hat am Samstag die Super-Kombination in Bansko gewonnen und damit den zweiten Weltcup-Sieg seiner Karriere gefeiert. Der 26-jährige Vizeweltmeister aus Südtirol setzte sich mit Minimalstvorsprung von 1/100 Sekunde vor dem Deutschen Felix Neureuther durch. Der Franzose Thomas Mermillod Blondin (+0,33) komplettierte als Dritter das Podest. Als bester Österreicher landete Björn Sieber (0,65) nach Bestzeit im Super-G noch auf Platz sieben und damit erstmals im Weltcup in den Top Ten.

Kostelic baut Gesamführung aus

Gesamt-Weltcup-Spitzenreiter Ivica Kostelic (0,55) wurde Fünfter. Der 31-jährige Kroate, der schon vor dem Rennen als Sieger des Kombi-Weltcups festgestanden war, liegt damit im Kampf um die große Kristallkugel zehn Rennen vor Saisonende bereits 569 Zähler vor dem zweitplatzierten Schweizer Didier Cuche, der nach einer Daumen-Operation auf einen Start in Bulgarien verzichtet hatte. Im Slalom am Sonntag (9.00 und 13.00 Uhr) kann Kostelic seine Führung weiter ausbauen.

Innerhofer nahm seine tolle Form von der WM in Garmisch-Partenkirchen mit, wo er mit drei Medaillen der erfolgreichste Skirennläufer gewesen war. "Ich hätte nicht mit diesem Sieg gerechnet. Ich war bei den letzten Toren im Super-G schon extrem müde. Mit meinem Slalom-Lauf war ich sehr zufrieden, doch im Super-G habe ich mich nicht so gut gefühlt. Deshalb war ich überrascht, dass ich am Ende ganz vorne war", erklärte Super-G-Weltmeister Innerhofer, der bisher nur die Weltcup-Abfahrt am 28. Dezember 2008 in Bormio gewonnen hatte.

Strahlender Sieber

Neben Innerhofer strahlte auch Sieber. "Das war eine sensationelle Fahrt im Super-G von mir. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl und bin nach dieser Super-Leistung überglücklich", lautete der Kommentar des 21-jährigen Vorarlbergers nach dem besten Resultat seiner Karriere. Bisher war Platz 15 in der Super-Kombi am 14. Jänner in Wengen das Maximum für Sieber im Weltcup gewesen. Bei der WM in Garmisch-Partenkirchen war der Bregenzerwälder in dieser Disziplin 13. geworden.

Aus dem nach dem verletzungsbedingten Ausfall des WM-Vierten Benjamin Raich geschwächten ÖSV-Team landete nur noch Romed Baumann als Zehnter in den Top Ten. Das war ein unbefriedigendes Ergebnis für den 25-jährigen Tiroler, der in Kitzbühel Dritter der klassischen Hahnenkamm-Kombination geworden war. "Heute hat einfach nichts zusammengepasst. Ich hätte im Super-G schneller sein müssen, das war zu wenig", übte sich Baumann in Selbstkritik.

Die große Überraschung des Rennens war aber Platz zwei von Neureuther, der bisher in der Super-Kombi nie besser als 22. (Beaver Creek 2009) gewesen war und nicht einmal einen Abfahrtsanzug zur Verfügung hatte. Der 26-jährige Bayer musste den Super-G deshalb mit einem Riesentorlaufanzug bestreiten. "Es ist kaum zu glauben, das ist eine brutale Überraschung. Ich hab's gar nicht glauben können. Dieser zweite Platz ist wie ein Sieg für mich", betonte der Sohn der deutschen Ski-Stars Christian Neureuther und Rosi Mittermaier.

Nach dem Slalom hatte Torlauf-Weltmeister Jean-Baptiste Grange noch vor Neureuther geführt. Der Franzose, der 2008 die Super-Kombi in Wengen gewonnen hatte, schied aber im Super-G nach überlegener Zwischenbestzeit aus. Grange ist im Kampf um den Slalom-Weltcup der erste Herausforderer von Kostelic, der in der Spezialwertung 96 Punkte vor dem 26-Jährigen liegt. (APA)

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    Christoph Innerhofer bleibt auch nach der WM in Feierlaune.

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