Gaddafi verliert Kontrolle über Teile der Hauptstadt Tripolis
26. Februar 2011, 22:46
foto: ap/curtis
Im Stadtteil Tadschura wurden von den Einwohnern mit gefällten Palmen Straßensperren errichtet.
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Kinder von Gaddafi-Anhängern bei einer Kundgebung im Zentrum von Tripolis.
foto: reuters/salem
Ein Muammar-Gaddafi-Lookalike bei einer Kundgebung in Bengasi am Samstag.
foto: apa/epa
Saif Gaddafi gab dem TV-Sender Al Arabiya am Samstag ein Interview.
foto: xinhua, nasser nouri/ap/dapd
Proteste in Derna, im Nordosten des Landes.
Gegenregierung in Bengasi gebildet - Saif Gaddafi: Regimegegner sind Terroristen - Kairos Al-Azhar-Universität ruft Regierungssoldaten zur Befehlsverweigerung auf - London, Berlin, Rom und Ankara verständigen sich auf Maßnahmen
derStandard.at berichtet auch am Samstag liveüber die aktuellen Entwicklungen in Libyen.
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22:45 Uhr: Libyens Ex-Justizminister Mustafa Mohammed Abud
Ajleil hat in Bengasi, der zweitgrößten Stadt des Landes, eine
Gegenregierung gebildet. Wie die Zeitung "Quryna" am Samstag in ihrer
Online-Ausgabe berichtete, machte Ajleil Langzeit-Machthaber Muammar Gaddafi für
die Verbrechen, die an der libyschen Bevölkerung begangen worden seien, voll
verantwortlich. Gaddafis eigener Gaddadfa-Stamm werde pardoniert, wurde der
selbst ernannte Chef einer "provisorischen Regierung" zitiert.
Ajleil wolle mit seinem "Übergangskabinett" die nationale Einheit und
territoriale Integrität Libyens "mit der Hauptstadt Tripolis" verteidigen,
berichtete "Quryna".
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22:15 Uhr: Frankreich und Großbritannien haben ihr
Botschaftspersonal aus Libyen abgezogen und die diplomatischen Vertretungen in
Tripolis vorübergehend geschlossen. Wie das Außenministerium am Samstag in Paris
mitteilte, brachte ein Spezialflugzeug der französischen Luftwaffe 122 Ausländer
am Samstag außer Landes, unter ihnen 28 Franzosen sowie das gesamte
Botschaftspersonal. Die französischen Interessen würden vorübergehend von der
russischen Botschaft in Tripolis wahrgenommen, hieß es in einer Erklärung des
Quai d'Orsay.
Die diplomatische Arbeit sei vorerst ausgesetzt, teilte das Außenministerium
in London mit. Die Botschaftsangehörigen hätten in der letzten von mehreren
Chartermaschinen Platz genommen, die 53 britische Staatsbürger und 47 Menschen
anderer Staatsangehörigkeit nach London brachte. Vorübergehend werde die Türkei
die britischen Interessen in Libyen wahrnehmen.
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20:02 Uhr: Berichten zufolge verloren die Regierungstruppen am Samstag die
Kontrolle über Teile der Hauptstadt Tripolis.
Die Sicherheitskräfte zogen sich Anwohnern zufolge
aus dem Arbeiterviertel Tadschura zurück. In der
Nacht hätten die Anhänger Gaddafis noch auf
Demonstranten geschossen, die sich auf den Weg zum
Grünen Platz im Zentrum der Stadt gemacht hätten.
Dabei seien fünf Menschen ums Leben gekommen. Eine Bestätigung für die Zahl gab es nicht.
Tripolis ist die letzte große Stadt in Libyen,
die Gaddafi noch geblieben ist. Seine Gegner haben
bereits weite Landesteile im Osten im Griff. Auch mehrere Städte westlich von
Tripolis werden inzwischen von Aufständischen kontrolliert. Gaddafis Sohn Saif
al-Islam sagte im Sender Al-Arabija, Ostlibyen könne sich nicht vom Rest des
Landes abspalten.
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19:25 Uhr:
Gaddafis Sohn hat Regimegegner und Demonstranten als "Terroristen" bezeichnet. "Das
sind Terroristen. Sie wollen keine Verfassung, sie wollen keine Menschenrechte,
sie wollen keine Freiheit!", sagte Saif al-Islam am Samstag dem arabischen
Fernsehsender Al-Arabiya. Er warnte vor einem regelrechten Bürgerkrieg und
sagte, das libysche Volk habe "keine Zukunft", wenn es nicht zu einem
Waffenstillstand komme. Nach Darstellung des 38-Jährigen haben Ausländer die
"traurigen Ereignisse" zu verantworten. "Das wird alles bald aufhören",
versprach der Gaddafi-Sohn.
Auch in einigen Stadtteilen der Millionenmetropole Tripolis sollen
Gaddafi-treue Sicherheitskräfte und Milizen unterdessen die Kontrolle eingebüßt
haben. Augenzeugen berichteten, dass die Sicherheitskräfte in Tripolis immer
mehr Straßensperren und Kontrollposten einrichten. Für Berichte des arabischen
Fernsehsenders Al-Jazeera, wonach auch loyale Anhänger in der Bevölkerung
bewaffnet werden, gab es keine unabhängige Bestätigung.
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19:10 Uhr: Die höchste theologische Autorität im sunnitischen
Islam, die Kairoer Al-Azhar-Universität und -Moschee, hat regierungstreue
Soldaten in Libyen aufgefordert, alle Befehle zum weiteren Blutvergießen zu
verweigern. Das Regime von Muammar Gaddafi habe seine Legitimität verloren,
dekretierte der Großscheich von Al-Azhar, Ahmed al-Tayeb, am Samstag in Kairo.
Der Großscheich rief zugleich alle Araber weltweit auf, dem libyschen Volk
medizinische und humanitäre Hilfe zu leisten.
Mit ihren Fatwas (religiöse Rechtsgutachten) bestimmt Al-Azhar maßgeblich
soziale und ethische Belange von einer Milliarde Sunniten. Die um 970 gegründete
Al-Azhar-Universität ("die Blühende") in Kairo ist die angesehenste
Bildungsinstitution der islamischen Welt. Ihr Name ist von "al-Zahraa"
abgeleitet, einem Beinamen von Fatima, der Tochter des Propheten Mohammed.
Angesichts der anhaltenden Gewalt und des fortwährenden Blutvergießens werden in
Libyen die Rufe aus der Bevölkerung immer lauter, Medikamente sowie
Mobiltelefone ins Land zu bringen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind
bisher mindestens 1000 Menschen getötet worden.
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18:53 Uhr: Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat der
Europäischen Union vorgeworfen, sich nicht früher auf Sanktionen gegen das
Regime in Libyen verständigt zu haben. "Die EU war am Anfang zu zögerlich",
sagte Westerwelle der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut einer
Vorausmeldung vom Samstag. Deshalb habe Deutschland zusammen mit anderen Staaten
auf einen schärferen Kurs gedrungen. Nun müsse die formale Beschlussfassung
"zügig Anfang der Woche" folgen.
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18:45 Uhr: Mutmaßliche Söldner im Dienst Gaddafis
haben am Samstag in der Stadt Misrata das Feuer auf Teilnehmer einer Beerdigung
eröffnet. Ein Augenzeuge sagte in einem Telefonat mit AFP, zwei Helikopter
hätten "Söldner auf der Baustelle der Sportarena im Viertel Merbat" abgesetzt.
Von dort hätten sie auf Trauergäste vor einer Moschee geschossen, die an der
Beerdigung von Opfern der blutigen Niederschlagung der Proteste teilnahmen. Das
rund 150 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegene Misrata ist die
drittgrößte Stadt des nordafrikanischen Landes.
Nach Angaben des Augenzeugen, der sich der Opposition zurechnet, schossen die
Söldner auch auf das Gebäude des örtlichen Radiosenders. "Wir haben kaum Waffen
und sind eingeschlossen von zwei regimetreuen Städten, Slitana und Sirte", sagte
der Augenzeuge. Nach seinen Informationen boten Vertraute Gaddafis dem Chef des
Stammes von Misrata an, in dem Gebiet einen unabhängigen Staat zu gründen, wenn
er dafür verspreche, Tripolis nicht anzugreifen. Der Stammesführer habe dieses
Angebot aber zurückgewiesen.
Am Freitag hatte ein anderer Einwohner Misratas der Agentur AFP gesagt, dass
sich die Sicherheitskräfte Gaddafis aus der Stadt zurückgezogen hätten.
Allerdings habe es auf einer nahe gelegenen Luftwaffenbasis schwere Kämpfen
gegeben, bei denen aufseiten der Aufständischen 30 Menschen getötet worden
seien. Am Samstag sagte dieser Augenzeuge, der Erfolg des Volksaufstands hänge
von der Haltung des Stammes der Werfalla ab. Mehrere Führer des größten Stammes
des Landes hatten sich in den vergangenen Tagen von Gaddafi losgesagt.
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18:30 Uhr: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
kommt offenbar seinem Ziel näher, Sanktionen gegen das libysche Regime noch am
Wochenende in Kraft zu setzen. Das 15-Länder-Gremium in New York kehrte am
Samstag an den Verhandlungstisch zurück. Der vorliegende Resolutionsentwurf
richtet sich unter Berufung auf Kapitel VII der UNO-Charta gegen
Langzeit-Diktator Muammar Gaddafi und 22 seiner engsten Vertrauten. Dem Clan
drohen bei weiterer Gewalt gegen Zivilisten Einreiseverbote und die Sperrung
ihrer Auslandskonten. Zudem will das höchste UNO-Entscheidungsorgan ein
Waffenembargo gegen Libyen verhängen. Ob die Gräueltaten des Gaddafi-Clans und
seiner Gefolgsleute an den Internationalen Strafgerichtshof verwiesen werden
sollten, wurde noch erörtert. Nächste Woche wird die UNO-Vollversammlung über
die Empfehlung des UNO-Menschenrechtsrates abstimmen, Libyen aus dem Gremium in
Genf auszuschließen. Dieser Vorgang ist einmalig in der Geschichte der Vereinten
Nationen und geht auf die Gräueltaten des Regimes gegen die eigene Bevölkerung
zurück. Für den Ausschluss von Libyen aus dem Menschenrechtsrat müssten zwei
Drittel der 192 UNO-Mitgliedsländer stimmen.
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18:20 Uhr: Seit Freitagabend zieht das Gerücht seine Kreise im Internet und
in Folge auch in anderen Medien: Aisha Gaddafi (34), einzige Tochter Muammar Gaddafis, soll in Wien gelandet sein und im Hotel Imperial am
Ring residieren. Dort halte sich seit längerer Zeit auch Mutter Safiya, Gaddafis
Frau, auf. Diese am Samstag vom ORF-Fernsehen und auch in der Tageszeitung
"Kurier" verbreitete Nachricht wurde von den Behörden aber dementiert.
Seitens der Polizei hieß es am Samstag, dass diese Berichte nicht den
Tatsachen entsprechen würden, auch im Innenministerium wiegelte man ab. Sprecher
Rudolf Gollia erklärte am Abend, dass die Recherchen des
Innenministeriums keinerlei Hinweise gebracht hätten, dass sich Mitglieder der
"Familie Gaddafi" in Wien aufhalten.
Seitens der Direktionen des "Imperials" und des Partnerhotels "Bristol" sei
versichert worden, dass sich die beiden Frauen nicht unter den Gästen des Hauses
befinden, auch am Flughafen Wien und den entsprechenden elektronischen
Datenbanken seien keine Hinweise auf eine allfällige Einreise gefunden worden.
Gollia bestätigte aber, dass Safiya
Gaddafi in der Vorwoche einige Tage in Wien anwesend war.
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17:37 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann hat sich am Samstag für stärkeren
Druck auf Gaddafi ausgesprochen. Das Einfrieren von
Gaddafis Konten in Österreich prüfe man derzeit. Weitere Schritte wie
Einreiseverbote und Strafverfolgung sollten auf europäischer Ebene koordiniert
werden, sagte der Kanzler der Tageszeitung "Österreich".
"Gegen alle jene, die das Völkerrecht und die Menschenrechte so massiv verletzt
haben, sollte vor den internationalen Gerichten Anklage erhoben werden", so
Faymann wörtlich.
Der Bundeskanzler verglich die Bedeutung der gegenwärtigen Ereignisse in
Nordafrika mit dem Fall des Eisernen Vorhangs in Osteuropa vor über zwei
Jahrzehnten. "In Europa sind viele neue Demokratien entstanden. Das hoffe und
erwarte ich auch für diese Länder. Wir werden die Länder dabei unterstützen",
sagte Faymann.
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17:23 Uhr: Frankreich hat die Überwachung aller Konten Gaddafis und seines engsten Führungszirkels veranlasst. Alle
Finanzakteure seien aufgefordert, jede verdächtige Kontobewegung sofort zu
melden, erklärte die für den Kampf gegen Geldwäsche zuständige Abteilung des
Pariser Finanzministeriums am Samstag.
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17:02 Uhr: Die Regierungschefs von Großbritannien, Deutschland,
Italien und der Türkei haben sich auf dringende Maßnahmen im Umgang mit Libyen
verständigt. Als Mittel gegen das Regime, das gegen die eigene Bevölkerung
Gewalt anwendet, sind auch "scharfe Sanktionen" vorgesehen. Das sagte ein
Sprecher des britischen Premiers David Cameron am Samstag.
Cameron habe in den vergangenen 24 Stunden mit der deutschen Kanzlerin Angela
Merkel, Italiens Premier Silvio Berlusconi und dem türkischen Premier Recep
Tayyip Erdogan gesprochen. "Es gab völlige Übereinstimmung darüber, dass das
Handeln des libyschen Regimes völlig inakzeptabel war, und diese Brutalität und
Einschüchterung nicht toleriert wird", hieß es aus der Londoner
Regierungskanzlei.
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16.01 Uhr - Bildberichte
Auf dem Foto-Blog "Lens" der New York Times gibt's nicht nur gute Bilder aus Libyen, sondern auch Interviews mit den Fotografen.
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15.32 Uhr - Gaddafi lässt Fotobeweise konfiszieren
Sicherheitskräfte des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi wollen offenbar Fotobeweise für das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten vernichten. Demnach müssen tausende Ausreisewillige an der Grenze zu Tunesien ihre Mobiltelefone sowie die Speicherkarten von Fotoapparaten abgeben, sagte ein Augenzeuge am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Grenze werde durch libysche Sicherheitskräfte sowie "afrikanische Söldner" gesichert.
Auf der 250 Kilometer langen Strecke von Tripolis bis zur tunesischen Grenze gibt es nach Berichten von Augenzeugen inzwischen rund 30 Kontrollpunkte. In der Stadt As-Sawijah, die auf dem Weg zur Grenze liegt, hätten regierungstreue Soldaten ein Blutbad und Chaos angerichtet, berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Samstag. Demnach feuerten Sicherheitskräfte auf Demonstranten. Darüber hinaus terrorisierten Milizen ägyptische Gastarbeiter. Hunderte versuchten, zu fliehen und sich in Tunesien in Sicherheit zu bringen.
Darüber hinaus schüchtern regimetreue Sicherheitskräfte die Bevölkerung ein. Ein Ägypter berichtete, dass Soldaten von Haus zu Haus gegangen seien und auf Eingangstüren gefeuert hätten, damit die Menschen ihre Häuser nicht verließen. Viele Bewohner hätten keine Lebensmittelvorräte mehr.
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15.22 Uhr - Öl-Produktion um mehr als die Hälfte gefallen
Die Förderung an einigen ostlibyschen Ölfeldern ist einem Manager zufolge nach den jüngsten Unruhen um mehr als die Hälfte zurückgegangen. "Wir haben die Produktion auf ein Minimum heruntergefahren", sagte am Samstag der Mitarbeiter am Misla-Feld, der seinen Namen nur mit Hossam angab. Auf den nahe gelegenen Feldern Sarir und Nafura sei die Lage ähnlich, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon. Sicherheitsprobleme gebe es nicht: "Wir arbeiten als ein Team, als ein libysches Volk, die Arbeiter und die Armee, um die Ölfelder und die Infrastruktur zu sichern."
Nach Angaben aus der Ölindustrie außerhalb Libyens sind die Exporte aus dem zwölftgrößten Förderland der Erde seit dem Beginn des Aufstandes gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi praktisch zum Erliegen genommen sind. Libyen ist für zwei Prozent der weltweiten Produktion verantwortlich. Der größte Teil der Felder liegen im Osten des Landes, über den Gaddafi die Kontrolle verloren hat.
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14.50 Uhr - Der libysche Botschafter in Teheran, Sad Mujbir, hat Oberst Gaddafi zum Rücktritt aufgefordert, berichtet die iranische Nachrichtenagentur Fars.
14.15 Uhr - Länder setzen Evakuierungsaktionen fort
Mehrere tausend Chinesen sind inzwischen aus Libyen angesichts der dramatischen Lage nach Kreta in Sicherheit gebracht worden. Indien hat am Samstag eine breit angelegte Evakuierungsaktion gestartet, mit der rund 18.000 Inder aus Libyen in Sicherheit gebracht werden sollen.
Am Samstagmorgen erreichte eine griechische Fähre mit 2.911 Chinesen und 13 EU-Bürgern die kretische Hafenstadt Iraklion. Eine andere Fähre mit 1.900 Chinesen an Bord wurde am Samstagabend erwartet. In der libyschen Hafenstadt Benghazi (Bengasi) befand sich eine dritte griechische Fähre, die am Abend auslaufen sollte, berichtete das Staatsfernsehen (NET) weiter. Bereits am Donnerstag waren knapp 4.600 Chinesen aus Benghazi evakuiert und nach Kreta gebracht worden. Insgesamt sollen rund 15.000 Chinesen auf diesen Weg Libyen verlassen. Sie sollen mit Sonderflügen von Kreta nach China gebracht werden.
In Neu Delhi und Mumbai hoben zwei Passagierjets in Richtung Tripolis ab, wie aus dem Außenministerium verlautete. Neben den beiden Großraumjets, die in den nächsten Tagen im Dauereinsatz stehen, ist bereits ein Passagierschiff im Mittelmeer unterwegs. Ein weiteres Schiff solle gechartert werden, zudem wurden am Samstag aus Mumbai zwei Kriegsschiffe in Richtung Mittelmeer in Marsch gesetzt.
Österreich hat bereits den Großteil seiner ausreisewilligen Bürger aus Libyen evakuiert. Gegenwärtig halten sich noch 25 Österreicher, die das Land verlassen möchten, im Osten Libyens auf. Man versuche, diese auf dem Landweg nach Ägypten oder auf dem Seeweg etwa in Richtung Griechenland außer Landes zu bringen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, am Samstag. Insgesamt seien seit Beginn der Unruhen 151 ausreisewillige Österreicher aus Libyen evakuiert worden.
13.40 Uhr - Berlusconi, Teil Zwei: "unvorstellbare humanitäre Krise"
Berlusconi weiter laut Repubblica-Live-Blog: "Aber wir müssen verantwortlich vorgehen, weil von diesen Ländern auch unsere Sicherheit abhängt." Man müsse allerdings auch weiterdenken, denn "niemand weiß, was nach der Revolution in Libyen, in Ägypten oder in Tunesien passiert. Wir werden allerdings mit einer unvorstellbaren humanitären Krise rechnen müssen. Berlusconi sprach in dem Zusammenhang von einem "Notfall". Kritik an seiner bisher engen Beziehung zu Gaddafi lasse der Premier nicht gelten, schließlich sei das eben eine Politik, die seit vielen Jahren so stattgefunden hätte.
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13.15 Uhr - Ex-Innenminister: Nur Tripolis unter Gaddafis Kontrolle
Libyens ehemaliger Innenminister sagte gegenüber Al Jazeera, dass sich nur mehr die Hauptstadt Tripolis "und einpaar andere Städte" unter Gaddafis Kontrolle befinden. "Deswegen appelliere ich an die libysche Bevölkerung, dass es jetzt kein Zurück gibt."
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13.10 Uhr - Berlusconi: Gaddafi hat Lage nicht mehr unter Kontrolle
Ungewohnt scharfe Worte des italienischen Premiers Silvion Berlusconi: "Wenn wir uns alle geeinigt haben, müssen wir dem Blutbad ein Ende machen und die libysche Bevölkerung unterstützen", so der Premier laut dem Live-Blog der römischen Tageszeitung La Repubblica.
"Europa und Italien dürfen nicht mehr länger zuschauen. Das was derzeit in Libyern passiert, ist äußerst gravierend. Wir müssen einschreiten. Gaddafis Kräfte lassen nach. Es sieht so aus, als habe Gaddafi die Kontrolle über die Situation verloren."
Italien und Libyen haben enge Verbindungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, Berlusconi und der libysche Revolutionsführer gelten als Vertraute. Im August 2008 hatten beide einen Freundschaftsvertrag unterzeichnet, mit dem Italien Libyen für die italienische Kolonialherrschaft von 1911 bis 1942 entschädigen wollte. Seitdem ist Italien Libyens wichtigster Handelspartner.
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12.30 Uhr - Anhänger Gaddafis wechseln die Seiten
Der Nachrichtensender Al Jazeera berichtet, dass immer mehr Anhänger Gaddafis die Seite wechseln. Hier ein Amateur-Video aus der Stadt Az Zawiyah, rund 50 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis entfernt, das zeigen soll, wie Soldaten zu demonstrierenden Regierungsgegnern überlaufen:
Karim El-Gawharys erste Libyen-Live-Schaltung aus Tobruk über die Lage im befreiten Osten des Landes darstellt: "Man fühlt gar nicht mehr, dass Gaddafi noch im Land ist, hier ist sozusagen die Nach-Gaddafi-Zeit angebrochen", so der Nahost-Korrespondent.
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12.05 Uhr - Italien bereitet sich auf Flüchtlingsansturm vor
Das italienische Innenministerium rechnet mit einem Massenansturm von Flüchtlingen aus dem nordafrikanischen Raum und will sich dementsprechend vorbereiten. Das Ministerium appellierte an die Regionen und Gemeinden, Strukturen wie Polizeikasernen, Schulen und andere Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, in denen Migranten untergebracht werden können. Im Laufe eines Monats könnten bis zu 50.000 Flüchtlinge Italien erreichen. "Wir dürfen nicht unvorbereitet sein", mahnte Innenminister Roberto Maroni.
Italiens stärkste Oppositionspartei PD (Demokratische Partei) rief die Regierung Berlusconi auf, keine alarmierenden Zahlen über mögliche Flüchtlingsströme in Richtung Süditalien zu veröffentlichen. "Die Gefahr ist, dass Parteien wie die rechtspopulistische Lega Nord (zweitstärkste Regierungspartei, Anm.) die Situation ausnützen und den Italienern Angst machen, um daraus politische Vorteile zu ziehen", sagte die PD-Präsidentin Rosy Bindi.
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11.45 Uhr - Human Rights Watch: Gaddafis Helfer droht Strafverfolgung
Die Sicherheitskräfte von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi müssen nach Angaben von Menschenrechtlern mit internationaler Strafverfolgung rechnen. Die Kommandanten und Mitglieder der libyschen Sicherheitskräfte sowie alle ausländischen Kämpfer könnten nach internationalem Recht wegen des ungesetzlichen Einsatzes von Gewalt und Schusswaffen bestraft werden, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Freitagabend in New York mit. Demnach müssen nicht nur diejenigen, die Verbrechen begangen haben, mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen, sondern auch die Befehlsgeber.
Jeder Polizist, Soldat und ausländischer Kämpfer sollte gewarnt sein, heißt es. "Es gibt keine Immunität, selbst wenn Ihr auf Befehl handelt. Ihr habt die Pflicht, ungesetzlichen Befehlen den Gehorsam zu verweigern", appelliert die Menschenrechtsorganisation an Gaddafis Einheiten.
Amnesty fordert mehr Entschlossenheit von UNO und EU
Angesichts der Gewaltexzesse in Libyen hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International von den Vereinten Nationen und der Europäischen Union ein entschlosseneres Eingreifen für die Menschenrechte in Nordafrika und Nahost gefordert. "Die UNO und die EU dürfen es nicht bei lauwarmen Reaktionen belassen", sagte die Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, Monika Lüke, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag.
Menschenrechte seien keine innerstaatliche Angelegenheit. "Sie gelten universell und müssen Maßstab des Handelns der EU, der USA sowie der UNO sein", so Lüke. Es habe sich schon im Fall Ägyptens gezeigt, dass es falsch sei, in erster Linie auf Stabilität und strategische Interessen in der Region zu schielen.
Nach Einschätzung der Amnesty-Chefin wird Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi sich nicht an der Macht halten können. Sie sei fest davon überzeugt, "dass Gaddafi den Freiheitswillen seines Volkes nicht mehr unterdrücken kann". Zum Ausmaß der Gewaltexzesse in Libyen sagte Lüke: "Wir müssen weit mehr Tote befürchten als offiziell bekannt sind." Sie hoffe auf einen "menschenrechtlichen Domino-Effekt" in Nordafrika und im Nahen Osten. "Es brodelt inzwischen auch in Bahrain, Jemen, Jordanien, Marokko und Algerien gewaltig."
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11.30 Uhr - Merkel-Appell
Angesichts der Unruhen in Staaten Nordafrikas hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit mit diesen Ländern betont. Diese spiele gerade bei den aktuellen politischen Ereignissen eine zentrale Rolle, sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Fast die Hälfte der Menschen in diesen Ländern sei unter 25 Jahre alt. Sie suchten Hoffnung, Arbeit und soziale Sicherheit. "Dies alles wird nur gelingen, wenn wir dabei helfen, wirtschaftliche Strukturen zu etablieren, die effizient sind", unterstrich die Kanzlerin. Das sei eine neue und wichtige Aufgabe der Entwicklungshilfe.
Merkel betonte, es gebe die ethische Verpflichtung, Menschen in Not zu helfen und ihnen Wege zu öffnen, um selber besser leben zu können. Entwicklungszusammenarbeit sei zugleich im ureigensten Interesse. "Denn auch wir wollen, dass wir in einer Welt leben, in der es mehr und mehr demokratische und stabile Strukturen gibt, in denen Menschen keine Not verspüren, zum Beispiel aus ihren eigenen Ländern zu flüchten und bei uns Asylanträge zu stellen."
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11.10 Uhr - Forschungsstelle des US-Kongresses: Armee kein Machtfaktor
Die libyschen Streitkräfte sind nach einem Bericht der Forschungsstelle des US-Kongresses kein echter Machtfaktor. Im Vergleich zum Waffenarsenal sei die Zahl der Soldaten relativ klein, heißt es in einem am Samstag in Washington veröffentlichten Bericht. Die Militärführung und die Soldaten seien schlecht ausgebildet. Darüber hinaus fehle es an ausreichend Personal, um moderne Waffensysteme zu bedienen. Ein Großteil der Waffenbestände sei außerdem schlecht gewartet. Die Streitkräfte bestehen den Angaben zufolge aus 119.000 Mann; darunter 50.000 Soldaten in der regulären Armee und 3.000 Mann in Spezialeinheiten.
Das Verhältnis zwischen Waffen und Militärpersonal sei militärisch absurd, heißt es in einem Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington. Die Waffenkäufe in der Vergangenheit seien chaotisch erfolgt. Es habe auch kein klares Konzept für eine Militärstrategie gegeben. Allerdings habe kein Nachbarland das riesige Waffenarsenal ignorieren können.
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10.45 Uhr - Artikel: Piloten der serbischen Armee an der Bombardierung von Demonstranten beteiligt
Mehr als 1000 Menschenleben sollen die Auseinandersetzungen in Libyen
laut Uno-Schätzungen vom Freitag bereits gekostet haben.
Generalsekretär Ban Ki Moon besätigte, dass Unterstützer von Gaddafi
systematisch von Haus zu Haus gingen und Menschen verhafteten. Laut
Augenzeugen sollen verwundete Oppositionsanhänger in Krankenhäusern
getötet worden seien. Menschenrechtsgruppen berichtete von Folter und
dem Einsatz von Söldnern. Unter den Opfern seien Frauen und Kinder.
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9.30 Uhr - Gaddafi-Anhängerschaft geht zurück
Die Zahl der Getreuen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi
geht derweil mit jedem Tag zurück. Am Samstag kontrollierten seine
Truppen nur noch wenige größere Städte. Neben der Hauptstadt Tripolis
waren dies unter anderem Ghadamis, Sebha und Gaddafis Heimatstadt Sirte.
Nach Angaben von Augenzeugen war es am Samstag früh ruhig in der
Hauptstadt, nachdem es am Freitagabend zu vereinzelten gewaltsamen
Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Gaddafis gekommen war.
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8.30 Uhr - Gaddafi ruft zum Töten der Demonstranten auf
"Wir können jeden Angriff abwehren und das Volk bewaffnen", drohte Gaddafi bei einem überraschenden Auftritt auf dem Grünen Platz in Tripolis. Er rief seine Gefolgsleute auf, protestierende Regimegegner zu töten.
"Tanzt, Tanzt", rief er außerdem seinen Landsleuten zu und rief sie weiter zum Feiern auf den Straßen auf. "Ich bin einer von euch!", sagte er weiter.
Rede Gaddafis am Grünen Platz in Tripolis. Quelle: CNN
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8.00 Uhr - USA verhängen Sanktionen gegen Libyen
Noch vor den Vereinten Nationen und der Europäischen Union haben die USA Sanktionen gegen die libysche Führung verhängt. Die Strafmaßnahmen richteten sich gegen das Regime von Staatschef Muammar al-Gaddafi, nicht gegen das libysche Volk, erklärte Präsident Barack Obama am Freitagabend in Washington. Auf Anordnung des Präsidenten sollen die Vermögen der Führungsriege um Gaddafi eingefroren werden, auch die der Kinder des Staatschefs und aller Personen, die an Menschenrechtsverstößen gegen Regierungsgegner beteiligt waren. Die UN wollten noch am Samstag Strafmaßnahmen beschließen. Die EU verständigte sich prinzipiell auf ein Sanktionspaket.
Wie Gaddafis Sohn Saif al-Islam am Freitagabend in Tripolis mitteilte, will die Armee ihre Angriffe auf Aufständische aussetzten, um Gespräche zu ermöglichen. Er kündigte zugleich die baldige Wiederherstellung der staatlichen Kontrolle in den Städten im Osten des Landes an, die aber mittlerweile von Aufständischen beherrscht werden. Sein Vater hatte zuvor noch zum Kampf aufgerufen.
"Die Regierung von Muammar al-Gaddafi hat gegen internationale Regeln und jeden Anstand verstoßen und muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden", erklärte Obama. Deshalb zielten die Sanktionen gegen Gaddafis Führungsriege, "während sie das Vermögen, das dem libyschen Volk gehört, schützen".
Obama kündigte eine enge Abstimmung der USA mit befreundeten Staaten und den Vereinten Nationen bei weiteren Schritten an. Man stehe "standhaft an der Seite des libyschen Volkes bei seiner Forderung nach universellen Rechten und einer Regierung, die offen ist für sein Bestreben".
Sanktionen der UN
Die Präsidentin des Weltsicherheitsrates, Maria Luiza Ribeiro Viotti, stellte eine Einigung des 15-Länder-Gremiums auf Sanktionen gegen das Regime in Tripolis an diesem Samstag in Aussicht. Man sei "übereingekommen, sich in Eile um eine Resolution zu bemühen, die Maßnahmen gegen einen bestimmten Zielkreis beinhaltet", erklärte sie in New York. Die Resolution solle der Gewalt in Libyen ein Ende bereiten und "die gegenwärtige Krise friedlich lösen".
In einer Krisensitzung am Freitagabend hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon dem Rat Druck gemacht. "Es ist an der Zeit, dass der Sicherheitsrat konkrete Maßnahmen erwägt", mahnte er. Unter den dramatischen Umständen für die libysche Bevölkerung "bedeutet vergeudete Zeit höhere Verluste an Menschenleben".
EU-Diplomaten: Weichen für Sanktionen gestellt
Der von Großbritannien, Frankreich und Deutschland erarbeitete Resolutionsentwurf droht dem Regime unter Berufung auf Kapitel VII der UNO-Charta mit scharfen Sanktionen, sollte es die Gewalt gegen die Bevölkerung nicht sofort einstellen. Vorgesehen sind ein striktes Waffenembargo, die Sperrung der Konten des Gaddafi-Clans sowie Einreiseverbote.
Wie EU-Diplomaten in Brüssel am Freitag mitteilten, sei die politische Weichenstellung für Sanktionen erfolgt. Der formale Beschluss solle Anfang nächster Woche gefasst werden. Sanktionen müssen grundsätzlich von allen 27 EU-Mitgliedsstaaten einstimmig beschlossen werden. "Die Details werden nun ausgearbeitet", hieß es in Brüssel. "Die Zeit der Appelle ist vorbei, jetzt wird gehandelt", betonte Außenminister Guido Westerwelle in Berlin.
Saif Gaddafi spricht von Verhandlungen
"Die Armee hat entschieden, die Terroristen nicht anzugreifen, um ihnen die Möglichkeit für Verhandlungen zu geben", sagte Saif al-Islam Gaddafi bei einer Pressekonferenz in Tripolis. Er hoffe, dass dies am Samstag auf "friedlichem Wege" möglich sei.
Nach tagelangen blutigen Kämpfen haben Gegner des Regimes die Kontrolle über die Städte im Osten Libyens übernommen. Das libysche Militär war aus den Gebieten geflohen oder hatte sich den Aufständischen angeschlossen.
Saif Gaddafi: Werden Kontrolle über östlichen Städte des Landes zurückgewinnen
"Uns wurde versichert, dass der Staat die Kontrolle über die östlichen Städte des Landes zurückgewinnen wird", sagte Saif al-Islam Gaddafi. Erneut machte er Islamisten für die Proteste gegen das Regime seines Vaters verantwortlich. Das hätten Bewohner der von den Aufständischen kontrollierten Stadt Bengasi bestätigt. Sie hätten sich telefonisch auch über die chaotischen Zustände beklagt. "Mädchen können nicht mehr auf die Straße gehen, Schulen sind geschlossen und das öffentliche Leben ist zum Stillstand gekommen, weil, so beschreiben sie es, Islamisten dort mit Gewalt die Kontrolle übernommen haben", sagte der Gaddafi-Sohn.
Er bestritt auch erneut, dass Söldner gegen Demonstranten eingesetzt worden seien. Augenzeugen hatten zuvor berichtete, dass Kämpfer aus dem Tschad, Mali und anderen afrikanischen Staaten Gegner des Gaddafi-Regimes angegriffen hätten. (red/APA, derStandard.at, 26.2.2011)
Alle Zeiten beziehen sich auf die Mitteleuropäische Zeitzone (MEZ). In Libyen ist es eine Stunde später als in Österreich.
Nicht alle Informationen in diesem Livebericht können aufgrund der
Lage in Libyen mit der gewohnten Gründlichkeit überprüft werden. Dies
gilt speziell für Informationen, die uns über Twitter, Facebook und
Augenzeugenberichten zugetragen wurden.
Rebellen nehmen Soldaten als Geiseln - NATO übernimmt Kommando zum Schutz des UNO-Flugverbots - VAE beteiligt sich an Libyen-Einsatz - Sarkozy droht arabischen Gewaltherrschern
Nato einigt sich doch noch auf Übernahme des Kommandos - AU will mit Regierung und Rebellen sprechen - Medwedew ruft Obama an - Rebellen: Zentrum von Misrata eingenommen - Franzosen schießen Kampfjet ab
USA erkennen Waffenstillstand nicht an - Erneut Luftangriffe in Tripolis - Gebäude in Gaddafis Residenz zerstört - Nato streitet über Einsatz - Arabische Liga kritisiert Angriffe
Gaddafi-Truppen drängen Rebellen zurück - USA kappen Beziehungen zu Gaddafi - EU-Parlament fordert Anerkennung des Rebellenrats - Frankreich hat Rat bereits anerkannt - Niederländische Soldaten sollen freikommen
Auch lokaler Rebellenführer getötet - Rebellen nehmen Ras Lanuf ein, Regierung dementiert - Erneut heftige Gefechte um Ölhafen Brega - Interpol warnt vor Gaddafi-Familie
US-Präsident kündigt Luftbrücke an - Internationaler Strafgerichtshof ermittelt gegen Gaddafi - Rebellen lehnen Gespräche mit Gaddafi ab - EU-Sanktionen offiziell in Kraft
Erneuter TV-Auftritt Gaddafis - Ban fordert vom UN-Sicherheitsrat Maßnahmen - UN-Vizebotschafter: Tausende Tote bei Protesten - 200 Söldner von Aufständischen getötet - NATO will nicht eingreifen, auch Flugverbot "zu früh" - USA und EU verhängen Sanktionen
Zehntausende vor Racheakten auf der Flucht - Gaddafi klammert sich an seine Macht - Ex-Justizminister: Gaddafi gab Befehl für Lockerbie-Anschlag - Mindestens 640 Tote - EU bereitet Sanktionen vor
Während der Standard schon zum wiederholten Male vermeldet, die Gaddafi-Gegner würdne nun Teile der Hauptstadt kontrollieren (so oft, wie Sie das als Schlagzeile hatten, müsste mittlerweile ganz Tripolis unter der Gegner-Kontrolle sein), schreibt der Spiegel noch:
"Gaddafis Gegner rücken auf Tripolis vor
Noch klammert sich Muammar al-Gaddafi an die Macht. Aber seine Gegner bringen immer mehr Städte unter ihre Kontrolle - und sind offenbar schon bis 50 Kilometer vor die Hauptstadt Tripolis vorgerückt."
gesicherten Twitterquellen zufolge schon am Abend des 10. März stattfinden, und in Katar gehts schon kommenden Freitag los.
Marokko ist erst nächste Woche im Programm!
zehntausende gastarbeiter flüchten lt. Die Presse aus dem land: richtig prekär gestaltet sich dabei die lage der illegalen aus Mali, Niger, Tschad, Elfenbeinküste vom arbeiterstrich (gibts also nicht nur bei uns) in Tripolis. Ohne papiere, bei keiner botschaft registriert. ihre geschätzte zahl beträgt 1,5 millionen.
Gaddafi verliert Kontrolle über Teile der Hauptstadt Tripolis
Standard Redakteure verlieren Kontrolle über Teile des Gehirns!
Wann stoppt jemand diese Propaganda?
Warum bringt Standard nicht dies!? "Hitler erobert Teile des Mars"
Schwachsinn kennt keine Grenzen! Gell liebe Zensur! Ich weiß, meine Postings werden nicht veröffentlicht, aber vielleicht kann ich Euch Schwachköpfe endlich aufwecken!
Bitte, bitte, bitte stoppt diese Facebook und Twitter Scheiße zu veröffentlichen! In Tripolis ist alles ruhig!
Kümmert Euch lieber mal um Pakistan, wo ein CIA-Agent Nuklearmaterial an die Taliban geliefert hat. Oh!?!? Ihr habt Angst das zu veröffentlichen?? Feiglinge! Gaddafi ist im Gegensatz zu Euch kein Feigling! Lang lebe Gaddafi!!!!
wohin der Weg der Revolution führt, wer genau die Opposition ist, noch immer steht das drohende Hilfsangebot der al kaida. Lt. demographischer Karte im Standard ist das BIP das höchste von ganz Nordafrika inklusive Bahrain. Materielle Not hat die Menschen also nicht auf die Straße getrieben. Also hat Gaddafi ein terrorregime in seinem Land geführt. komischer weise völlig unentdeckt von den westlichen Demokratien.
Damit ist alles gesagt. Es ist kein Wunder, dass es dort nun so zugeht. Wo bleiben Paris und Wien, oder verständigen wir uns etwa nicht ? Was ist mit Moskau und Washington, etc. ... ?
Der ORF zeichnet sich auch nicht gerade mit einer besonders intensiven und umfangreichen Berichterstattung zu diesem Thema aus.
DerStandard bringt hierzu einen recht guten Mix aus unterschiedlichen Quellen.
Beginnen Sie, sich Ihren eigen Medienmix aus verschiedenen Quellen zusammenzustellen. Dann können Sie auch besser das Angebot hier verifizieren.
""Nicht alle Informationen in diesem Livebericht können aufgrund der Lage in Libyen mit der gewohnten Gründlichkeit überprüft werden. Dies gilt speziell für Informationen, die uns über Twitter, Facebook und Augenzeugenberichten zugetragen wurden. ""
Vielleicht beteiligt sich DER SPIEGEL ja nicht an Gerüchten. Wenn mann hier den ganzen Schmarrn liest tut DER SPIEGEL gut nicht jedes unwahres Facebook / Twitter Gerücht zu veröffentlichen.
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