Stadtamtsdirektor beging Suizid

25. Februar 2011, 19:14
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Mobbingvorwurf gegen Gmundner Bürgermeister

Gmunden - Der Stadtamtsdirektor von Gmunden, Robert Hametner, hat sich in der Nacht auf Freitag in seinem Rathausbüro erschossen. In dem Abschiedsbrief des 59-Jährigen, den er zuvor noch per E-Mail an alle Gemeinderäte und Stadtamtsmitarbeiter versendet hatte, nannte er jahrelanges Mobbing am Arbeitsplatz als Grund für seinen Suizid.

Konkret beschuldigte er Bürgermeister Heinz Josef Köppl (ÖVP). Dieser war am Freitag nicht erreichbar, er wurde von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut."Ich bin zutiefst erschüttert, was passiert ist", erklärte unterdessen Gmundens Vizebürgermeister Gottfried Schrabacher (ÖVP). Damit habe er in keiner Weise gerechnet.

25 Jahre lang war Hametner Stadtamtsdirektor, mit ihm habe er "professionell zusammengearbeitet", erklärt Schrabacher. Dass sich hingegen der Bürgermeister und der Stadtamtsdirektor nicht verstanden haben, sei im Rathaus kein Geheimnis gewesen. Doch die im Abschiedsbrief erhobenen Vorhaltungen, der Bürgermeister habe Hametner systematisch übergangen und links liegen gelassen, davon habe er nichts bemerkt. Schrabacher will hingegen von privaten Problemen des Stadtamtsdirektors wissen.

Vizebürgermeister Christian Dickinger (SPÖ) jedoch verweist darauf, dass Hametner bereits einmal ein Burn-out gehabt habe. Als Grund gab dieser schon damals Mobbing vonseiten des Bürgermeisters an. Die Freiheitlichen forderten als Konsequenz aus dem Selbstmord den sofortigen Rücktritt des Bürgermeisters. (ker/DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.2.2011)

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