Mittelhochdeutsch

25. Februar 2011, 18:50
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Wrabetz: "Du hast es wieder einmal nicht lassen können, das Unternehmen anzubrunzen"


Brunzen. "Wiktionary, das freie Wörterbuch" sagt, das Wort stammt "von dem mittelhochdeutschen Wort brunnezen bzw. brunnen und hieß ursprünglich 'einen Brunnen machen'".

Diese Information könnte ein wichtiger Textbaustein in der demnächst zur Erlangung des Doktortitels der Publizistik einzureichenden Dissertation "Kollegiale Kommunikationsformen prominenter Führungskräfte im öffentlich-rechtlichen ORF" sein. Es ist nämlich so, dass der Generaldirektor des ORF, Alexander Wrabetz, an seinen Programmdirektor Wolfgang Lorenz eine E-Mail geschickt hat: "Du hast es wieder einmal nicht lassen können, das Unternehmen anzubrunzen." Wrabetz hat sich geärgert, dass Lorenz in einem Interview mit dem Profil seiner Meinung nach den ORF ... also jedenfalls einen Brunnen gemacht hat. Lorenz hat auch eine E-Mail geschickt, allerdings an seine Mitarbeiter, des Inhalts, sie möchten bei der Opernballberichterstattung diesen nicht "zum Nuttenball umfunktionieren" und daher "Lugners Logen-Strich" ignorieren.

"Minnesang" (eine Ausdrucksform des Mittelhochdeutschen) ist das alles wohl nicht. Im Führungsteam des ORF (aus dem kürzlich erst Info-Direktor Oberhauser gehen musste) liegt da eine Situation vor, die wohl nur mit einem anderen mittelhochdeutschen (jiddischen) Ausdruck bezeichnet werden kann: Zores. Wenn nicht sogar meschuggene Zores. (Rau/DER STANDARD; Printausgabe, 26./27.2.2011)

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    Alexander Wrabetz.

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