Opposition droht mit Dauerdemos für Mussavi und Karrubi

25. Februar 2011, 17:44
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Ex-Präsidentschaftskandidaten unter Hausarrest

"Wir haben seit zwei Wochen keinen Kontakt mehr zu unseren Eltern und wissen nicht, wie es ihnen geht", schreiben die Töchter von Mir-Hossein Mussavi und seiner Frau Zahra Rahnaward in einem offenen Brief. Auch die Söhne von Mehdi Karrubi haben sich in einem ähnlichen Brief besorgt über den Zustand ihrer Eltern geäußert. Seit zwei Wochen sind die Oppositionspolitiker und Expräsidentschaftskandidaten völlig von der Außenwelt isoliert.

Ein Stahltor wurde vor dem Hauseingang Mussavis, nicht weit vom Präsidentenpalast, errichtet. Parallel dazu wurde das Haus Karrubis von der Revolutionsgarde besetzt, und er und seine Frau wurden in ein Zimmer gesperrt. Telefon- und Internetverbindungen sind unterbrochen.

Den Medien wurde untersagt, darüber zu berichten oder ausländische Medien zu informieren. Der "Grüne Weg der Freiheit", eine Jugendorganisation aus unbekannten Mitgliedern der Grünen Bewegung, hat in einem Internetaufruf das Regime aufgefordert, die Isolation der beiden bis spätestens Dienstag zu beenden. Sollten Mussavi und Karrubi bis dahin nicht frei sein, wird jeden Dienstag bis zu ihrer Freilassung demonstriert. Das bevorstehende Nowruzfest im März stürzt die Regierung zusätzlich in Nervosität. (N.N.* aus Teheran /DER STANDARD, Printausgabe, 26.2.2011)

*Der Name des Autors kann aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden.

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