Millionenbetrug-Vorwurf: Freispruch für 51-Jährigen

25. Februar 2011, 17:36
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Kein Schuldnachweis - Machte Geschäfte mit dem "Steuer-Jongleur" Werner R.

Wien - Betrug, betrügerische Krida und Abgabenhinterziehung im Umfang von 14 Millionen Euro waren in einem mehrtägigen Prozess am Wiener Landesgericht einem Geschäftsmann aus Niederösterreich vorgeworfen worden. Der 51-Jährige, der den immensen Schaden in Zusammenwirken mit dem "Steuer-Jongleur" Werner R. angerichtet haben soll, wurde nun aber freigesprochen, nachdem R. den Mann massiv entlastet hatte. Der Schöffensenat hielt die Beweislage damit für nicht mehr ausreichend, um einen Schuldspruch verhängen zu können.

Werner R., der in den Gazetten als "Superhirn" firmierte, soll von 1992 bis 1995 die Finanz mit Vorsteuerabzug-Tricksereien um unglaubliche 116,3 Millionen Euro gebracht haben. Dass er mit dem Niederösterreicher Geschäfte machte, lag laut seiner Aussage ausschließlich an dessen Frau: Er hatte mit ihr eine außereheliche Liaison begonnen.

Als es dem gehörnten Ehemann mit seinen in der Baubranche angesiedelten Firmen zunehmend schlechter ging, kam Werner R. auf die Idee, ihm das perfekte Subunternehmen zu beschaffen - ohne dessen Wissen. Der 51-Jährige wusste nämlich, was dem "Superhirn" vorgeworfen wurde und blieb geschäftlich auf Distanz. Zumindest glaubte er dies, da es der 53-Jährige schaffte, seine Verbindung zum plötzlich auftauchenden Subunternehmen geheim zu halten.

Ehrgeiz und Liaison

"Ich wollte ihm nicht helfen - meinen Interessen an seiner Frau wollte ich helfen", machte der Zeuge kein Hehl aus seinen Motiven. Außerdem hatte er einen beruflichen Ehrgeiz entwickelt, den Gehörnten im Unklaren über seine Rolle zu lassen. "Es war eine perfekte Show, die ich geliefert habe. Und zugleich ein Training, weil ich früher auch in der Baubranche war und wissen wollte, wie gut ich noch bin."

Der Staatsanwalt warf ihm dennoch vor, mit dem "Superhirn" gemeinsam ein Firmengeflecht aufgebaut zu haben, um Steuern zu verkürzen. Das war dem 51-Jährigen allerdings nicht nachzuweisen, wie sich nun am Ende des viertägigen Verfahrens herausstellte. (APA)

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