"Weil ein Direktor seinen Sprechdurchfall nicht in den Griff bekommt"

25. Februar 2011, 19:03
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Lorenz an Wrabetz: "Unzumutbar" - "Zu solchen Injurien würde ich mich nicht hinreißen lassen" - Von "Anbrunzen" bis "Ober-Intrigant"

Mehr als grantige Mails sandten einander ORF-General Alexander Wrabetz und Programmdirektor Wolfgang Lorenz aus Anlass von Lorenz' Interview in profil - der STANDARD und etat.at berichteten schon Mittwochabend darüber. Damit Sie sich ein genaueres Bild vom bisweilen recht rauen Umgangston auf dem Küniglberg machen können - hier noch der Wortlaut, nach bestem Wissen bereinigt um Rechtschreibschwächen.

Wrabetz an Lorenz, 3. Februar 2011 
"Du kannst es wieder einmal nicht lassen, das Unternehmen anzubrunzen. Deine Zitate werden natürlich Widerhall finden. Sie werden den Leuten dazu dienen, uns als Politbetrieb hinzustellen und dem Unternehmen zu schaden. Du sprichst von Dingen, von denen du einfach keine Ahnung hast. Besser wäre es, einmal mit Programmerfolg aufzufallen.
Alex"

Wrabetz an Lorenz, 3. Februar 2011
"Die ORF-Information in TV, Radio und Online ist unabhängig, kritisch und objektiv wie kaum ein anderes Medium in Europa. In den Comedy- und Talksendungen ist soviel möglich wie noch nie. Das zu verteidigen, ist ein Verdienst dieser Geschäftsführung, das lasse ich mir von dir nicht schlechtreden. Widerlich auch gegenüber den Mitarbeitern des Hauses, die sich wieder dumm anquatschen lassen müssen, weil ein Direktor seinen Sprechdurchfall nicht in den Griff bekommt. Dass du ein Ober-Intrigant bist (die Verkörperung der ORF-Intrige schlechthin), ist bekannt. Dich damit noch öffentlich zu brüsten, ist jenseitig. Seit Wochen sind wir mit unseren Interna aus den Zeitungen, und jetzt fängst du wieder an. A."

Lorenz an Wrabetz, 7. Februar 2011
"Aus Urlaubsgründen lese ich deine Mail in Sachen profil erst heute. Ich finde sie sowohl dem Inhalt nach als auch in der Tonalität unzumutbar. Ich bin auch ein Häferl, aber zu solchen Injurien würde ich mich nicht hinreißen lassen. Ich schlage vor, du nimmst sie zurück, denn jede weitere Öffentlichkeit außerhalb der Programmleistungen könnte nur schaden. W."

Lorenz an Wrabetz, 15. Februar 2011
"Ich habe dir am Montag ein Email in Sachen deiner Aktion auf mein Profil-Interview geschickt. Da du möglicherweise urlaubsbedingt nicht reagiert hast, ersuche ich dich heute um eine Antwort. Denn einfach so stehen lassen kann man es nicht. Wolfgang"

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Zwischen Lorenz (links) und Wrabetz kracht es ordentlich.

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