Überfällige Korrektur hat stattgefunden

25. Februar 2011, 15:27
posten

Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Stephan Lingnau

Die schon länger überfällige Korrektur an den europäischen Aktienmärkten hat stattgefunden. Der Stoxx 600 fiel diese Woche mit -3,6% so stark wie seit Anfang November 2010 nicht mehr. Der  Ausverkauf betraf alle 19 Sektoren. Der Reise- und Freizeitsektor tendiert am stärksten unter einem hohen Ölpreis zu leiden und sank so um fast 7%. Auch Rohstoffproduzenten, Banken und Automobilhersteller fielen um ca. 6%. Am besten entwickelte sich der defensive Lebensmittelsektor mit einem Minus von nur 1%. Auch Öl- und Gasproduzenten zeigten mit -1,3% relative Stärke. Dass dieser Sektor trotz des 10% Anstiegs von Brent auf USD 114/Barrel gefallen ist, zeigt abermals, dass bei einem sinkenden Gesamtmarkt jeder Sektor generell verliert. Defensive Sektoren bieten nur einen „relativen" Schutz in einer Baisse.

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich zum Jahresende 2010 etwas verlangsamt. So stieg das BIP in Q4 um 0,4% gegenüber dem Vorquartal, nach Zuwächsen von 0,7% in Q3 und 0,3% im Vorjahresquartal. Die Verbraucherstimmung in Frankreich hat sich im Februar stabilisiert. So verharrte der saisonbereinigte Index des Verbrauchervertrauens bei 85 Zählern.

BASF verlautbarte, dass 2010 ein Spitzenjahr war, in dem Umsatz (+26%) und Gewinn (+223%) deutlich gesteigert werden konnten. Zudem ist man optimistisch für 2011- die Spitzenwerte des Jahres 2010 sollen signifikant übertroffen werden. Auch Henkel konnte mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg aufwarten. So lag der Umsatz des Konsumgüterkonzerns im Gesamtjahr 2010 mit EUR 15,1 Mrd. um 11,2% über dem Vorjahreswert. Henkel ist zuversichtlich, sich beim organischen Umsatzwachstum erneut besser als seine relevanten Märkte entwickeln zu können, und erwartet ein organisches Umsatzwachstum innerhalb der Bandbreite von 3 bis 5%.

Die Allianz konnte 2010 den Gesamtumsatz um 9,3% auf ein neues Hoch von EUR 106,5 Mrd. steigern. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 17% auf EUR 8,24 Mrd. und übertraf damit das obere Ende des Zielkorridors von EUR 7,7 Mrd. Konkurrent AEGON musste hingegen im vierten Quartal einen Gewinnrückgang von 19% auf EUR 318 Mio. verbuchen. Darüber hinaus teilte man mit, dass man weitere Staatshilfen in Höhe von EUR 750 Mio. zurückzahlen will und dazu 173,6 Mio. Anteilsscheine ausgeben wird.

Die Royal Bank of Scotland konnte im Geschäftsjahr 2010 einen deutlich geringeren Verlust erzielen. So belief sich der den Aktionären zurechenbare Nettoverlust auf GBP 1,13 Mrd., gegenüber einem Verlust von GBP 3,61 Mrd. im Vorjahreszeitraum. Credit Agricole hat im vierten Quartal einen Verlust von EUR 328 Mio. erwirtschaftet. Zurückzuführen war dies vor allem auf eine Abschreibung in Zusammenhang mit der Beteiligung an Intesa Sanpaolo. Die Erwartungen wurden allerdings geschlagen. Im Gesamtjahr konnte angesichts geringerer Rückstellungen für Kreditausfälle ein Gewinnzuwachs um 12% verbucht werden. Deutsche Postbank konnte im Gesamtjahr 2010 mit einem Vorsteuerergebnis von EUR 315 Mio. wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Im
Vorjahr wurde ein Vorsteuerverlust von EUR 398 Mio. ausgewiesen. Unter dem Strich verzeichnete die Deutsche Postbank beim Konzernergebnis einen Gewinn von 138 Mio. EUR.

France Telecom steigerte den Gewinn 2010 deutlich. Der Nettogewinn stieg um 61% auf EUR 4,88 Mrd. Der Umsatz kletterte 1,5% auf EUR 45,50 Mrd. Bei RWE stieg der Umsatz 2010 um 8% auf EUR 50,7 Mrd. Der Gewinn fiel allerdings um 7,3% auf EUR 3,3Mrd. Für 2011 rechnet der Konzern gegenüber 2010 beim EBITDA mit einem Rückgang von ca. 15%. Repsol gab bekannt, dass sich sein Gewinn im Geschäftsjahr 2010 verdreifacht hat. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf EUR 4,69 Mrd.

Share if you care.