Aktieninvestoren verunsichert

25. Februar 2011, 15:25
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Hans Engel

Die politischen Unsicherheiten in Nordafrika und der steigende Ölpreis verunsicherten zuletzt die Aktieninvestoren. Die wichtigsten US-Aktienindizes befinden sich nach dem nahezu linearen Anstieg der
vergangenen Monate in einer Korrekturphase. Die von der FED induzierte Liquiditätsschwemme bleibt jedoch weiterhin eine wesentliche Kraft zur Unterstützung des Aktienmarktes, nachdem allein im letzten Monat durch das laufende QE2-Programm Asset-Käufe in Höhe von USD 87,5 Mrd. getätigt wurden.

Solange die Aufkäufe der Federal Reserve weiter anhalten, dürfte das Korrekturpotential bei den Aktienindizes moderat sein (voraussichtlich bis zu ca. 10%). Erst eine Fortsetzung des Ölpreisanstiegs in Richtung 120 -130 Dollar/Barrel (was wahrscheinlich ist) und eine gleichzeitige Beendigung des QE2-Programms würde das Rückschlagspotential für den S&P 500 in eine Größenordnung von mehr als 15 % bringen und die Volatilität in die Höhe schnellen lassen. Vorerst ist es aber nicht soweit. Wir beobachten regelmäßig die Aktivitäten der USNotenbank und sehen, dass durch FED-Verkäufe (!) aktuell vor allem das Segment der Mortgage-Bonds unter Druck kommt.

Im Wochenvergleich verlor der S&P 500 2,6% an Wert, der Dow Jones 2% und der Nasdaq Composite 3,3%. Als einziger Sektor konnte Energie um 0,4% zulegen. Alle anderen Branchen verzeichneten Rückgänge. Aktien aus dem Bereich Baumaterialien verloren 7,8%, Computertitel 6%, und Titel aus dem Sektor Automobilzulieferer 4,7%. Relativ gut hielten sich die defensiven Versorgerwerte (-1%) und Werte aus dem Nahrungsmittel- und Getränkesektor (-1,1%). Der Vix-Index erhöhte sich moderat auf 21,3 Punkte.

Die Anzahl der gemeldeten Unternehmensergebnisse ist gegen Ende der Berichtssaison aktuell sehr gering. Der Lebensmittelproduzent Campbell Soup berichtete schwächere Ergebnisse (Nettogewinn USD 239 Mio., nach USD 259 Mio. im Vergleichsquartal des Vorjahres). Die Kostenerhöhungen durch vermehrte Marketingaufwendungen und steigende Rohstoffpreise, sowie ein starker Wettbewerb im Sektor haben zu einem Margen- und Gewinnrückgang geführt. Die Aktie ist mit einem KGV von 14 nicht teuer bewertet, bietet aber aufgrund eines voraussichtlich fehlenden Gewinnwachstums in diesem Jahr kein Steigerungspotenzial.

Der weltweit größte Computerhersteller Hewlett-Packard deutete an, dass das Ergebnis für das zweite Quartal schwächer ausfallen würde als bislang angenommen. Der Gewinn je Aktie würde zwischen USD 1,19 - 1,21 betragen, zuvor wurde noch von einem Gewinn in der Höhe von USD 1,26/Aktie ausgegangen. Auch die Umsatzerwartung wurde auf eine Spanne von USD 31,4 - 31,6 Mrd. reduziert (zuvor 32,6). Die Aktie kam daraufhin stark unter Druck und dürfte erst in den kommenden Monaten eine Bodenbildung vollziehen. Wesentlich bessere Aussichten berichtete zuletzt Mentor Graphics, eine kleinere Firma aus dem Bereich der Elektrotechnik (Marktkapitalisierung USD 1,6 Mrd.). Das Unternehmen erwartet sowohl für das nächste Quartal als auch für das kommende Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg, sowie einen noch deutlicheren Gewinnanstieg (9% bzw. 40% beim Jahresgewinn). Die Aktie ist aktuell übergekauft und dürfte erst bei einem möglichen Rückgang unter USD 13 (aktuell 15,09) eine attraktive Investmentmöglichkeit darstellen.

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