Wiener Börse: Unruhen in Libyen setzen Börse zu

25. Februar 2011, 15:23
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Günther Artner

Libyen Unruhen setzen der Wr. Börse zu. Die Eskalation der Unruhen in Libyen und der damit verbunden starke Anstieg des Ölpreises haben den Aktienmärkten diese Woche ordentlich zugesetzt und  damit auch die Wr. Börse unter starkem Druck gebracht. Es ist bezeichnend, dass nicht einmal ein einziger ATX-Wert in der letzten Woche einen Anstieg verzeichnen konnte. Das ATX-Minus betrug  3,9%, womit auch der erste Angriff auf den 3.000er Wert im ATX kläglich gescheitert ist.

Nicht ganz überraschend haben sich in diesem Umfeld defensive Werte wie Verbund (-1,1%) und Telekom Austria (-1,4%) noch am besten gehalten, für einen absoluten Anstieg hat es dennoch nicht  ganz gereicht. Auch Wienerberger hielt sich nach der Vorlage der 2010er Ergebnisse gut und verlor nur 0,8% im Wochenvergleich. Am deutlichsten „erwischt" hat es mit der OMV leider einen unserer Top Favoriten im ATX. Hier ist der Markt verständlicherweise sehr besorgt, weil OMV ca. 10% ihrer Eigenproduktion aus Libyen generiert, wo nun die Produktion (temporär) beeinträchtigt bzw. sogar stillgelegt wurde. Uns erscheint der Kursrückgang aber stark übertrieben, da die OMV ja an anderer Stelle wiederum von den gestiegenen Ölpreisen insgesamt deutlich profitiert. Wir rechnen mit einer weiteren Gegenbewegung des Kurses nach oben. Zumtobel (-7,3%) und SBO (-5,7%) fielen ebenso deutlich, allerdings ohne wesentliche News in dieser Woche.

Nächste Woche stehen Quartalszahlen von Kapsch TrafficCom, Verbund und Intercell am Plan, speziell bei Intercell und Verbund sollte man vorerst die Zahlen abwarten. Weit wichtiger für die  Börsenentwicklung wird aber letztlich die weitere Entwicklung in Libyen und anderen Krisenstaaten. Die Börsianer fürchten Ölknappheit und dadurch einen weiteren Ölpreisanstieg, der letztlich die Konjunktur abwürgen könnte. Ganz von der Hand zu weisen, ist diese Überlegung nicht. Wir sehen allerdings auch eine weiterhin robust günstige Börsenbewertung. Ob sich dies allerdings schon in der nächsten Woche in steigenden Kursen niederschlägt, sei dahingestellt. Mutige können jedoch die Kursrückgänge speziell bei OMV für einen antizyklischen Einstieg nutzen. Unserer Meinung nach reflektiert der Rückgang der Marktkapitalisierung hier schon mehr als die Abschreibung der gesamten libyschen Ölfelder, was ja doch eine sehr pessimistische Annahme ist. Auch eine RHI ist bei Kursen von rund EUR 26 aus unserer Sicht ein klarer Kauf - hier würden wir ebenso zugreifen. Bei Immofinanz erfolgt nächste Woche am Mittwoch (3. März) die Preisfestsetzung für die neue Wandelanleihe. Dieser Tag ist für  die Aktie üblicherweise der beste Tag für Zukäufe - dies würden wir auch in diesem Fall empfehlen. Bei Kursen von EUR 3,0-3,1 empfehlen wir Immofinanz ganz klar zum Kauf. Wir rechnen im Anschluss zumindest mit einem Test und hoffentlich auch einem baldigen Überschreiten des Widerstands bei EUR 3,30.

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