Forget hat Respekt vor Melzer

25. Februar 2011, 15:24
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Frankreich nimmt auch Österreichs Doppel ernst - Melzer und Koubek begeistert bei Hangar-Lokalaugenschein

Wien - Frankreichs Davis-Cup-Kapitän Guy Forget zeigt vor der Anreise seines Teams zur nächstwöchigen Weltgruppen-Partie gegen Österreich Respekt vor dem Gegner. Andererseits glaubt der Coach, in der größeren Homogenität seiner Truppe den vielleicht entscheidenden Trumpf in Händen zu haben. Ernst nimmt der Vorjahresfinalist die Aufgabe auf alle Fälle. "Wir fahren nicht als Touristen nach Wien", meinte Forget auf der französischen Verbandsseite (http://www.fft.fr).

Auch wenn der 46-Jährige schon auf die Atmosphäre im Hangar 3 auf dem Flughafen Wien gespannt ist, bedauert er die Wahl des Schauplatzes für dieses Erstrunden-Duell ein wenig. "Es ist schade, dass wir so von dieser bezaubernden Stadt Wien nichts sehen werden." Die Franzosen werden wie die österreichische Equipe in einem Flughafen-Hotel untergebracht sein, Möglichkeit zum Sightseeing ergibt sich also wohl keine.

Forget hadert ein bisschen damit, dass seine Leute vom Verletzungspech nicht losgelassen werden. Für die aktuelle Begegnung mussten ja mit Gael Monfils und Jo-Wilfried Tsonga seine beiden Topleute absagen, Tsonga war überhaupt zuletzt vor einem Jahr mit von der Davis-Cup-Partie. "Seit eineinhalb Jahren verfolgen uns diverse Blessuren. Ich weiß auch nicht, ob unsere Spieler vielleicht etwas falsch machen."

Dennoch sieht der ehemalige Weltranglisten-Vierte seine Mannschaft in einer guten Ausgangsposition, um das für 8. bis 10. Juli angesetzte Viertelfinale zu erreichen. "Klar haben wir vor allem nach den Ausfällen keinen Federer oder Nadal, aber dennoch ist unser Team noch immer sehr stark." Beim Gegner fürchtet er natürlich primär Jürgen Melzer. "Er ist sehr gefährlich. Auch Österreichs Doppel ist sehr solide."

"Etwas richtig Großes"

Der Gewinner von zwischen 1986 und 1996 elf ATP-Titeln weiß aber auch, dass die Dichte im ÖTV-Aufgebot nicht so groß ist wie bei seinen Leuten. "Aber in dieser Begegnung haben die Spieler hinter Melzer nichts zu verlieren. Vor ihrem Heimpublikum können auch sie sehr gefährlich werden." Forget wird am Sonntag mit dem Quartett Richard Gasquet, Gilles Simon, Michel Llodra und Julien Benneteau nach Österreich kommen.

Indes geht der Aufbau des Tennis-Stadions in Hangar 3 des Flughafens Wien in seine Endphase. Melzer, Stefan Koubek und Gilbert Schaller unternahmen am Donnerstag einen Lokalaugenschein." "Das wird etwas richtig Großes, da muss man dabei sein", äußerte sich Melzer begeistert. "Die Fans werden ganz knapp am Court sitzen, die Atmosphäre wird einzigartig sein."

Koubek pflichtete seinem Teamkollegen bei, der Kärntner kehrt für diesen Länderkampf noch einmal ins Davis-Cup-Team zurück. "Das wird das größte Tennisfest seit dem Davis Cup 1990 im Happel-Stadion", meinte der 34-Jährige. "Es ist ein Wahnsinn, welch großer Aufwand hier betrieben wird. Es macht mich richtig stolz, bei diesem Ländermatch dabei sein zu dürfen."

Während sich Melzer und Koubek schon seit Dienstag in der Südstadt auf Sand auf den Frankreich-Hit vorbereiten, wird das auch Julian Knowle, Martin Fischer und Oliver Marach umfassende ÖTV-Team wohl spätestens am Sonntag komplett sein. Marach schied am Donnerstag (Ortszeit) beim ATP-Turnier in Acapulco mit dem Polen Lukasz Kubot im Doppel-Viertelfinale aus, versucht nun einen früheren Flieger nach Österreich zu bekommen.

ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller zeigte sich gegenüber der APA von Marachs Zusage erfreut, hatte der doch eigentlich Anderes vorgehabt. "Eigentlich hätte er für nächste Woche ein Training in Florida geplant gehabt", erklärte Schaller. Es wäre eine Intensiv-Vorbereitung von Kubot/Marach auf die Masters-1000-Turniere in Indian Wells und Miami gewesen. Das Stornieren dieses Vorhabens wertet Schaller als Zeichen, dass Marach unbedingt zum Team gehören will.

Das Gros der Dreitages-Tickets für die 5.000 Besucher fassende Arena ist bereits abgesetzt, ab Montag um 8.00 Uhr kommen auch Einzeltickets in den Verkauf. Sie werden um 29, 38 bzw. 45 Euro zu haben sein. Die Abos sind auch nächste Woche noch für 78, 98 bzw. 115 Euro zu haben. Gespielt wird nächsten Freitag und Samstag ab 14.00 Uhr, am Sonntag ab 13.30 Uhr. (APA)

  • Jürgen Melzer ist der einzige Favorit gegen Frankreichs Tennisspieler.
    foto: epa/walton

    Jürgen Melzer ist der einzige Favorit gegen Frankreichs Tennisspieler.

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