Ein Schlager mit bloß statistischer Relevanz?

25. Februar 2011, 15:19
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Der alte empfängt am Samstag den vermutlich neuen deutschen Meister - Dortmund fehlt Keeper Weidenfeller, BVB wartet seit fast 20 Jahren auf Sieg in München. Mit Video

München - Borussia Dortmund ist souveräner Tabellenführer in der deutschen Bundesliga, fährt aber am Samstag dennoch als Außenseiter zum Gastspiel beim wiedererstarkten Rekordmeister Bayern München. Ausgerechnet im Top-Hit  fehlt dem BVB der verletzte Stammtorhüter Roman Weidenfeller. Ersatzmann Mitchell Langerak (22) aus Australien wird somit in der Allianz-Arena sein erstes Match im Dortmund-Trikot bestreiten. "Wenn Roman nicht spielen kann, dann spielt eben für einen der besten deutschen einer der besten australischen Torhüter", blieb Trainer Jürgen Klopp völlig entspannt. 

Die Bayern fühlen sich auf der Überholspur, das 1:0 in der Champions League bei Inter Mailand hat das Selbstvertrauen weiter gestärkt. "Wir wollen unbedingt gewinnen, mindestens Zweiter werden in der laufenden Saison. Diese drei Punkte brauchen wir, um dieses Ziel zu erreichen", sagte Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge, und Präsident Uli Hoeneß posaunte: "Wir sind die bessere Mannschaft und gewinnen mit zwei Toren Unterschied!" Die Münchner sind seit immerhin sieben Heimspielen ungeschlagen. Das beste Heim- trifft auf das stärkste Auswärtsteam.

Den letzten Sieg in München landete der BVB vor 20 Jahren. Michael Rummenigge und Flemming Povlsen waren bei einem Eigentor von Markus Münch die Torschützen für Dortmund, wo Ottmar Hitzfeld damals seine erste Bundesliga-Saison absolvierte. Inzwischen beobachtet der 62-Jährige, der mit beiden Klubs die Champions League gewinnen konnte, das Geschehen mit der Distanz des Schweizer Nationaltrainers. "Das ist ein Duell auf Augenhöhe. Aber keines, das über den Gewinn der deutschen Meisterschaft entscheiden wird", schrieb Hitzfeld in einer kicker-Kolumne.

Das sehen auch andere Auguren so. Der Tenor: Bayern München kann vielleicht am Samstag einen Prestige-Sieg landen, mehr aber auch nicht. "Meister wird hundertprozentig Borussia Dortmund", sagt etwa Jürgen Kohler. "Der BVB hat die Meisterschaft absolut verdient, und selbst wenn die Bayern gewinnen, hätten sie noch zehn Punkte Rückstand. Da wird nichts mehr anbrennen", betont auch Thomas Helmer. Beide haben in ihrer Karriere sowohl in Dortmund als auch in München geglänzt.

"Wir haben schon viele Dinge gemacht, um die Bayern zu reizen, ohne etwas zu sagen - viele Punkte geholt und sie im Hinspiel geschlagen", sagte Klopp. "Ich habe ihr Spiel in Mailand gesehen. Das war nicht so schlecht, aber trotzdem werden wir hinfahren", witzelte der Dortmunder Messias vor dem Treffen mit der "gefühlt erfolgreichste Mannschaft der letzten 100 Jahre". Und AufsteigerKevin Großkreutz meinte schlicht: "Wir hauen die weg!"

Der Rest

Im Windschatten des Schlagers in München steigt in der 24. Runde auch ein Österreicher-Derby. Bei Hoffenheim (David Alaba/Andreas Ibertsberger) vs FSV Mainz (Christian Fuchs/Andreas Ivanschitz) sind theoretisch gleich deren vier involviert. Mit einem Erfolg im Südwest-Knaller könnten die Gastgeber bis auf einen Punkt an die Sensations-Mannschaft des Herbstes herankommen. "Die Ausbeute in der Rückrunde war bisher nicht optimal, aber wir könnten mit drei Punkten gegen 1899 wieder eine Serie starten", sagte Ivanschitz. Ob der Burgenländer in der Stammformation der Mainzer stehen wird, darf bezweifelt werden.

Hannover 96 (Emanuel Pogatetz) trifft in Hamburg auf St. Pauli und wird bestrebt sein, seinen Europa-League-Platz zu verteidigen. Der 1. FC Nürnberg (Rubin Okotie hat nach der Verletzung von Stürmer Julian Schieber eine große Einsatzchance) muss oder darf zu Vizemeister FC Schalke. Der Drittletzte 1. FC Kaiserslautern (Erwin Hoffer/Clemens Walch) empfängt den HSV. Der Vorletzte VfB Stuttgart tritt in Frankfurt an und Martin Harnik appellierte: "Frankfurt hat auch keine breite Brust, wir müssen da mit einem absoluten Siegeswillen auftreten." Auf Werder Bremen (Sebastian Prödl/Marko Arnautovic), nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt, wartet im Weser Stadion mit dem zweitplatzierten Bayer Leverkusen ein unangenehmer Gast. (sid/APA/red)

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    Louis van Gaal und Jürgen Klopp gehen gehen gut gelaunt in ihr Treffen.

  • Sollte SWR-Reporter Stephan Mai in München auftauchen, dürfte es für Dortmund eng werden...

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