Privatschulen bangen um ihre Existenz

25. Februar 2011, 13:37
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Zu wenig Budget für immer mehr Schüler, strenge Vorgaben für Lehrerauwahl

Wien - Die nicht-konfessionellen Privatschulen sehen ihre Existenz gefährdet und machen nun mit einer Bürgerinitiative im Internet mobil. Grund für die Aufregung: Laut Vertretern der Privatschulen wird der Bund die Subventionen von 1.000 Euro pro Schüler für 2011 de facto um 20 Prozent kürzen. Außerdem heißt es in einer Weisung des Unterrichtsministeriums, dass nur noch Personal mit staatlicher pädagogischer Ausbildung an Waldorf-, Montessori- und anderen alternativpädagogischen Schulen unterrichten darf. "Jeder der beiden Punkte ist für die Existenz unserer Schulen in freier Trägerschaft bedrohlich, beide zusammen machen ein Überleben unmöglich", heißt es in einem E-Mail der Initiative.

Privatschulen wollen mehr Geld

Das Privatschulgesetz besagt, dass Pädagogen an den nicht-konfessionellen Schulen eine Lehrbefähigung für die betreffende oder eine verwandte Schulart oder aber "eine sonstige geeignete Befähigung" nachweisen müssen. In einer Weisung an den Landesschulrat (LRS) Niederösterreich interpretiert das Ministerium die Regelung allerdings so, dass auf jeden Fall eine staatliche pädagogische Ausbildung nötig ist. Die Folge laut einer Sprecherin des Landesschulrats: Künftig müssen alle neu Eingestellten das Lehramt für die entsprechende Schulstufe haben. Im Ministerium heißt es, das Schreiben sei aus Gründen der Qualitätssicherung nach Niederösterreich geschickt worden, da es dort zu "Auffälligkeiten" gekommen war.

Die kommenden finanziellen Einschnitte wollen sich die Privatschulen jedenfalls nicht gefallen lassen. Statt der vom Ministerium versprochenen schrittweisen Anhebung der Subventionen würden die Mittel nun allerdings de facto gekürzt. Der Grund: Heuer seien zwischen 1.000 und 1.500 zusätzliche Schüler dazugekommen, deren Schulen sich erst jetzt in einem Verband organisiert und dadurch das Recht auf finanzielle Unterstützung erlangt haben. Im Gegensatz zu den konfessionellen Privatschulen werden den Schulen in freier Trägerschaft die Lehrerkosten nicht ersetzt, sie bekommen lediglich eine Subvention pro Schüler. Laut Ministerium waren dies für alle derartigen Schulen 2009 und 2010 jeweils 4,5 Mio. Euro, davor war es nur rund die Hälfte dieser Summe gewesen. Für 2011 ist das Ministerium "bemüht, trotz der Budgetkonsolidierung" das Niveau von 2010 zu halten, heißt es aus dem Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. (APA)

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