Vierter CL-Startplatz für deutsche Bundesliga fixiert

25. Februar 2011, 13:16
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Rauball lobt Nachwuchsarbeit und kündigt Angriff auf Primera Divison an - In Italien ist der Frust über den Absturz groß

Freude in Deutschland, Katzenjammer in Italien. Nach den jüngsten Ergebnissen in der Champions-League (1:0 Sieg von Bayern in Mailand) und Europa League (2:0 gegen Charkow) ist Deutschland der dritte Platz in der Fünf-Jahres-Wertung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) nicht mehr zu nehmen. Konkret bedeutet das einen zusätzlichen Champions-League-Startplatz.

Ab der Saison 2012/2013 werden die Plätze eins bis drei in der deutschen Bundesliga mit einem Fix-Platz in der Champions League belohnt. Der Vierte kann sich über die Qualifikation in den Bewerb spielen.

"Durch frühzeitige Weichenstellung ist es den Klubs gelungen, auch ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Wir haben immer die Auffassung vertreten, dass die Bundesliga durch ihre Philosophie und Parameter sportlich stärker wird", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball und macht nicht zuletzt die gute Arbeit in den Nachwuchszentren für die Rückkehr zu alter Stärke verantwortlich.
In den vergangenen Jahren hat die Liga eine Dreiviertel-Milliarde Euro in die Jugendleistungszentren investiert. Alleine in dieser Saison fließen rund 90 Millionen Euro aus der Liga in die Nachwuchszentren.

Auch Spanien in Reichweite

Nun will die Bundesliga auch Spanien angreifen. "Ich bin überzeugt davon, dass wir mit etwas Geduld mittelfristig auch die Primera Division überholen werden", betonte der 64-jährige Rauball. Weil mit Beginn der kommenden Saison die aus deutscher Sicht schwache Spielzeit 2006/07 aus der Wertung herausfällt, steht die Bundesliga in der Zwischenwertung für 2011/12 derzeit vor Spaniens Primera Division auf Rang zwei und könnte sogar die Liga des Welt- und Europameisters dauerhaft überholen.

Laut Rauball habe auch die WM 2006 im eigenen Land zur positiven Entwicklung beigetragen. Zudem hat der Liga-Boss "strukturelle Schwächen in den konkurrierenden ausländischen Ligen" ausgemacht. Dort gebe es Schwierigkeiten in der Breite der Ligen und den Finanzen. Eine starke Infrastruktur sei nur bei großen Vereinen vorhanden.

Ernüchterung in Italien

Die deutschen Klubs stockten ihr Konto in der UEFA-Wertung in dieser Woche auf 68,103 Punkte auf und vergrößerten den Abstand zur italienischen Serie A (59,981) auf 8,122 Zähler. Damit liegt Deutschland hinter England (82,928) und Spanien (77,329).
In Italien ist der Katzenjammer unterdessen groß. "Der italienische Fußball schmilzt. Die anderen Klubs siegen und haben Spaß, wir hinken hinterher.

In keinem anderen sportlich fortgeschrittenen Land spielt man in einem derartigen Klima: alte Stadien, Gewalt, ständige Polemik mit den Schiedsrichtern, Mangel an Fairness und keinerlei Bewusstsein für die Gemeinschaft", schrieb die Gazzetta dello Sport: "Die letzten Jahre sind ein ständiger Absturz für die italienischen Klubs gewesen. Die Enttäuschungen in Serie müssen uns zu einer tiefgreifenden Wende anregen." (SID)

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