Vier Routiniers und ein Ziel

25. Februar 2011, 12:29
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Gottwald, Stecher, Kreiner und Denifl wollen zu Medaillen kombinieren - Franzose Lamy Chappuis, Norweger, Deutsche, US-Boys als Rivalen

Oslo - Vier Routiniers greifen am Samstag (10.00/13.00 Uhr/live ORF eins) in Oslo nach dem ersten WM-Edelmetall für den ÖSV in der Nordischen Kombination seit 2005. Nach den "Nullnummern" in Sapporo und Liberec ist bei den 48. Titelkämpfen eine Medaille schon im ersten der vier Bewerbe das erklärte Ziel. Ein durchaus realistisches, denn Felix Gottwald (35 Jahre), Mario Stecher (33) und David Kreiner (wird am 8.3. 30) haben im WM-Winter schon gewonnen. Vierter Mann in der Normalschanzen-Konkurrenz ist Wilhelm Denifl (30).

Der Kreis der Favoriten ist freilich groß. Olympiasieger Jason Lamy Chappuis (FRA), der als Weltcup-Gewinner praktisch feststeht, hat im Springen Vorteile gegenüber seinen schärfsten Rivalen. Die muss er auch nützen, will er auf den schwierigen Loipen gegen die stärkeren Läufer Magnus Moan, Mikko Kokslien (beide NOR) und Gottwald bestehen. Denifls Stärke liegt im Springen, Stecher und Kreiner kommen mit ihrer Ausgewogenheit dem klassischen Kombinierer am nächsten. Das trifft auch auf Titelverteidiger Todd Lodwick (USA) zu. Medaillen-Chancen haben auch die Deutschen.

Gottwald, mit acht Stück (1-2-5) der eifrigste WM-Medaillensammler der ÖSV-Nordischen und zuletzt Einzel-Bronze-Gewinner 2005, hat sich für seine letzte WM perfekt in Schuss gebracht. "Ich genieße es und ich bin heiß auf den Wettkampf", sagte der Salzburger. Er weiß, dass auf der Schanze ein "normaler" Sprung genügt, im Training gelang ihm das nicht immer nach Wunsch. "Springen ist eine eigene Sache, in meinem Alter müsste man eigentlich wissen wie's geht", sagte Gottwald, der immer die Herausforderung gesucht hat.

Felix bleibt Felix

Ein Rückstand von zwei Minuten vor dem 10-km-Langlauf, den er in Kuusamo bei seinem ersten Saisonsieg aufgeholt hatte, dürfte diesmal zu viel sein, die Hälfte - wie beim zweiten Saisonerfolg in Schonach - wäre eine gute Ausgangsposition. "In der Loipe fühle ich mich definitiv sehr gut, da möchte ich nicht gegen mich selbst laufen müssen", sagte der dreifache Olympiasieger. Den Menschen Gottwald würde aber auch der erste Einzel-WM-Titel eines ÖSV-Kombinierers nicht verändern. "Ob ich gewinne oder nicht, der Felix, der heimfährt, wird definitiv der gleiche sein", sagte er im APA-Interview.

Auch Stecher, der WM-Zweite von Ramsau 1999, könnte im dritten Jahrzehnt in Serie zum Medaillengewinner avancieren. Der Doppelsieger von Ramsau hat nach einer Knieverletzung rechtzeitig zu früherer Topform zurückgefunden. Stecher macht aus seinen Ambitionen kein Hehl. "Wenn das Springen so klappt wie meist in dieser Saison und ich im Laufen von Anfang an dabei bin, dann ist alles möglich", erklärte der Schwager von Benjamin Raich. "Mein Ziel ist eine Einzelmedaille."

Kreiner, von der Stimmung auf dem Holmenkollen gefesselt, ist mit der Schanze gleich gut zurechtgekommen. Und die schwierige Loipe mit zwei Anstiegen gefällt dem leichtgewichtigen Tiroler. "Ich brauche nichts Spezielles zu tun, muss mich nur auf meine Stärken besinnen, dann passt's." Denifl erhielt für den Auftakt den Vorzug vor dem Olympia-Dritten Bernhard Gruber (Großschanze), der im Springen Probleme hatte. Der Stubaier war 2003 im Gold-Team dabei, musste seither aber mehrere Tiefschläge überwinden. Er freut sich auf den Wettkampf. "Für mich ist es eine Bestätigung. Wenn man sich in unserem Team durchsetzt, dann ist man in der Welt vorne dabei." (APA)

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    Vier Österreicher die auf Medaillen schielen: Wilhelm Denifl, Felix Gottwald, Mario Stecher und David Kreiner.

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