Wirtschafts-Erholung auf breiter Front

25. Februar 2011, 12:06
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Die Industrie erreicht nach Ansicht der Bank-Austria-Ökonomen ihre Kapazitätsgrenzen - Deutlicher Beschäftigungsanstieg

Wien - Österreichs Industrie setzt ihren zum Jahreswechsel 2010/11 begonnenen Wachstumskurs rasant fort. Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex hat im Februar mit 61,9 Punkten einen neuen Höchststand erreicht. Die Nachfrage nach österreichischen Industrieprodukten klettere in Rekordgeschwindigkeit, die Produktion werde rasant ausgeweitet, neue Jobs entstehen, so der Chefökonom der Bank Austria, Stefan Bruckbauer, am Freitag in einer Aussendung.

Die hohe Dynamik bringe die Industrie an ihre Kapazitätsgrenzen. Rasante Preisanstiege, steigende Lieferzeiten und "sich stapelnde Auftragsbestände" seien die Folge, fasst Stefan Bruckbauer die wichtigsten Ergebnisse der monatlichen Umfrage unter den Einkaufsmanagern der österreichischen Industriebetriebe zusammen. Noch nie in der über 13-jährigen Umfragegeschichte des Bank Austria EinkaufsManagerIndex habe sich eine derart deutliche Verbesserung auf so breiter Front gezeigt. Besonders kräftig habe die Nachfrage nach heimischen Industrieerzeugnissen zugelegt. Die österreichischen Industrieunternehmen haben daher ihre Produktion massiv ausgeweitet.

Besonders erfreulich sei die Entwicklung am Arbeitsmarkt. "Österreichs Industrie, die im Zuge der weltweiten Nachfrageschwäche massiv Beschäftigung abbauen musste, hat nun wieder die Jobmaschine angeworfen. Im Februar wurden im Sektor so viele neue Jobs geschaffen, wie noch nie seit Umfragebeginn", sagt Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Rund ein Drittel der befragten Betriebe meldeten höhere Beschäftigungsniveaus und nur in fünf Prozent gingen Jobs verloren.

Kapazitätsgrenzen

Aufgrund der boomenden Nachfrage stoße die Industrie bereits mehr und mehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Die massive Produktionsausweitung und das Rekordplus bei der Beschäftigung im Februar habe nicht ausgereicht "um eine weitere Beschleunigung des Anstiegs der Auftragsrückstände zu verhindern", sagte Pudschedl. Die Folge: Die durchschnittlichen Lieferfristen verlängerten sich im Februar mit der zweithöchsten jemals gemessenen Rate.

Gleichzeitig haben die Einkaufspreise im Rekordtempo zugelegt. Den Kostenanstieg konnten die Industriebetriebe in Form höherer Verkaufspreise teilweise weitergeben. Die Preismacht der Betriebe habe zugenommen, meint Pudschedl.

Die hohe Auftragsnachfrage und die vorhandenen Auftragspolster versprechen vorläufig ein Anhalten der schwungvollen Industrieentwicklung. Das Verhältnis zwischen dem Index für Auftragseingänge und jenem der Lagerbestände sei beinahe auf ein Allzeithoch gestiegen. Dieser bisher sehr aussagekräftige Indikator für die Abschätzung der Industriekonjunktur weise damit darauf hin, dass der Aufschwung in der heimischen Industrie in der ersten Jahreshälfte 2011 kräftig bleiben werde, analysiert Bruckbauer. "Das Wachstum der Industrie wird im Gesamtjahr 2011 mit 6 Prozent real der hohen Dynamik des Vorjahrs recht nahe kommen, auch wenn der rasante Kostenanstieg durch die anziehenden Rohstoffpreise, sowie politische Unsicherheiten zunehmend zum Wachstumsrisiko werden könnten". (APA)

  • Deutliche Verbesserung auf breiter Front.
    foto: epa

    Deutliche Verbesserung auf breiter Front.

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