Die stille Zeit im Nationalpark nutzen

25. Februar 2011, 16:56
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Am Treppelweg bei Stopfenreuth kann man gerade im Frühjahr scheue Tiere wie den Graureiher und sogar den Seeadler beobachten

Zur "Möblierung" des Nationalparks Donauauen gehört auch eine zweigeschoßige Au-Terrasse bei Stopfenreuth, von deren oberster Plattform - so die Informationen - man den Vogelstimmen lauschen kann. Allerdings, die Terrasse samt Imbissstube öffnet erst Anfang Mai, dann beginnt auch der Betrieb im daneben gelegenen Yachthafen, weshalb die Gefiederten es sehr schwer haben, sich gegen den Motorenlärm durchzusetzen. Jetzt ist die günstigste Zeit, das Flair des Schutzgebietes zu erfühlen und mit der Natur auf Tuchfühlung zu gehen; denn es gibt nur wenige Leute, keine jaulenden Bootsmotoren und vor allem auch keine Gelsen.

In der Au blühen Millionen von Schneeglöckchen und verhüllen mit ihrem Weiß den Boden fast wie eine Schneedecke. Vom stromaufwärts führenden Treppelweg ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, die Vögel auf den Buhnen und Schotterbänken zu beobachten. Grau- und Silberreiher sind zu sehen, Gänsesäger, Kormorane und die verschiedensten Entenarten, selbst der Seeadler zeigt sich nicht selten. Wenn der Vogelzug eingesetzt hat, hat man auch die Chance, Gänse, Fischadler oder Uferläufer zu Gesicht zu bekommen.

Auf den sandigen Abschnitten, welche das letzte Hochwasser auf der Route hinterlassen hat, zeigen sich die Spuren von Hirsch, Reh und Biber, Letztere haben auch auf vielen Bäumen Zeichen ihrer Anwesenheit hinterlassen. Zu beobachten sind die Nager allerdings selten, sie sind vorwiegend in der Dämmerung am Werk.

Die am Weg liegende Schwalbeninsel darf aus Vogelschutzgründen nicht betreten werden, auch die Schotter- und Sandbänke sind für Menschen tabu. Mit einem Fernglas aber lassen sich viele der scheuen Tiere "heranrücken". Bei Nieder- und Mittelwasser passiert man viele malerische Buchten und Abschnitte, die an eine Wildnis erinnern; wie es sich eben für einen Nationalpark gehört.

Es gibt in Stopfenreuth eine beschilderte Runde, diese ist aber kurz und vermittelt nur einen unzureichenden Eindruck des Nationalparks. Die Begehung des Treppelwegs hingegen kann zu einem erlebnisreichen Abenteuer werden, auch wenn man sich streng an die Schutzbestimmungen hält.

Bei Hochwasser - etwa ab Pegelstand Wildungsmauer 4,20 m (zu finden auf der ORF-Teletext-Seite 618) - ist von der Tour abzuraten.

Die Route: Von Stopfenreuth in einer Viertelstunde auf der Straße zur Au-Terrase, dann folgt man dem Treppelweg stromaufwärts bis zu dessen Ende. Ab Au-Terrasse 1¾ bis 2 Stunden. Zurück geht es wieder auf dem Treppelweg, kurz nach der Tafel für Stromkilometer 1889,7 hält man sich nach links und folgt einem Fahrweg, der in freies Gelände führt. Auf zwei Traversen quert man den Rosskopfarm, wandert schnurgerade zum Marchfelddamm, auf dem man nach Stopfenreuth zurückkehrt. Gehzeit ab Ende des Treppelwegs 1½ bis 1¾ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/26.02.2011)

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    Unter anderem gibt es bei Stopfenreuth Graureiher zu sehen.

  • Gesamtgehzeit 3½ bis 4 Stunden, kein Höhenunterschied.
Imbissstube
 Au-Terrasse von Mai bis September bei Schönwetter geöffnet.
ÖK25V
 Blatt 5327-Ost (Hainburg),
Maßstab 1:25.000.
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 3½ bis 4 Stunden, kein Höhenunterschied.

    Imbissstube Au-Terrasse von Mai bis September bei Schönwetter geöffnet.

    ÖK25V Blatt 5327-Ost (Hainburg),

    Maßstab 1:25.000.

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