Patienten dennoch glücklich

25. Februar 2011, 11:57
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Trotz erheblicher Behinderungen arrangieren sich viele Patienten mit Locked-in-Syndrom gut mit ihrem Schicksal

Liege - Der Großteil der Patienten mit Locked-in-Syndrom kommt mit ihrem Schicksal gut zurecht. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Coma Science Group an der Universite de Liege gekommen. Das Locked-In-Syndrom sperrt Menschen bei erhaltenem Bewusstsein im eigenen Körper ein. Kommunikationsmöglichkeiten nach außen ergeben sich oft nur durch eine erhaltene vertikale Augenbeweglichkeit. 

Die französische Patientenorganisation Association du locked-in-sndrome hat die 168 Mitglieder eingeladen anhand von Fragebögen ihr Lebensglück und ihre Lebensqualität zu beurteilen. Die Ergebnisse sind überraschend: 72 Prozent der Betroffenen bezeichneten sich selbst als glücklich, die anderen 28 Prozent konnten sich mit ihrer Situation nicht abfinden. Sieben Prozent äußerten den Wunsch nach Sterbehilfe.

Die Studie ist allerdings nicht repräsentativ für alle Menschen mit Locked-In-Syndrom. Von den 168 Angeschriebenen haben nur 91 geantwortet und nur 65 Fragebögen wurden vollständig ausgefüllt.

Der hohe Grad an Zufriedenheit könnte auch mit dem Behinderungsgrad zusammenhängen. 45 Prozent der betroffenen Patienten konnten zum Teil noch einzelne Worte bilden. Insgesamt 70 Prozent hatten geringfügige motorische Fähigkeiten wiedererlangt. Die Patienten waren zudem gut sozial integriert und mit ihrer Betreuung, die überwiegend zu Hause erfolgte, zufrieden. (red/pte)

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