Europas Börsen schließen im Plus

25. Februar 2011, 18:45
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Entspannung am Ölmarkt stützt - VW nach Zahlen plus 6,18 Prozent

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben ihre mehrtägige Verlustserie beendet und sind zum Wochenschluss einheitlich mit Kursgewinnen aus dem Handel gegangen. Der deutsche Leitindex DAX legte 0,77 Prozent auf 7.185,17 Einheiten zu. Der Londoner FT-SE-100 schloss mit einem Plus von 1,37 Prozent bei 6.001,20 Zählern, nachdem der Handel wegen technischer Probleme zwischenzeitlich ausgesetzt worden war. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Handel am Freitag mit einem Aufschlag von 1,22 Prozent bei 2.985,02 Zählern.

Händler verwiesen zur Erklärung für das freundliche Börsenumfeld auf die Entspannung am Ölmarkt, betonten aber zugleich, dass noch keine Entwarnung gegeben werden könne. Zusätzlich Auftrieb erhielten die Aktienmärkte am Nachmittag von der freundlichen Wall Street-Eröffnung.

Die US-Konjunkturdaten fielen indes gemischt aus. Während sich das Konsumklima der Universität Michigan im Februar deutlicher aufhellte als erwartet, zeugte das Bruttoinlandsprodukt von einem geringer als erwarteten Wirtschaftswachstum. Letzteres wurde von Händlerseite aber ohnehin als nicht kursbewegend eingestuft.

Auf Unternehmensseite rückten am Nachmittag der Autobauer Volkswagen (VW) in den Fokus, der sich nach der heutigen Aufsichtsratssitzung zum Geschäftsverlauf 2010 äußerte. Demnach konnte das Unternehmen den Konzernüberschuss von 911 Mio. Euro im Vorjahr auf 7,2 Mrd. Euro steigern. Die Erlöse legten um mehr als 20 Prozent auf rund 127 Mrd. Euro zu. Die VW-Aktie schnellte vor diesem Hintergrund um 6,18 Prozent auf 119,40 Euro in die Höhe und fungierte damit als Spitzenreiter im deutschen Leitindex DAX.

Mit einem Kursplus von 5,52 Prozent auf 43,03 Euro konnten Saint Gobain ihre Position an der Spitze des Euro-Stoxx-50 behaupten. Das Unternehmen kündigte am Vorabend an, das operative Ergebnis im laufenden Jahr weiter deutlich steigern zu wollen. 2010 verdiente Saint-Gobain unterm Strich 1,13 Mrd. Euro, das sind 459 Prozent mehr als 2009.

Mit kräftigen Kursgewinnen tendierten zum Handelsschluss auch Telecom Italia, die sich mit einem Aufschlag von 5,16 Prozent auf 1,10 Euro ebenfalls im Spitzenfeld des Euro-Stoxx-50 halten konnten. Der italienische Telekomkonzern konnte 2010 von einer Übernahme in Argentinien sowie Währungseffekten in Brasilien profitieren und sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zulegen.

Telefonica schlossen in Madrid mit einem Plus von 1,56 Prozent auf 18,28 Euro ebenfalls in der Gewinnzone. Dank des Wachstums seiner Auslandstöchter konnte der spanische Telekomkonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Zuwächse verbuchen.

Weniger erfreut reagierten die Anleger hingegen auf die Ergebnisse der Deutschen Telekom, die sich nach einem überraschenden Verlust im Schlussquartal am DAX-Ende 1,80 Prozent auf 9,74 Euro ermäßigten. Damit fungierten die Titel auch im Euro-Stoxx-50 als Schlusslicht.

Ebenfalls in der Verlustzone schlossen Llyods in London, die am Ende des Leitindex FT-SE-100 4,45 Prozent auf 62,85 Pence abrutschten. Rechnet man die Kosten für die Übernahme des Mitbewerbers HBOS heraus, verdiente Lloyds 2010 vor Steuern rund 2,2 Mrd. Pfund. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einem Verlust von 6,3 Mrd. Pfund ausgewiesen. Einschließlich aller Sondereffekte steckte die Bank allerdings immer noch in den roten Zahlen, und zwar mit unterm Strich 320 Mio. Pfund. (APA)

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