Kneissl-Geschäftsführer im Visier der Staatsanwaltschaft

25. Februar 2011, 09:33
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Verdacht der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen

Innsbruck - Der Geschäftsführer der insolventen Tiroler Traditionsfirma Kneissl, Andreas Gebauer, gerät nun auch offiziell ins Visier der Staatsanwaltschaft. Seit Donnerstag führt sie ein Ermittlungsverfahren, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Freitagausgabe. Es geht um den Verdacht der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen, schreibt die Zeitung.

Das Landeskriminalamt wurde mit Erhebungen beauftragt, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Auf die grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen steht bis zu einem Jahr Haft. Übersteigt der Ausfall der Gläubiger den Betrag von 800.000 Euro, sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren Haft vor.

Gebauer war unter anderem von einem der Gläubiger angegriffen worden. Thomas Lang, Investor des Wiener Modelabels Strasser, äußerte den Verdacht der Konkursverschleppung, Betrug und betrügerische Krida durch den Kneissl-Geschäftsführer. Kneissl schuldet der Wiener Firma 158.000 Euro. Gebauer wies die Vorwürfe zurück.

Über Kneissl wurde am 8. Februar nach monatelangem Hin und Her der Konkurs eröffnet. Schon 1980 und 2003 war die Firma in die Pleite geschlittert. Der bisherige Mehrheitseigentümer Al Jaber ließ wiederholt Zahlungsfristen für eine längst zugesagte rettende Kapitalerhöhung verstreichen. Er hatte eine Kapitalspritze für 1,2 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Betroffen vom Konkurs sind die Kneissl Holding GmbH, die Kneissl Tirol GmbH sowie die Kneissl Star Lounge GmbH. Weiterbestehen sollen dagegen die Star Lounge Innsbruck GmbH sowie die Kneissl Star Resort AG in Wien. (APA)

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