Deutsche Lokführer beenden Warnstreik

25. Februar 2011, 14:03
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Seit 11:30 Uhr fahren die Züge wieder

Frankfurt/Main - Die deutschen Lokführer haben ihren Warnstreik am Freitag nach drei Stunden beendet. Der Ausstand sei wie geplant um 11.30 Uhr zu Ende gegangen, sagte ein Sprecher der Lokführer-Gewerkschaft GDL in Frankfurt am Main. Der Streik hatte um 08.30 Uhr begonnen. Die Zugführer legten dem Sprecher zufolge "bundesweit und flächendeckend" bei der Deutschen Bahn und ihren sechs wichtigsten Konkurrenten (G-6) ihre Arbeit nieder. Verschont blieb dieses Mal den Angaben zufolge allerdings die ohnehin seit langem durch Krisen gebeutelte Berliner S-Bahn.

Mit dieser zweiten Warnstreikwelle haben die Lokführer erneut weite Teile des deutschen Schienenverkehrs lahmgelegt und Zehntausende Fahrgäste in der Kälte stehen lassen. Ab 8.30 Uhr kam es flächendeckend zu Zugausfällen und Verspätungen: Die Deutsche Bahn AG in Berlin räumte bundesweite Behinderungen im Nah-, Regional- und Fernverkehr ein. Auch die sechs großen Konkurrenten der DB wurden bestreikt. Weitere kurze Warnstreiks bis zum 7. März sind geplant. Im öffentlichen Dienst der Länder gibt es voraussichtlich schon in der nächsten Woche Warnstreiks.

Ein Viertel der Fernzüge betroffen

Der bereits zweite Warnstreik innerhalb weniger Tage betraf wegen der späteren Anfangszeit - im Gegensatz zum vergangenen Dienstag - weniger Pendler und Schüler. Dennoch hat der neuerliche Warnstreik der Lokführer den Bahnverkehr erheblich beeinträchtigt. Es seien mehr als ein Viertel aller Fernzüge betroffen gewesen, sagte DB-Vorstandsmitglied Ulrich Homburg am Freitagmittag nach dem Ende des Ausstands. Bei den S- und Regionalbahnen sei es zu massiven Einschränkungen gekommen, die sich aber nicht beziffern ließen.

Die Zugausfälle von Freitagfrüh werden noch am Abend Folgen zeitigen: "Die Wochenendpendler haben erheblich unter der Situation zu leiden", sagte Homburg. Der Bahnvorstand berichtete von einem zwischenzeitlichen Ausfall der zu hoch belasteten Zugauskunft im Internet. Das System sei aber wieder hochgefahren worden.

Der Bahn-Manager kritisierte erneut die GDL für ihre Streiktaktik. Die Bahn sei das falsche Ziel, weil sie nahezu alle Tarifforderungen der Gewerkschaft bereits erfüllt habe. Homburg hielt GDL-Chef Claus Weselsky vor, die Aktionen mit einer zu geringen Vorlaufzeit bekanntzumachen. Er lasse die Fahrgäste zu lange im Unklaren über mögliche Ausfälle. (APA)

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