Singen und gesungen werden

24. Februar 2011, 20:58
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Konzertauftritte von Wolfgang Puschnig mit ungewöhnlichen Partnern in Dornbirn und Wien

Wer Wolfgang Puschnig kennt, weiß: Niemand sonst lässt sein Altsaxofon so berührend singen und seufzen wie er. Österreichs Paradejazzer selbst führt die kantable Expressivität seines Spiels gerne auf die schwermütigen Kärntnerlieder zurück, die er als Kind im slowenisch-österreichischen Grenzland aufgesogen hat - und die noch heute jeden seiner Töne färben. Ob im Kontext afroamerikanischer Funkyness oder mit den südkoreanischen Perkussionisten von SamulNori - Puschnig bleibt Puschnig: Kaum ein Musiker bringt seine musikalischen Wurzeln und kosmopolitische Offenheit so selbstverständlich und organisch auf den Punkt.

Als verspätetes Geschenk zum 50. Geburtstag hat das Wiener Konzerthaus den bald 55-Jährigen mit einem Kompositionsauftrag bedacht. Puschnig nützt diesen, um die vokale Qualität seines Spiels im Kontext ungewöhnlicher Partner zu fokussieren. Mit der argentinischen Mezzosopranistin Bernarda Fink, gerühmt für ihre Barock- und Mozart-Interpretationen, dem Volkslied- und Schubert-geeichten Kärntner A-cappella-Quartett Schnittpunktvokal und den acht Querflöten aller Größen der Vienna Flautists will er ein "lyrisches Experiment" wagen, an dem sich "nicht nur Jazzspezialisten ergötzen können". Zusätzliche Farben verleihen diesem Violinist Mark Feldman und der Bassist aus alten Air-Mail-Tagen, Mike Richmond. Pflichttermin! (felb/ DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2011)

25. 2., Dornbirn, Spielboden (ohne Bernarda Fink)
27. 2., Wien, Konzerthaus

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    foto: spielboden
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