Airbus-Mutter geht bei US-Luftwaffenauftrag leer aus

24. Februar 2011, 23:15
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Der europäische Luftfahrtkonzern EADS hat den jahrelangen Bieterwettstreit verloren

Washington - Der europäische Luftfahrtkonzern EADS hat seinen jahrelangen Bieterwettstreit mit Boeing um einen Milliardenauftrag der US-Luftwaffe verloren. Das Pentagon erteilte dem US-Konzern am Donnerstag den Zuschlag für den Auftrag zur Modernisierung seiner Tankflugzeugflotte. Insgesamt soll der Auftrag den Bau von 179 Flugzeugen für rund 35 Milliarden Dollar (25,4 Mrd. Euro) umfassen.

Boeing habe sich nach eingehender Prüfung der Angebote als "klarer Gewinner" erwiesen, sagte US-Vizeverteidigungsminister William Lynn in Washington. EADS habe das Recht, binnen zehn Tagen Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen.

"Wir sind aber überzeugt, dass die Entscheidung in einem klaren und transparenten Verfahren gefallen ist", sagte Lynn. Nach Pentagon-Angaben soll Boeing in einer ersten Tranche bis 2017 insgesamt 18 Tankflugzeuge für 3,5 Mrd. Dollar liefern.

Enttäuscht

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat sich über die Entscheidung der USA enttäuscht gezeigt, einen milliardenschweren Auftrag für Tankflugzeuge an den US-Hersteller Boeing zu vergeben. "Wir sind enttäuscht und erstaunt", sagte EADS-Chef Louis Gallois am Freitag bei einer telefonischen Pressekonferenz. "Wir fragen uns, weshalb wir verloren haben." Soweit er verstanden habe, sei es für die US-Luftwaffe "eine Preisfrage" gewesen. Genaueres solle am Montag bei einer "Manöverkritik" besprochen werden, "dann sehen wir, aus welchen Gründen wir verloren haben und unter welchen Umständen". Vorher wolle er nichts zu dem Vergabeverfahren der US-Regierung sagen, erklärte der französische Konzernchef.

Die Absage aus den Vereinigten Staaten ändere mittelfristig und auf lange Sicht nichts "an der wirtschaftlichen Umlaufbahn" des europäischen Unternehmens, an dem der deutsche Autobauer Daimler, die französische Gruppe Sogeade sowie die spanische Staatsholding SEPI einen Stimmrechtsanteil von über fünfzig Prozent halten. "Ich hätte lieber gewonnen", sagte Gallois. Aber EADS werde im Bereich der Verteidigung und Sicherheit "andere Möglichkeiten" finden, um sich auf dem amerikanischen Markt zu entwickeln. "Wir haben Ideen in diesem Bereich, die ich hier nicht ausführen kann", sagte der Firmenchef.

Dritter Versuch

Die Ausschreibung war bereits der dritte Versuch des Pentagon, neue Tankflugzeuge für die US-Streitkräfte zu bestellen. Eine erste Ausschreibung hatte 2003 Boeing gewonnen. Allerdings widerrief das Pentagon die Vergabe, nachdem bekannt geworden war, dass eine Pentagon-Mitarbeiterin Boeing widerrechtlich mit Informationen versorgt hatte. In einem zweiten Verfahren setzte sich EADS im Februar 2008 durch. Boeing focht das Vergabeverfahren daraufhin vor dem Rechnungshof des US-Kongresses erfolgreich an. Das Pentagon schrieb den Auftrag schließlich 2009 komplett neu aus.

Der Bieterwettstreit war immer wieder von nationalen Prestige-Erwägungen überlagert. Boeing unterstrich, dass es im Gegensatz zum europäischen EADS-Konzern ein "rein amerikanisches" Flugzeug liefern könne, das 50.000 Arbeitsplätze in mehr als 40 US-Bundesstaaten schaffe. EADS hatte diese Darstellung zurückgewiesen und betonte, 48.000 Jobs in den USA schaffen zu wollen. Die Maschinen sollten im US-Bundesstaat Alabama gefertigt werden. (APA)

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    Um den Jahrhundertauftrag wurde lange gerittert.

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