Russen haben Appetit auf Einstieg in die ÖVAG

24. Februar 2011, 18:08
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Sberbank: VBI-Kauf könnte mit Allianz und Einstieg bei Volksbanken AG einhergehen

Wien - Leise Vorwärtsbewegungen gibt es rund um den Verkauf der Volksbank International AG, VBI. Im Datenraum der Ostbankentochter der ÖVAG (Volksbanken AG) ist derzeit die russische Sberbank; die chinesischen Interessenten waren am Montag mit großer Delegation in Wien. Beide wollen aber nicht über Buchwert, rund 1,25 Mrd. Euro, zahlen.

Die Russen präferieren zudem eine größere Lösung, wie zu hören ist. Nachgedacht wird über eine strategische Kooperation auch auf ÖVAG-Ebene; etwa im Bereich Immobilienentwicklung oder Treasury bzw. Liquiditätsbeschaffung vom Markt. Die Überlegungen reichen aber noch weiter: Bis hin zu einem Einstieg der Sberbank in die ÖVAG. Sie könnte über das 25-Prozent-Paket der DZ-Gruppe erfolgen. Ob das die "kleinen" Volksbanken (ihnen gehört die ÖVAG-Mehrheit) goutieren würden, sei aber höchst ungewiss, meint ein Involvierter. ÖVAG-Sprecher Walter Gröblinger sind "solche Überlegungen neu".

Weitere Personalrochaden

Derweilen gehen die Personalrochaden im Sektor weiter. Nach dem Firmenkunden-Vorstandsdirektor der VBI, Ralf Weingartner, verlässt auch ÖVAG-Risiko-Chefin Monika Fürnsinn die Bank. Nach nur einem Jahr im Sektor geht sie zu Raiffeisen Bulgarien.

Bei der Volksbank Rumänien ist laut VBI-Chef Friedhelm Boschert "nun alles wieder auf Schiene, auch das Einvernehmen mit der Bukarester Nationalbank ist bestens". Der Vorstand wird "im Rahmen der Umstrukturierung" verkleinert: Risiko-Vorstand Udo Birkner kommt, wie geplant, nach Wien zurück, Firmenkunden-Chefin Simona Fatu verlässt die Bank. In Ungarn geht der Retail-Vorstand.

Was den Grund für den überraschenden Rücktritt Weingartners betrifft, relativiert Boschert die offizielle Erklärung, der Banker sei "aus gesundheitlichen Gründen" gegangen. Boschert: "Er hat auch persönliche und berufliche Gründe, wollte sich verändern." Kolportiert und dementiert werden, wie berichtet, Auffassungsunterschiede und Druck aus der Notenbank Rumänien, wo Weingartner lange Aufsichtsratschef war. (Renate Graber, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 25.2.2011)

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