Überreste eines Eiszeitkindes gefunden

24. Februar 2011, 20:00
4 Postings

Forscher: Das Kind dürfte vor annähernd 11.500 Jahren in einer Grube in einem Holzhaus verbrannt worden sein

Washington - Archäologen haben die Überreste eines Kleinkindes aus der Eiszeit in Alaska entdeckt. Die Überbleibsel einer Einäscherung seien der bisher älteste Fund von Menschenknochen im subarktischen Nordamerika, schreibt ein Team der Universität von Alaska in Fairbanks im Wissenschaftsjournal "Science". Die Fundstelle lege neue Verhaltensweisen offen, so zum Beispiel den Bau von Sommerhäusern aus Holz und Beerdigungsriten.

Ben Potter und Kollegen datieren die Feuergrube, in der das schätzungsweise dreijährige Kind verbrannt wurde, an Hand des Holzes gut 11.500 Jahre zurück. Damals waren Asien und Nordamerika noch durch eine Landbrücke in der Beringsee miteinander verbunden. In der Grube wurden auch die Überreste von kleinen Säugetieren, von Vögeln, Fischen und Pflanzen gefunden.

Sommerhaus

"Der Platz lässt Verhaltensweisen erkennen, die uns von der letzten Eiszeit in dieser Region nicht bekannt waren", freute sich Potter. Die Grube, in der die Überreste des Kindes lagen, befand sich in einem Holzhaus, das offensichtlich nur im Sommer bewohnt wurde. Es bot Erwachsenen und Kindern Schutz, wenn sie Beeren sammelten und Fische, Vögel sowie kleine Säugetiere fingen, nehmen die Wissenschafter an.

Nach dem Tod und der Verbrennung des kleinen Kindes dürfte sich die Grube bald mit Erde gefüllt haben. Dass das Haus dann für immer verlassen worden sein dürfte, schließt das Forscherteam daraus, dass keine Artefakte über der Grubenaufschüttung gefunden wurden. Ob das Eiszeitkind ein Bub oder Mädchen war, können die Forscher nicht mehr feststellen. Auch der Grund seines frühen Todes sei nicht erkennbar, schreiben Potter und Kollegen. Sie hoffen, aus den wenigen erhaltenen Knochenresten genug DNA gewinnen zu können, um die genetischen Informationen des Kindes mit denen eines heutigen Bewohners der Region zu vergleichen. (red/APA)

  • Blick auf die Ausgrabungsstätte
    foto: science/aaas/ben a. potter

    Blick auf die Ausgrabungsstätte

Share if you care.