21 Wiener Familien drohen Strafen

24. Februar 2011, 17:13
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Marek kritisiert MA 11: "Da muss schneller gehandelt werden"

Wien - Mehr als 16.000 Fünfjährige gibt es in Wien - sie alle sollten seit dem vergangenen Herbst ein Jahr vor dem Schulbesuch in den Kindergarten gehen. Doch wie in den Ländern gibt es auch in der Bundeshauptstadt Ausnahmen. Die Wiener VP, deren Obfrau Christine Marek noch in ihrer Funktion als Familienstaatssekretärin die 15a-Vereinbarung zur Kindergartenpflicht mit den Ländern ausverhandelt hat, erkundigte sich nun per schriftliche Anfrage beim zuständigen Stadtrat Christian Oxonitsch (SP) über deren Umsetzung.

Laut dem Bildungsressort waren Ende Jänner 2011 1226 Wiener Kinder von der Besuchspflicht entbunden. Der Großteil - rund 80 Prozent - ist schon einen Schritt weiter: Viele Fünfjährige besuchen bereits die Schule. Weitere 15,6 Prozent gehen in Kindergärten außerhalb Wiens, etwa weil sie am Stadtrand wohnen oder die Eltern zum Arbeiten auspendeln. Dazu kommen einige Kinder, die aufgrund einer Behinderung von der Kindergartenpflicht ausgenommen sind, und einige wenige, die von Tagesmüttern betreut werden.

"Augenauswischerei"

Nach Berechnungen der Volkspartei bleiben schließlich fast 50 Kinder, über deren Verbleib die Stadt nicht genau Bescheid wisse. VP-Chefin Marek spricht von "Augenauswischerei". Sie habe das Gefühl, in Wien werde mit der Kindergartenpflicht "sorglos umgegangen". Von der zuständigen MA 11 erwarte sie sich mehr Engagement, wie sie dem Standard sagte: "Da muss schneller gehandelt werden. Jedes Monat, um das die Kindergartenpflicht verkürzt wird, geht zulasten des Kindes."

Im roten Bildungsressort kann man die Berechnungen der VP nicht nachvollziehen. Strafanzeigen seien derzeit in 21 Fällen anhängig. Grundsätzlich, sagt eine Sprecherin Oxonitschs, suche man mit jeder einzelnen Familie das Gespräch. Da es in Wien sehr viele kleine (private) Kindergartenanbieter gibt, könne es zuweilen aber beim Abgleich der Daten zu Verzögerungen kommen. (hei, DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2011)

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