Griechische Wirtschaft schrumpft weiter

24. Februar 2011, 15:49
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EU-Steuerzahler haben den Griechen mit Rettungspaket von 110 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen

Athen - Auch wenn sich IHS-Chef Bernhard Felderer zuversichtlich zu einer Erholung der griechischen Wirtschaft geäußert hat, vorerst geht es einmal bergab. Die Wirtschaft wird auch in diesem Jahr um etwa drei Prozent schrumpfen - nach einem Minus von 4,5 Prozent 2010. Dies teilte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou mit. Das klamme Land werde aber weiter an seinem Sparkurs festhalten und sein Defizit gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von knapp zehn Prozent Ende 2010 weiter auf 7,4 Prozent Ende 2011 drücken.

Wie Papakonstantinou erläuterte, soll dies unter anderem mit der Privatisierung staatlicher Unternehmen und der Freigabe des Energiemarktes erreicht werden. Darüber hinaus plane die Regierung in Athen auch Immobilien und Ländereien zu verkaufen, die dem griechischen Staat gehören. Darüber werde man mit den Oppositionsparteien reden. Er, Papakonstantinou, hoffe, damit etwa 15 Mrd. Euro einzunehmen. "Neue Steuern und Sparmaßnahmen wird es nicht geben", versicherte der Minister. Er schloss aber weitere Kürzungen von Gehältern der Staatsbediensteten nicht aus. "Wir werden diese Reformen durchsetzen", sagte er bei einer Pressekonferenz in Athen. "Unser Kurs hängt jetzt von den Entscheidungen ab, die auf der Ebene der Europäischen Union getroffen werden" , sagte Papakonstaninou. Athen hofft vor allem auf eine Streckung der Zahlungsfristen für seine Kredite.

Kontrolleure der Europäischen Zentralbank, der EU-Kommission sowie des IWF prüfen in Athen laufend die Bücher. Von ihren Berichten hängt es ab, ob Athen Finanzspritzen erhält. Das gesamte Rettungspaket für Griechenland umfasst 110 Mrd. Euro über drei Jahre. (APA)

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