Grabstätte enthielt Beigaben aus Gold und Silber
Lima - Peruanische Archäologen haben im Süden des Landes ein
Fürstengrab mit Grabbeigaben aus Gold und Silber gefunden. Beim Fund aus der Vor-Inka-Zeit handle sich um das Grab eines Edelmanns der Wari-Kultur. Es sei im
Urwald des Departements Cusco ausgegraben worden, teilte Vizekulturminister
Bernardo Roca Rey am Mittwoch (Ortszeit) mit. In seiner Bedeutung sei der Fund
mit dem "Herren von Sipan" vergleichbar, dem 1987 im Norden des Landes
gefundenen Königsgrab der Moche-Kultur, sagte der Leiter des Kulturinstituts in
Cusco, Juan Julio Garcia.
Die Wari-Kultur hatte ihre Blütezeit zwischen 600 und 1200. Ihr
Siedlungsgebiet erstreckte sich von der Küste am Pazifik über die Anden offenbar
auch bis in die östlich gelegenen Urwaldgebiete, wo das Grab jetzt in der
Provinz La Convencion in der Region von Vilcabamba gefunden wurde. Die
Entdeckung des Grabes in der archäologischen Grabungsstätte Espiritupampa werde
auch das Wissen über die Ursprünge der Inka-Kultur ändern, betonte Garcia.
Grabbeigaben
In der Grabstätte sei unter anderem ein Korb mit einem silbernen Brustschmuck
in Form eines Ypsilons und eine Gesichtsmaske mit menschenähnlichen Zügen,
ebenfalls aus Silber, gefunden worden. Außerdem seien dem Toten zwei Armreife
aus Gold beigegeben worden. Die ganze Anlage des Grabes lasse darauf schließen,
dass es sich bei dem Toten um eine hochgestellte Persönlichkeit der Wari-Kultur
handelte, betonte Garcia.
Anhand des Fundes könne auch überprüft werden, ob die Annahme stimmt, dass
die Inkas wichtige Teile der Wari-Kultur übernommen haben, fügte der Archäologe
hinzu. (APA)