ÖVP-NÖ zeigt Herbert Kaufmann an

24. Februar 2011, 12:35
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Untreueverdacht wegen verdeckter Hochegger-Kampagnen

Wien - Um die jüngsten Ereignisse am Airport zu verstehen, muss man die Hintergründe kennen: Mit ziemlicher Sicherheit wird Ernest Gabmann dem neuen Flughafen-Vorstand nicht mehr angehören. Sein Verhältnis zum Aufsichtsrat ist gelinde gesagt getrübt, das zum Flughafen-Chef Christoph Herbst nicht vorhanden. Seine "Kompetenz" für Skylink hat er bereits an Herbst delegiert, der im Vorjahr statt Gabmann die Agenda übernahm.

Gabmanns Hausmacht ist noch immer die VP NÖ, er war zuvor 15 Jahre NÖ-Wirtschaftlandesrat. Vor diesem Hintergrund ist zu sehen, dass Georg Schima, der als Anwalt für Gabmann tätig war, in der Presse jüngst lang und breit erläuterte, dass der Wechsel von Herbst vom Aufsichtsrat in den Vorstand rechtlich eigentlich nicht zulässig wäre. Herbst, selbst Jurist, sowie Branchenkollegen sehen das natürlich anders.

Am Donnerstag wurde die VP NÖ aktiv: Sie hat wegen der sogenannten "Schmutzkübelkampagne", mit der Ex-Flughafen-Wien-Chef Herbert Kaufmann angeblich seinen Vorstandsposten retten wollte, Kaufmann wegen Verdachts der Untreue angezeigt. Der Vorwurf: Kaufmann habe den Flughafen bzw. dessen Töchter eine PR-Kampagne zahlen lassen, die lediglich seinem persönlichen Vorteil diente. Dem Flughafen sei ein Schaden von zirka einer Mio. Euro entstanden. Kaufmann und der Flughafen dementieren.

Auf die Frage, ob die VP NÖ in der Causa mit Herbst Kontakt aufnahm, heiß es: Nein. Auch den von Hochegger erstellten Masterplan hat man nicht. Die Vorwürfe aus Niederösterreich erleichtern Herbst, enger Vertrauter von Erwin Pröll, das Leben jedenfalls nicht. (cr, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 25.2.2011)

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    Herbert Kaufmann sieht einen Sturm im Wasserglas

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