Magna-Konzern wieder mit schwarzen Zahlen

24. Februar 2011, 10:15
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Nach einer roten Bilanz 2009 kann der Zulieferkonzern auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurückblicken

Wien/Aurora - Der kanadische Zulieferkonzern Magna International hat nach fast 500 Mio. Dollar Verlust im vergangenen Jahr wieder Anschluss an seine besten Jahre gefunden: Der Nettogewinn betrug im Gesamtjahr 973 Mio. Dollar (709 Euro Mio. Euro), der operative Gewinn erreichte fast 1,2 Mrd. Dollar (- 511 Mio. Dollar). Dies gab der Konzern mit Sitz in Aurora in den Nachtstunden auf Donnerstag bekannt. Auch die Fabrik in Graz-Thondorf, die im Krisenjahr 2009 nur mehr ein Viertel ihres Spitzenausstoßes gemacht hatte, fasste 2010 wieder Tritt und produzierte um 52 Prozent mehr.

Der weltweite Magna-Umsatz stieg um 39 Prozent auf 24,1 Mrd. Dollar (17,6 Mrd. Euro). 2009 hatte man nur 17,4 Mrd. Dollar Umsatz gemacht. Für heuer erwartet Magna konzernweit Erlöse zwischen 25,6 und 27,1 Mrd. Dollar. Das multinationale Unternehmen beschäftigt mittlerweile 96.000 Mitarbeiter.

Florierende Geschäfte in Nordamerika

Die schnelle Erholung fand vor dem Hintergrund eines deutlich besseren Geschäfts der Magna-Kunden in Nordamerika und Europa statt. In Nordamerika ist die Pkw-Produktion gegenüber dem Krisenjahr 2009 um 39 Prozent gestiegen, jene in Europa um 12 Prozent.

Die bei Magna Steyr in Österreich angesiedelte Produktion ganzer Automobile ist 2010 um 52 Prozent auf 86.620 Stück stark gestiegen. Die erzielten Umsätze erhöhten sich um 23 Prozent auf 2,16 (1,76) Mrd. Dollar.

Am Standort Graz, an dem mit knapp 6.000 Personen etwa die Hälfte der österreichischen Magna-Beschäfigten arbeitet, war im Herbst 2010 der Bau des BMW X3 ausgelaufen, der der Fabrik jahrelang eine Auslastung über ihre offiziellen Kapazitäten hinaus gesichert hatte. Zeitgleich lief aber die Produktion des Mini Countryman an, von dem im vergangenen Jahr 15.000 Stück produziert wurden.

Branchenbeobachter erwarten aktuell einen Jahresausstoß von bis zu 80.000 Stück. Alles in allem könnte die Produktion heuer wieder die 100.000er-Marke überschreiten, wird geschätzt. Neben dem Mini-Modell wird in Graz noch ein Peugeot-Coupe (RCZ) gefertigt. Mit geringen Stückzahlen, aber hoher Arbeitsintensität werden ferner Mercedes G und Aston Martins gebaut.

Der neue Magna-Steyr-Chef Günther Apfalter hat am Mittwoch ein Druckbehälterwerk in Potsdam besucht, das Ende vergangenen Jahres vom Autozulieferer Erhard Automotive übernommen worden war. Das übernommene Unternehmen war in den vergangenen Jahren mit Kredit modernisiert, dann aber zu wenig ausgelastet worden. Apfalter versprach, neue Kunden zu gewinnen, um die Produktionsanlagen künftig besser auszulasten, berichtete die "Märkische Allgemeine". Erhard & Söhne fertigen Tanks für Nutzfahrzeuge und beschäftigen an zwei Standorten 250 Mitarbeiter. Es soll in die Magna Steyr eingegliedert werden. (APA)

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